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US-Präsident Biden eröffnet Amerika-Gipfel in Los Angeles

LOS ANGELES (dpa-AFX) - Nach wochenlangem Gezerre um die Teilnehmerliste hat US-Präsident Joe Biden das IX. Gipfeltreffen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) mit einem Plädoyer für demokratische Werte eröffnet. "Demokratie ist ein Kennzeichen unserer Region", sagte Biden am Mittwoch bei der Eröffnungszeremonie in Los Angeles. "Wenn wir heute zusammenkommen, in einer Zeit, in der die Demokratie in der ganzen Welt angegriffen wird, sollten wir uns vereinen und unsere Überzeugung erneuern, dass die Demokratie nicht nur das bestimmende Merkmal der amerikanischen Geschichte ist, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil der Zukunft Amerikas."

Biden will das bis Freitag dauernde Treffen dazu nutzen, den Beziehungen zwischen Nord-, Mittel- und Südamerika einen neuen Impuls zu geben. Auf dem Gipfel sollen eine Reihe von Initiativen zu Migration, Energie und Klimawandel angestoßen werden. Die USA kündigten unter anderem bereits die Ausbildung von 500 000 Ärzten und Pflegern in Lateinamerika und der Karibik an. Zudem sollen über eine "Amerikanische Partnerschaft für wirtschaftlichen Wohlstand" die Lieferketten in der Region gestärkt, Investitionen vereinfacht und Jobs im Bereich der erneuerbaren Energien geschaffen werden.

Überschattet wurde der Gipfel allerdings von einem wochenlangen Gezerre um die Teilnehmerliste. Die US-Regierung lud die Präsidenten der autoritär geführten Staaten Kuba, Venezuela und Nicaragua nicht zu dem Gipfel ein. Daraufhin erklärten sich mehrere linke Regierungschefs wie Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador, Boliviens Staatschef Luis Arce und die honduranische Präsidentin Xiomara Castro solidarisch mit den nicht eingeladenen Politikern und sagten ihrerseits ihre Teilnahme ab. Auch die Staats- und Regierungschefs aus El Salvador, Guatemala, Uruguay und zwei kleinen Karibikstaaten kamen nicht zu dem Treffen.

Angesichts der Bedeutung von Mexiko und Mittelamerika für die Lösung der Migrationskrise an der Südgrenze der USA ist der Boykott der Präsidenten aus der Region eine diplomatische Schlappe für Biden. Erst am Montag brachen im Süden von Mexiko wieder Tausende Flüchtlinge Richtung Norden auf.

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