Werbung
Deutsche Märkte öffnen in 3 Stunden 11 Minuten
  • Nikkei 225

    38.758,96
    +112,85 (+0,29%)
     
  • Dow Jones 30

    39.069,59
    +4,29 (+0,01%)
     
  • Bitcoin EUR

    63.509,69
    -135,73 (-0,21%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.499,58
    +31,48 (+2,14%)
     
  • Nasdaq Compositive

    16.920,79
    +184,79 (+1,10%)
     
  • S&P 500

    5.304,72
    +36,88 (+0,70%)
     

Ich bin Gen Z, arbeitete 3 Tage in meinem neuen Job und wurde dann gefeuert

Calli Nguyen wurde innerhalb von drei Tagen aus ihrer Position als Director entlassen. - Copyright:  Jordan Hefler
Calli Nguyen wurde innerhalb von drei Tagen aus ihrer Position als Director entlassen. - Copyright: Jordan Hefler

Dieser Erfahrungsbericht basiert auf einem Gespräch mit Calli Nguyen, einer 24-jährigen Social-Media-Vermarkterin aus Baton Rouge, Hauptstadt des US-Bundesstaats Louisiana, über ihre Entlassung nach weniger als einer Woche Arbeit. Er wurde aus Gründen der Kürze und Klarheit bearbeitet.

Bevor ich als Direktorin für digitales Marketing in einem medizinischen Spa angefangen habe, war ich meiner Chefin gegenüber wohlwollend gestimmt. Ich wollte einfach nur einen Job haben. Was hätte schon schiefgehen können? Es stellte sich heraus: alles.

Um fair zu bleiben: Ich hatte die Warnsignale gesehen, aber ignoriert. Vor Jobbeginn habe ich noch die negativen Bewertungen auf Google gelesen, die von ehemaligen Kunden und Mitarbeitern hinterlassen wurden. Eine Bewertung besagte zum Beispiel, dass fünf Mitarbeiter innerhalb von zwei Wochen gekündigt hatten. In dieser Bewertung wurde auch geschrieben, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter unabhängig von deren Alter nicht schlecht behandeln sollten.

WERBUNG

Außerdem stimmte ich zu – bevor ich den Job überhaupt begann –, meine Rolle von der Kundenbetreuerin zur Direktorin für digitales Marketing zu ändern, ohne dass dabei mein Stundenlohn von 16 US-Dollar (etwa 13,80 Euro) geändert wurde. Meine Chefin wollte, dass ich auf Social-Media-Marketing umschwenke, immerhin hatte ich Social-Media-Marketing-Fähigkeiten in meinem Lebenslauf aufgeführt.

Meine Chefin lehnte meinen Rat ab

Was in diesen drei Tagen dann passiert ist:

Nachdem ich die neue Rolle im Telefonat mit dem General Manager angenommen habe, freute ich mich darauf, meine kreativen Fähigkeiten zu verbessern und einem kleinen, unabhängigen Unternehmen dabei zu helfen, zu wachsen und mehr Kunden zu gewinnen. Aber wie soll ich jemandem helfen, der sich weigert, auf Ratschläge zu hören?

Meine Chefin wollte nämlich, dass das Social-Media-Marketing optisch einer gewissen Linie folgt: Sie wollte Stockfotos von attraktiven Frauen und veraltete Schriften. Ich zeigte ihr daraufhin die Analysen zu den schlecht performenden Social-Media-Beiträgen, die genau dieser Linie folgten. Dann erklärte ich ihr, dass ich wisse, wie man ihre Online-Präsenz ein wenig aufpeppen könnte, um mehr Kunden zu gewinnen. Aber sie weigerte sich, etwas von dem anzunehmen, was ich zu sagen hatte. Also folgte ich ihrer kreativen Führung – bis ich von ihren Forderungen überwältigt wurde.

Meine Chefin wollte immer mehr

An meinem dritten Tag begann ich ein Projekt, um Beiträge für die Social-Media-Konten des Unternehmens zu erstellen und die Sonderangebote ihrer Wettbewerber zu recherchieren. Ich präsentierte alles, was sie verlangt hatte. Mit meinen Social-Media-Beiträgen und den von mir gefundenen Angeboten schien sie wenigstens schon mal zufrieden.

Ohne Vorwarnung fragte sie dann aber, welche Produkte die anderen medizinischen Spas verwenden würden. Da wurde ich stutzig. Ich wusste ohne Vorbereitung nichts über bestimmte Produkte in der medizinischen Spa-Branche. Ich wusste weder, was ich recherchieren sollte, noch hat mich zuvor jemand gebeten, mich über die Produkte der Konkurrenten zu informieren, als mir das Projekt erklärt wurde.

