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ROUNDUP: Telefonica Deutschland hebt Ergebnisprognose zum zweiten Mal an

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Nach Zuwächsen im abgelaufenen Quartal hat sich der Telekommunikationsanbieter Telefonica Deutschland <DE000A1J5RX9> ein noch höheres Ergebnisziel für das laufende Jahr gesetzt. Dabei profitierte der im MDax <DE0008467416> notierte Konzern von Kundenwachstum und der Wiedereröffnung seiner Shops. Mit Blick auf die veranschlagten Investitionen dieses Jahr will Konzernchef Markus Haas unterdessen bei der genannten Summe von bis zu 1,3 Milliarden Euro bleiben. Im frühen Handel nahmen Anleger die Nachrichten gut auf. Die Aktie stieg um rund 1,2 Prozent.

Im Gesamtjahr solle das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Oibda) nun im niedrigen mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, teilte die Tochter des spanischen Telefonica-Konzerns <ES0178430E18> am Mittwoch in München mit. Bereits Ende Juli hatte der Vorstand seine ursprüngliche Jahresprognose erhöht und ein Betriebsergebnis leicht über dem Vorjahreswert in Aussicht gestellt. Das Erlösziel bleibt hingegen bei einem leichten Plus.

Bei den Investitionen rechnet Telefonica mittlerweile mit weniger als den bislang ins Auge gefassten 17 bis 18 Prozent gemessen am Umsatz. In absoluten Zahlen will Konzernchef Haas aber bei der bisher in den Raum gestellten Höhe bleiben. "Im dritten Quartal haben wir mit 303 Millionen Euro noch einmal deutlich mehr investiert als im ersten und zweiten Quartal des Jahres", sagte Haas in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Es seien auch über 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum gewesen. Für das Schlussquartal plane er noch höhere Ausgaben als im abgeschlossenen Jahresviertel.

Grund für die nun niedriger ausfallende Investitionsquote ist zum einen der deutlich gestiegene Umsatz, der bei gleichbleibender Investitionshöhe die Quote verzerrt. Zum anderen gebe es keinen Grund, mehr Geld als nötig auszugeben, sagte Haas: "Wir konnten einige Netzkomponenten nur deutlich günstiger einkaufen als angedacht."

Mit Blick auf die Mittelfristprognose bis 2022 bestätigte der Manager "sehr gut unterwegs" zu sein. Der Umsatz soll kumuliert in den Jahren 2020 bis 2022 um fünf Prozent zulegen.

Im abgelaufenen dritten Quartal kletterte der Erlös unterdessen verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent auf fast zwei Milliarden Euro und damit etwas mehr als von Analysten geschätzt. Neben Anstieg der Kundenzahlen profitierte Telefonica von einer erhöhten Nachfrage nach Produkten seiner Kernmarke O2 und nach teureren Smartphones. "Unsere Kunden buchen zunehmend hochwertige Tarife", sagte Haas. JPMorgan-Analyst Akhil Dattani zeigte sich positiv überrascht vom Erlösanstieg. Telefonica habe auf allen Ebenen die Erwartungen übertroffen, schrieb er am Mittwoch.

Netto überzeugte Telefonica Deutschland in den Monaten Juli bis September rund 415 000 zusätzliche Vertragskunden von seinen Diensten. Dabei kam dem Unternehmen zugute, dass seit Juli alle Shops wieder geöffnet haben. Neben dem Vertragsabschluss im Internet kann der Konzern also auch wieder Kunden im Einzelhandel gewinnen.

Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg unterdessen um 3 Prozent auf 613 Millionen Euro. Damit fiel der Zuwachs ebenfalls stärker aus als von Experten geschätzt.

Unter dem Strich blieb bei Telefonica Deutschland ein Gewinn von 227 Millionen Euro hängen. Dabei wirkte sich der Verkauf einer zweiten Tranche von Dachstandorten an die Telefonica-Tochter Telxius positiv aus. Dieser steuerte gut 262 Millionen Euro bei. Ohne diesen Effekt verzeichnete das Unternehmen einen Verlust.

Zugleich bestätigte Telefonica Deutschland Spekulationen über eine Partnerschaft mit dem britischen Mobilfunk-Discounter Lebara. Im kommenden Jahr solle dieser seine Netzkapazitäten dann bei Telefonica und nicht mehr wie bislang bei der Deutschen Telekom einkaufen. Einen Zeitpunkt oder weitere Details nannte das Unternehmen allerdings nicht. Lebara ist vor allem für seine günstigen Konditionen für Telefonate in Nicht-EU-Länder bekannt. Für einige Länder wie die Türkei oder Polen bietet der Discounter zudem separate Tarife an.

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