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Nach Insider-Urteil: Staatsanwälte nehmen Lazard unter die Lupe

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(Bloomberg) -- Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main nimmt Lazard Ltd. unter die Lupe, nachdem das Landgericht in einem Urteil gegen einen früheren Mitarbeiter erklärt hatte, die Bank habe es ihm leicht gemacht, Insiderhandel zu begehen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft jetzt, ob Lazard Aufsichtspflichten in Deutschland verletzt habe, teilte eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag per E-Mail mit.

Das Gericht hatte vor einem Monat den ehemaligen Banker und einen Mitangeklagten verurteilt, weil sie Insiderinformation für Aktiengeschäfte nutzten und damit Gewinne in Höhe von 8,5 Millionen Euro erzielten. Der Vorsitzende Richter sagte bei der Urteilsbegründung, der Mitarbeiter habe sogar Zugriff auf Informationen über Transaktionen gehabt, an denen er selbst nicht gearbeitet hat.

Der Ex-Lazard-Banker hatte die Taten eingeräumt und erhielt eine Bewährungsstrafe. Der Mitangeklagte, der den Großteil des Gewinns einstrich und die Vorwürfe vehement bestritten hatte, wurde zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Er hat Revision eingelegt.

Lazard antwortete nicht sofort auf eine E-Mail mit der Bitte um Stellungnahme.

Der ehemalige Angestellte arbeitete bei Lazard in Frankfurt an Firmentransaktionen. Die beiden Männer setzten darauf, dass die Aktien von Zielunternehmen der Transaktionen steigen würden, sobald die Deals bekannt würden. Dazu gehörten laut Urteil etwa das Übernahmeangebot von Carlyle Group Inc. und Bain Capital für die Osram Licht AG im Jahr 2018 und die strategische Investition von KKR & Co. in die Axel Springer SE.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dieser Sache noch gegen zwei weitere Personen, lehnte es jedoch ab, näheres zu diesen Beschuldigten mitzuteilen.

Überschrift des Artikels im Original:

Lazard Probed Over Potential Failure to Prevent Insider Trades

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