Daraufhin hat mir meine Chefin erklärt, dass ich hätte wissen sollen, die verschiedenen Produkte zu recherchieren, die von unseren Konkurrenten verwendet werden. Dann hat sie mir eine Liste von anderen Ergebnissen gegeben, die ich hätte erzielen sollen. Plötzlich fühlte ich mich überwältigt.

Mentale Gesundheit und Respekt am Arbeitsplatz sind Pflichten

Nach einiger Zeit in dieser Besprechung bin ich also aufgestanden und sagte ihr, dass ich eine kurze Pause machen müsse. Ich ging zur Tür. Doch sie versuchte, mich aufzuhalten. Ich gab nicht nach. Ich hatte mir bereits geschworen, mich nie wieder bei der Arbeit respektlos behandeln zu lassen. Ich sagte: "Mit Respekt, ich muss bitte nach draußen gehen und durchatmen. Ich komme in ein paar Minuten zurück."

Daraufhin feuerte sie mich und sagte, dass ich nicht weiter für sie arbeiten würde. Ich versuchte, in meiner Haltung professionell zu bleiben – aber ich diesem Moment war sehr verärgert. Um fair zu sein: Ich wollte ohnehin kündigen, aber sie war schneller.

Ich sagte meinen Kollegen nach 2,5 Tagen Lebewohl

Nach zwei Tagen und etwa sechs Stunden Arbeit am dritten Tag fühlte ich mich erst wie eine Versagerin. Ich sagte meinen Kollegen Lebewohl. Als ich mich schließlich dem Empfangstresen näherte, traf ich noch den General Manager und erzählte auch ihm, dass ich entlassen wurde. Er bot mir trotz des ganzen Dramas ein Empfehlungsschreiben an. Dann schrieb ich "9-1-1" an meine Mutter, während sie bei der Arbeit war, und fing auf dem Parkplatz am Telefon mit ihr zu schluchzen an. Ich entschuldigte mich immer wieder bei ihr, dass ich eine Versagerin sei, obwohl ich wusste, dass ich in einer toxischen Umgebung gearbeitet hatte.

Danach verbrachte ich einige Zeit im Bett und arbeitete remote für ein anderes Unternehmen.

Die Entlassung war ein Glücksfall

Ich bin seit meinem 16. oder 17. Lebensjahr berufstätig und habe mit verschiedenen Altersgruppen zusammengearbeitet. Klar, manche Gen-Z-Mitarbeiter sind faul und unzuverlässig, und ich habe die Tiktok-Videos gesehen, die besagen, dass Gen Z auch unhöflich sei. Gleichzeitig wollen wir alle das Gleiche: Wir wollen von unseren Arbeitgebern geschätzt werden, unseren Job und unsere Arbeitsumgebung genießen können und eine angemessene Ausbildung erhalten, um erfolgreich sein zu können.

Ich erkenne jetzt, dass die Entlassung nach weniger als einer Woche Beschäftigung ein Glücksfall war. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass nicht jede Gelegenheit eine gute Gelegenheit ist. Aber noch wichtiger sind der Schutz meiner mentalen Gesundheit und dass Arbeitgeber den Wert in mir erkennen – das ist mir wichtiger als Geld zu verdienen.

Während die älteren Generationen sich vielleicht mit toxischen Arbeitsumgebungen abgefunden haben, setzen wir uns für uns selbst ein und geben nicht nach.

Ich bin mehr als bereit, konstruktive Kritik anzunehmen, solange das Feedback nicht in Degradierung und Respektlosigkeit übergeht. Die Arbeitswelt verändert sich ständig, und Arbeitgeber müssen offen für Flexibilität, Wachstum und Veränderung sein.

Gen Z weiß, dass es für uns einen besseren Ort gibt, wenn wir nicht bekommen, was wir uns von einem Job erhoffen – deshalb arbeite ich jetzt in einer renommierten Werbeagentur, die mich respektiert, für die Förderung der mentalen Gesundheit eintritt und eine spaßige und angenehme Arbeitsumgebung schafft.

Als Mitarbeiter liegt es nicht an mir, wenn ein Chef nicht lernen oder flexibel sein will. Ich kann einem Chef nicht beim Wachsen helfen, und ich kann mich in einer toxischen Umgebung nicht weiterentwickeln, oder?

Lest den Originalartiekl auf Business Insider