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Studie: So viele Altkleider landen im Müll

·Freiberufliche Journalistin

Mehr als 15 Kilogramm Textilmüll produziert laut einer Studie jeder Mensch in Europa im Durchschnitt pro Jahr. Nicht einmal ein Prozent wird zu neuer Mode recycelt.

Nicht einmal ein Prozent weggeworfener Kleidung wird recycelt. (Bild: Getty Images)
Nicht einmal ein Prozent weggeworfener Kleidung wird recycelt. (Bild: Getty Images)

Oberteile, Schuhe und Hosen – oft wird Kleidung nur kurz genutzt und dann entsorgt. Allein in Deutschland kaufen Verbraucher laut Bundesministerium rund sechzig Kleidungsstücke im Jahr. Oft werden die nur eine Saison genutzt, jedes fünfte Kleidungsstück wird sogar so gut wie nie getragen.

Die Herstellung belastet die Umwelt. Um etwa Baumwolle zu gewinnen, werden große Mengen Wasser benötigt, für den Anbau Pestizide und Düngemittel eingesetzt, durch Farben sowie Chemikalien die Abwässer belastet und vieles mehr.

Weniger als 1 Prozent Altkleidung wird recycelt

Gut, wenn dann nicht mehr getragene Kleidung recycelt wird. Das haben auch große Textilhändler wie etwa H&M, C&A und Zalando erkannt und werben mit Kleider-Recycling. Klingt gut, wird aber in der Realität nicht wirklich umgesetzt. Nicht mal ein Prozent der abgelegten Kleidungsstücke schafft es, zu neuer Mode recycelt zu werden, wie der Spiegel berichtet. Dabei könnte aus mindestens einem Fünftel des Textilabfalls wieder Kleidung werden, wie die Unternehmensberatung McKinsey in einer Studie herausgefunden hat, die dem Blatt exklusiv vorliegt.

65 Prozent der Alttextilien landen direkt im Müll

Demnach fallen in Europa jährlich 7,5 Millionen Tonnen Alttextilien an, von denen mehr als 65 Prozent direkt auf Müllhalden oder in der Müllverbrennung landen. Der Rest werde zwar gesammelt und wiederverwertet – aber in der Regel nur als Second-Hand-Kleidung oder grob recycelte Produkte wie etwa Lappen. Laut der Untersuchung entfallen auf jeden Menschen in Europa 15 Kilogramm Textilmüll. Mit steigender Tendenz, so könne der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 2030 sogar schon mehr als 20 Kilogramm betragen.

Investitionen bis zu sieben Milliarden Euro

Um Altkleidung tatsächlich im großen Stil sinnvoll zu recyceln, sind laut den Studienmachern noch hohe Investitionen nötig. Ihren Schätzungen nach, müssten bis zu sieben Milliarden Euro aufgewendet werden, um etwa Recyclingfabriken zu bauen und Sortier- sowie Sammelverfahren zu verbessern.

Lohnenswert wäre das aus Sicht des McKinsey-Modeexperten Karl-Hendrik Magnus durchaus, wie der Spiegel weiter berichtet. Aus Sicht von Magnus könne Textilrecycling durchaus zum profitablen Wirtschaftszweig werden. Der Experte geht davon aus, dass sich in nur acht Jahren europaweit 15.000 neue Jobs und ein Markt mit einem Umsatzvolumen von bis zu acht Milliarden Euro schaffen ließen. Zudem seien satte 25 Prozent jährliche Rendite in diesem Industriezweig möglich. Und gut für die Umwelt sei das allemal, denn obendrein ließen sich vier Millionen Tonnen CO₂, Wasser und Chemikalieneinsatz sparen.

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