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Mit Aumio sollen Kinder zur Gelassenheit finden

Marco Weimer
·Lesedauer: 3 Min.
Das Team des Berliner Health-Startups Aumio, dass die Kinder-App entwickelt hat: Simon Senkl, Felix Noller, Tilman Wiewinner, Teresa Weicken, Jean Ochel, Steffen Scherf (v.l.n.r.)
Das Team des Berliner Health-Startups Aumio, dass die Kinder-App entwickelt hat: Simon Senkl, Felix Noller, Tilman Wiewinner, Teresa Weicken, Jean Ochel, Steffen Scherf (v.l.n.r.)

Der Artikel ist am 29. Oktober 2020 erschienen und wurde aufgrund des Auftritts in "Die Höhle der Löwen" aktualisiert.

Die Corona-Krise belastet nicht nur Unternehmen, sondern auch die Familien der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Schlafstörungen, Stress und Konzentrationsprobleme sind die Folge. Eine gängige Methode, um dem entgegenzuwirken, sind Achtsamkeitstechniken: Meditation, Yoga oder Atemübungen. Aber was können Kinder tun? Ein Berliner Startup hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine App zu entwickeln, um Angststörungen, Aufmerksamkeitsprobleme und andere psychische Leiden spielerisch anzugehen.

Die vier Gründer Jean Ochel, Tilman Wiewinner, Felix Noller und Simon Senkl haben Aumio gegen Ende ihrer Studienzeit an der Freien Universität Berlin konzipiert. Mehrere Forschungsarbeiten der Psychoinformatik seien in die Gestaltung eingeflossen, sagt Wiewinner im Gespräch mit Gründerszene. Nach einem ersten Exist-Stipendium folgte ein Aufenthalt im Leipziger Spinlab-Accelerator, im März 2020 wurde gegründet. Die App ist seit Mai 2020 kostenlos verfügbar und richtet sich an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Etwa 20.000 Downloads und 8.000 aktive Nutzerinnen und Nutzer hat das Startup derzeit nach eigenen Angaben zu verzeichnen.

„Unser Ziel ist nicht bloß das Konzept Meditation kindgerecht zu machen“, sagt Aumio-Mitgründer Wiewinner. Achtsamkeitstechniken sollten mit Übungen aus der kognitiven Verhaltensforschung und kindgerechten Geschichten verbunden werden. Und zwar als Ergänzung zur Therapie oder wenn es in der Schule keine Betreuung gibt. „Wir wollen Kinder spielerisch auf die Reise mitnehmen, so ähnlich wie beim Kleinen Prinz. Die Übungen sind immer nur ein Teil davon“, so Wiewinner. Das Onboarding machen die Eltern, sucht man nach Themen wie „Wutausbrüche“, „Schüchternheit“ oder „Schlafprobleme“ werden einem passende Kurse vorgeschlagen. Danach können Kinder sich mit den spielähnlichen Kursen beschäftigen.

Krankenkasse soll App-Nutzung zahlen

Die Idee war anfänglich, Kindern zu helfen, denen die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) diagnostiziert wurde. Die ersten drei Kurse sind auf die Kernsymptome Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit ausgerichtet. Momentan bietet das Startup zehn Kurse an und will das Angebot monatlich um bis zu zwei neue Kurse ausbauen. „Wir sehen ein steigendes Interesse an Aumio durch Corona. Durch die Digitalisierung des Schulalltags steigt zudem die Akzeptanz für Lern-Apps“, sagt Wiewinner. Die App bietet unter anderem einen Kurs, der speziell auf die Homeoffice-Situation angepasst ist, wie man mit Enge zuhause umgeht.

Bei der App handelt es sich um ein Freemium-Modell. Das heißt, bestimmte Inhalte sind nur gegen ein Abo abrufbar. Das Jahresabo kostet regulär 49,99 Euro, die monatliche Version 7,99 Euro. Es umfasst unter anderem 20 Stunden Meditationen, Yoga, und Einschlafgeschichten sowie 30 Achtsamkeitsübungen. Mittlerweile gibt es das Angebot auch auf Englisch.

Das Startup strebt eine Zusammenarbeit mit Krankenkassen an. „Wir wollen die App als ein Medizinprodukt zertifizieren lassen“, so der Gründer. Außerdem sind Präventionskurse geplant, die von der Krankenkasse erstattet werden könnten.

Auf dem Markt sind bereits einige Meditations- und Achtsamkeits-Apps verfügbar. Das wohl bekannteste Beispiel ist das millionenfinanzierte Startup Headspace. Im Bereich Kinder-Meditation ist auch die App Buddhaboo vertreten, die jedoch keinen therapeutischen Ansatz verfolgt.

Ende 2020 hat das Startup eine hohe sechsstellige Seed-Finanzierung vom Frühphasen-Investor Capacura und der BACB Beteiligungsgesellschaft abgeschlossen. Bei der aktuellen Staffel von „Die Höhle der Löwen“ pitcht Aumio um 150.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.