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Zweite Runde der Bahn-Tarifverhandlungen in Berlin

Die Deutsche Bahn und die privaten Regionalbahnen haben Verhandlungen über eine Gehaltserhöhung für insgesamt 150.000 Beschäftigte aufgenommen. Die Eisenbahnverkehrsgewerkschaft (EVG) fordert 6,5 Prozent mehr Geld. Vertreter aller Tarifparteien machten am Rande der Tarifrunde in Berlin deutlich, dass sie nicht mit einem schnellen Ergebnis rechneten.

Am 5. Februar hatte die Tarifrunde zunächst nur mit der bundeseigenen Deutschen Bahn begonnen. In der zweiten Verhandlungsrunde beteiligen sich nun auch die sechs größten privaten Regionalbahnen an den Tarifgesprächen.

Nach EVG-Angaben beträgt der tarifvertraglich festgeschriebene Einkommensabstand zwischen der Deutschen Bahn und ihren privaten Konkurrenten 6,25 Prozent. Darauf hatten sich alle Tarifparteien vor zwei Jahren in einem Branchentarifvertrag geeinigt. In der aktuellen Tarifrunde geht es nur um höhere Gehälter für den Fern- und Regionalverkehr, nicht jedoch um eine Verringerung des Einkommensgefälles zwischen den Wettbewerbern.

Ziel sei es, die Einkommensentwicklung bei der Deutschen Bahn und deren privaten Wettbewerbern aneinander zu klammern, sagte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Sie hoffe, dass die Rivalen im Arbeitgeberlager bereit seien, sich gemeinsam mit der EVG an einen Verhandlungstisch zu setzen, um parallel geführte Einzelverhandlungen zu vermeiden. Der Wettbewerb in der Branche dürfe nicht wieder auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

DB-Verhandlungsführer Werner Bayreuther sagte zum Auftakt der zweiten Tarifrunde, die Arbeitgeber würden zunächst kein eigenes Tarifangebot unterbreiten. Er erwarte wegen des festgeschriebenen Tarifgefälles komplizierte Verhandlungen mit den Privatbahnen. Die Verhandlungen der ersten Tarifrunde, die nur zwischen der Deutschen Bahn und der EVG geführt wurden, seien hingegen "zügig und fair" gewesen.

Die Tarifrunde wird durch konkurrierende Interessen bei den sechs größten privaten Regionalbahnen belastet. Das Arbeitgeberlager der so genannten G6 sei bereits vor zwei Jahren zerbrochen, "weil wir keine gemeinsame Linie mehr gefunden haben", sagte Ulrike Riedel, Verhandlungsführerin der Privatbahnen. Nun müsse erneut am Verhandlungstisch versucht werden, einen gemeinsamen Weg zu finden. Die EVG-Forderung von 6,5 Prozent werde von den Privatbahnen als eine sehr hohe Forderung angesehen. Wann die Verhandlungen in dritter Runde fortgesetzt werden, war zunächst noch offen.