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So hart kontrolliert die US-Großbank Wells Fargo, ob Mitarbeiter im Home Office wirklich arbeiten – es gab schon Kündigungen

Immer unter Beobachtung – auch im eigenen Zuhause. Programme zur Überwachung von Mitarbeitern boomen in den USA - Copyright: picture alliance / Westend61 | Vasily Pindyurin
Immer unter Beobachtung – auch im eigenen Zuhause. Programme zur Überwachung von Mitarbeitern boomen in den USA - Copyright: picture alliance / Westend61 | Vasily Pindyurin

Mit Beginn der Corona-Pandemie musste alles schnell gehen. Um die Gesundheit nicht zu gefährden und eine Ansteckung zu vermeiden, haben Unternehmen ihre Angestellten erst einmal nach Hause geschickt. Aber mit dem Home Office während der Lockdowns hat auch die Arbeitsplatzüberwachung mancherorts zugenommen. Eine Entwicklung, die offenbar bis heute anhält.

So berichten die „Financial Times“ und Bloomberg, dass die US-Großbank Wells Fargo im vergangenen Monat gut ein Dutzend Angestellte entlassen hat. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten „Aktivität an der Computertastatur simuliert“, um den Eindruck zu erwecken, dass sie arbeiten.

Diese Verfehlungen sind in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, nachdem die Bank sie der US-amerikanischen Wertpapieraufsichtsbehörde Finra gemeldet hatte. Das geht aus Unterlagen hervor, über die auch das Manager Magazin berichtet. Alle gekündigten Mitarbeiter haben demnach in Investment- und Vermögensverwaltungsabteilungen der Bank gearbeitet.

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Viele der Angestellten waren erst in den vergangenen zwei Jahren eingestellt worden. Einzelne seien aber schon länger als sieben Jahre bei der Bank beschäftigt. Wie genau die Beschäftigten eine Tätigkeit „vortäuschten“, ist unklar. Aus den Finra-Unterlagen geht nicht hervor, ob sie dazu einen Firmenrechner oder privaten Computer benutzten, heißt es in den Berichten.

So hart gehen andere Banken vor

Es ist kein Geheimnis, dass sich nach der Pandemie viele Unternehmen darum bemühen, ihre Mitarbeiter wieder dauerhaft ins Büro zurückzuholen. Das trifft vor allem auch auf Banken zu. Das zum Beispiel das Personalberatungsunternehmen „Scoop" vor einigen Monaten eine Umfrage zu diesem Thema gemacht. Diese hat ergeben, dass 82 Prozent der großen Finanzunternehmen hybride Arbeitsvereinbarungen beibehalten hatten. Dazu gehört offenbar auch Wells Fargo, sodass deren Beschäftigte im Schnitt an zwei Tagen der Woche im Home Office arbeiten durften.

Hybride Regelungen scheinen allerdings nicht allen zu passen. So setzten eine Reihe von Banken in den vergangenen Monaten ihre Beschäftigten mal mehr und mal weniger unter Druck, um ihre Rückkehr ins Büro zu erzwingen. Die Bank of America etwa drohte den Angestellten mit Disziplinarmaßnahmen, wenn sie nicht die vereinbarte Zahl an Arbeitstagen im Büro erscheinen würden.

Goldman Sachs wiederum nahm jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Beginn des Jahres die Möglichkeit, im Home Office ihre Mahlzeiten als Spesen abzurechnen. Barclays und Citigroup wiederum teilten zahlreichen Beschäftigten am Ende vergangenen Monats mit, dass sie ab Juni wieder fünf Tage die Woche im Büro erscheinen müssten.

Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Home Office bleiben dürfen, sieht es allerdings nicht zwangsläufig besser aus. Denn: Um die Arbeitszeit im heimischen Büro zu kontrollieren, setzen mittlerweile viele Unternehmen auf automatisierte Systeme ein. Diese sollen die Aktivität am Computer fortwährend erfassen. In der EU sind sie (noch) verboten, in den USA erfahren sie aber gerade einen echten Boom.

Immerhin: Diese Kontrollen lassen sich offenbar umgehen. So gibt es mechanische Apparaturen, die die Maus ständig bewegen. Außerdem können einzelne Softwarelösungen komplexe Tätigkeiten wie das Versenden von E-Mails vortäuschen. Damit allerdings lassen sich wohl in erster Linie relativ einfache Überwachungssysteme überlisten.