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Goldpreis erlebt Korrektur nach unten – ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um in das Edelmetall zu investieren?

Die Goldpreis-Entwicklung geht durch die Decke. - Copyright: Getty ImagesGetty Images/ Diy13, Israel Sebastian, yuruphoto
Die Goldpreis-Entwicklung geht durch die Decke. - Copyright: Getty ImagesGetty Images/ Diy13, Israel Sebastian, yuruphoto

Die Rekordjagd hat ein Ende gefunden. Nach dem Allzeithoch, das Anfang des Monats erreicht wurde, ist der Aufwärtsttrend beim Goldpreis erst einmal vorbei. Der Kurs war seit Oktober vergangenen Jahres angestiegen und lag zwischenzeitlich bei knapp 2430 US-Dollar, umgerechnet 2170 Euro.

Mit einem Verlust von fast drei Prozent verlor der Goldpreis am Montag binnen weniger Stunden so viel wie seit dem fast zwei Jahren nicht mehr. Tagsdrauf verlor er weiter, sank zwischenzeitlich sogar unter die Marke von 2300 US-Dollar pro Unze (31,10 Gramm). Inzwischen hat sich der Goldpreis zwar etwas erholt. Er liegt aber dennoch weiterhin rund drei Prozent unter dem Niveau vom vergangenen Freitag.

Ist damit nun der beste Zeitpunkt, um als Anlegerin oder Anleger in Gold zu investieren? Das Edelmetell gilt bei vielen Privatanlegern als eine sichere Anlage. „Vor allem in Krisenzeiten beziehungsweise in unruhigen wirtschaftlichen und politischen Zeiten ist Gold ein sicherer Hafen.“ Das sagt Phillip Krenz, Vermögensverwalter bei BV Bayerische Vermögen GmbH aus München.

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Er sagt: „Grundsätzlich lässt sich aus Anlegersicht selten bis nie der perfekte Zeitpunkt des Einstiegs erwischen.“ Im Nachhinein gebe es meist immer noch bessere Einstiegskurse, manchmal gar Stunden nach dem Kauf. Seiner Einschätzung nach sollte der „reine Kursrutsch nicht als einziges Kriterium für einen Einstieg gelten“. Wichtig sei vielmehr die fundamentale Bewertung der Anlageklasse beziehungsweise des Edelmetalls angesichts der gegenwärtigen makroökonomischen Datenlage.

„Aktuell lässt sich durchaus feststellen, dass dem Edelmetall erneut goldene Zeiten bevorstehen könnten. Dafür gibt es neben der positiven Kursentwicklung gute fundamentale Gründe", erklärt der Fachman. Etwaige Kurskorrekturen wie zuletzt würden dann die charmante Möglichkeit bieten, etwas günstiger zu kaufen.

Dieses Potenzial hat der Goldpreis

Das Potenzial, das Gold aktuell mit sich bringt, belegen auch die hohen Goldreservebestände der weltweiten Notenbanken: Laut des World Gold Council, der Lobbyorganisation der Goldbranche, halten Zentralbanken derzeit 35.938,6 Tonnen Gold. Der Experte warnt aber: „Sollte sich diese langfristige Strategie der Zentralbanken jedoch ändern, so könnten die resultierenden Goldverkäufe den Markt überschwemmen und damit den Preis des Edelmetalls drücken.“

Mit Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen Woche ist davon bislang aber wenig zu spüren. Ganz im Gegenteil: So gibt es verschiedene Faktoren, die der Goldpreis-Entwicklung seit Mitte Februar einen Anstieg von fast 20 Prozent beschert haben. Experten gehen im Gespräch mit Business Insider davon aus, dass diese Faktoren auch in den kommenden Wochen und Monaten für weitere Gewinne sorgen werden. Wir klären die wichtigensten Fragen rund um das Edelmetall.

Warum ist der Goldpreis aktuell so hoch?

Der Goldpreis steigt und steigt. Trotz des aktuellen Tiefs ist er so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr. Warum? „In einem Wort: China“, sagt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sei in eine finanzielle Krise geraten, die die Goldnachfrage im wichtigsten Bergbau-, Import-, Zentralbank- und Verbrauchermarkt in die Höhe treibe.

„Der spekulative Handel in Shanghai ist in den letzten Wochen ebenfalls in eine Art Rausch verfallen“, so der Fachmann. Während die Spekulationen bei den New Yorker und Londoner Goldderivaten sprunghaft angestiegen seien, stehe die Erhöhung der chinesischen Goldnachfrage im „krassen Gegensatz“ zu den westlichen Anlageströmen. Die Chinesische Zentralbank kaufe weiterhin Gold zu jedem Preis und streue damit das Risiko weg vom Dollar und der Gefahr von US-Sanktionen.

Constantin Behr, Vorstand der Golden Gates Edelmetalle AG, bedient sich eines anderen Erklärungsansatzes. Er sagt: „Die Aktienmärkte haben gerade ein sehr hohes Niveau. Aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage werden Gewinne mitgenommen und mit Gold abgesichert, das lässt die Nachfrage von Gold steigen.“

Zudem werde der Erwerb von Immobilien für die breite Bevölkerung immer schwieriger. „Gold ist ein alternativer Sachwert“, so der Diplom-Betriebswirt. Er argumentiert, ähnlich wie Adrian Ash, ebenfalls mit der aktuellen Strategie der Zentralbanken. Generell sei der Vorstand aber der Meinung, dass „vielfältige Faktoren“ den deutlichen Anstieg und die weitere Goldpreis-Entwicklung begünstigen.

Welche Faktoren beeinflussen den Goldpreis?

