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Top 5: Die skurrilsten Studiengänge

Sophie Winter
Freie Autorin

Beinahe jeder, der auch nur ein etwas exotischeres Fach studiert als Medizin, Jura, oder Lehramt, hört wohl keine Frage öfter als diese: “Was macht man denn dann damit?“ Passend dazu lesen Sie hier die Top 5 der außergewöhnlichen bis absurden Studiengänge.

Es gibt einige zum Teil absurde Studiengänge (Symbolbild: Getty Images)

1. Friesische Philologie

An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gibt es ein Fach, bei dem selbst Philologen mit den Ohren schlackern. Friesische Philologie oder Frisistik ist ein Erweiterungs- oder Ergänzungsfach eines Lehramtsstudiums, in dem die friesische Sprache und Literatur im Zentrum stehen. Wer es etwas genauer will: An der Uni Kiel konzentriert sich das Lehrangebot auf die nordfriesischen Mundarten Mooring bzw. Bökingharder Friesisch (Festlandnordfriesisch) und das Fering-Öömrang bzw. Föhr-Amrumer Friesisch (Inselnordfriesisch). Im Masterstudiengang erwerben die Studenten passive Kenntnisse des Westfriesischen, das in der Frisistik als Wissenschaftssprache fungiert.

2. Spiritualität

Das Institut für interreligiöse Studien Freiburg bietet ein Kontaktstudium “Spiritualität und Interkulturalität“ an. Laut Website besteht es neben Präsenzveranstaltungen auch aus “intensiven Phasen des Selbststudiums“. Zum Studium gehören zwei Praxiseinheiten (z. B. Christentum, Zen), am Ende der Ausbildung steht das Weiterbildungszertifikat “DAS“ (Diploma of Advanced Studies).

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3. Promenadologie

Die Disziplin namens Promenadologie oder Spaziergangswissenschaft mag sich etwas läppisch anhören, ist unter Architekten aber durchaus angesehen. In Deutschland gibt es keinen Lehrstuhl für dieses Fach, aber eine Stiftungsprofessur an der Kunsthochschule in Kassel. Gegründet wurde sie von dem Schweizer Soziologen und Ökonomen Lucius Burckhardt, dessen Ziel es war, die künstlerischen Vorstellungen von Architekten mit den Bedürfnissen der Bewohner zusammenzubringen. In Kassel gehört die Promenadologie zum Fachbereich Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung.

4. Zirkuskunst

An der Kunstfachhochschule Codarts in Rotterdam kann man sich in Zirkuskunst ausbilden lassen. Die Ausbildung enthält sowohl praktische wie auch theoretische Teile, die Studenten führen ihre Kunststücke regelmäßig vor den Kommilitonen und Lehrern auf und sind angehalten, zwar kein unnötiges Risiko einzugehen, sich aber auszuprobieren und ihre Grenzen auszuloten. Die Studenten üben u. a. an Seil, Rhönrad, Trampolin oder auf dem Trapez, am Ende steht ein Bachelor-Abschluss.

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5. Numismatik

In Zeiten, in denen immer mehr Menschen quasi nur noch mit der Karte bezahlen, wirkt die wissenschaftliche Beschäftigung mit analogem Geld fast so antiquiert wie das Präsentieren des Briefmarkenalbums bei einem Date. Oder doch nicht? Das Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien ist das einzige selbstständige Universitätsinstitut dieser Ausrichtung in Europa und beschäftigt sich nicht nur mit Münzen, Medaillen, Geldzeichen und anderen geldähnlichen Formen, sondern auch mit den “damit verbundenen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen“. Und die werden auch dann noch wichtig sein, wenn der letzte das Prinzip der Blockchain verstanden hat.