Viele, da sind sich die Experten einig. Vermögensberater Phillip Krenz erklärt: „Tendenziell steigt Gold beispielsweise in Phasen höherer Inflationsraten.“ In schlechten Zeiten oder sich abzeichnenden Krisen, würden viele Anlegerinnen und Anleger in die goldene Anlageklasse flüchten, die dann als Krisenschutz diene. „Ferner spielt beispielsweise die Nachfrage der weltweiten Notenbanken, wie man zuletzt anhand der deutlichen Aufstockungen der Goldreserven sehen konnte, eine maßgebliche Rolle.“

Constantin Behr zählt weitere Faktoren wie das Zinsniveau, die wirtschaftliche Situation und aktuelle Krisen auf. Die Nachfrage spiele ebenfalls eine entscheidende Rolle, gerade in unsicheren Zeiten steige diese an. „Interessanterweise verstärkt sich dieser Effekt auch, wenn der Goldpreis bereits gestiegen ist, da steigende Preise zusätzliche Investoren anlocken und sinkende Preise die Nachfrage verringern“, so der Vorstand von Golden Gates Edelmetalle. Dies führe zu einem sich selbst verstärkenden Zyklus.

Nicht zu vergessen seien zudem generelle Kostensteigerungen. „Die Förderung, das Recycling und die Prägung von Gold sind mit steigenden Kosten verbunden, die letztendlich im Preis widergespiegelt werden“, so Behr. Unterschiedliche Auflagen, Personalkosten und Verwaltungskosten seien wesentliche Kostentreiber. Sollte der Goldpreis zu niedrig sein, würde dies die Produktion beeinträchtigen. Und das, obwohl Gold auch für Technologien zur Bewältigung des Klimawandels benötigt werde.

Langfristig spiegele der Goldpreis den Wertverlust von Währungen wider. „Es gab bisher keine Währung, die langfristig ihren Wert bewahren konnte.“ Grundsätzlich lasse sich sagen, dass der Goldpreis aufgrund einer Kombination dieser Faktoren steige oder falle. Dabei hänge die genaue Dynamik von aktuellen Marktkräften und langfristigen Trends ab, so der Vorstand.

Welche Prognosen gibt es für die Goldpreis-Entwicklung?

Natürlich lassen sich keine exakten Prognosen zur Goldpreis-Entwicklung machen. Die Experten sind geteilter Meinung, wie sich der Goldpreis entwickeln wird. „Die Stärke des Goldpreisanstiegs ist beispiellos und hat auf dem Londoner Bullenmarkt acht Tage in Folge einen neuen Rekord aufgestellt“, sagt Adrian Ash von BullionVault. Zusammen mit dem Risiko eines spekulativen Ausbruchs in Shanghai sei es aber sehr wahrscheinlich, dass dieser Trend in nächster Zeit eine Pause einlege oder sogar zurückgehe.

In den vergangenen sechs Monaten sei der Goldpreis zwar um 30 Prozent gestiegen. „Längerfristig gesehen ist das Ausmaß dieses Anstiegs jedoch nicht ungewöhnlich“, findet der Experte. Gold sei bereits in der Vergangenheit mehrfach spürbar angestiegen. Während der inflationären 1970er Jahre allein neunmal, während der globalen Finanzkrise und zuletzt in der ersten Welle der Corona-Pandemie.

Eine etwas positivere Prognose wagt Constantin Behr. „Aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit und der instabilen Marktsituationen weltweit denke ich, dass die Goldpreise sowohl mittel- als auch langfristig weiterhin stetig steigen werden“, sagt der Vorstand der Golden Gates Edelmetalle AG. Gold habe sich seit jeher als sicherer Hafen in Zeiten der Krise bewährt. Die Werthaltigkeit sei unbestritten.

Der Experte ist überzeugt: „Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen und der unvorhersehbaren globalen Entwicklungen wird das Bedürfnis nach einem werthaltigen und stabilen Investment wie Gold immer größer.“ Er rät daher, jetzt in Gold zu investieren, um von den zu erwartenden Preissteigerungen profitieren zu können.

Welche Vorteile hat Gold?

Constantin Behr sieht „zahlreiche Vorteile“ im Vergleich zu anderen Anlageformen. „Insbesondere wenn es darum geht, Vermögen sicher aufzubauen oder abzusichern. Und zwar ohne auf jährliche Renditen oder schnelle Kursgewinne angewiesen zu sein“, so der Vorstand. Gold mache unabhängig vom Währungssystem und ermögliche es, flexibel in jede gewünschte Währung umzutauschen.

Physisches Gold sei zudem vollständig steuerfrei. Denn: Beim Kauf falle keine Mehrwertsteuer an. Zudem entfalle nach einer Haltefrist von einem Jahr auch die Abgeltungsteuer. Außerdem sei Gold ein mobiler Sachwert von hoher Wertdichte, der im Gegensatz zu Immobilien leicht transportiert werden könne. Zusätzlich werde Gold weltweit als anerkannte Währung akzeptiert, ohne Einschränkungen wie bei anderen Währungen.

Und Gold werde oft „als sichere Anlage angesehen. Es ist unabhängig von den Schwankungen anderer Anlageklassen wie Aktien und Anleihen. Die begrenzte Verfügbarkeit des Edelmetalls trägt dazu bei, seine Werterhaltungsfunktion zu stärken“, so Constantin Behr.

Vermögensverwalter Phillip Krenz weist zudem auf den starken Wertzuwachs des Goldpreises hin. „In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat er durchaus mit dem starken US-Aktienmarkt mithalten“ können, so der Experte. Seit der Auflage des ersten Gold-ETF in den Vereinigten Staaten im Jahr 2004 hat Gold rund 340 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Der S&P 500 liege inklusive Dividenden bei etwa 360 Prozent.