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ANALYSE: UBS sieht für Kapitalgüterbranche noch erhebliche Abwärtsrisiken

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank UBS sieht für den europäischen Kapitalgütersektor beträchtliche Abwärtsrisiken von bis zu 50 Prozent. Die Coronavirus-Krise sowie der jüngste Ölpreis-Einbruch hätten den Aktien aus dieser Branche einen Einbruch von rund 20 Prozent eingebrockt, schrieb Analyst Guillermo Peigneux Lojo in einer am Dienstag vorliegenden Studie.

Besonders heftig habe es Aktien mittelgroßer sowie prozyklischer Unternehmen getroffen, deren Margen im Sektor unterdurchschnittlich seien. 55 Milliarden Euro an Börsenwert sei vernichtet worden. Damit "preist der Markt für 2020 Umsatzrückgänge von bis zu 30 Prozent ein und keine Erholung im Jahr 2021".

Der UBS-Analyst sieht infolge der jüngsten Schocks sowohl direkte als auch indirekte Risiken. So sei das Ausmaß wesentlich, mit dem die Branche in China engagiert sei, aber auch in Europa und auch im Öl- und Gas-Bereich. Zwar sei es noch zu früh, den Einfluss der verschiedenen Variablen zu bemessen, doch der sofortige negative Einfluss auf die Branchenaktivität sei klar hervorgetreten.

Peigneux Lojo sieht daher großen Bedarf an verlässlichen, breit aufgestellten und lokalen Angebotsketten. Die Abhängigkeit von einzelnen großen Drehkreuzen müsse geringer werden. Zudem rücke, falls die Ölpreiskorrektur strukturell werde, die Debatte über günstigere fossile Brennstoffe versus Erneuerbare Energien wieder in den Fokus. Zugleich müssten dabei jedoch auch die Umweltbedenken im Auge behalten werden.

Der Analyst untersuchte das Risiko für Bewertungsverluste basierend auf der aktuellen Bewertung im Vergleich zum Tief während der Finanzkrisenjahre 2008/09. Dabei sah er sich von Unternehmen zu Unternehmen das Verhältnis des Firmenwerts zu dessen Umsätzen an. Zunehmende Marktrisiken, so schlussfolgert er, machten die Unternehmen besonders anfällig für weitere Bewertungsabschläge. Unter den deutschen Aktien hält er diesbezüglich vor allem das Papier des Maschinenbauers Dürr für gefährdet.

Siemens <DE0007236101> indes hält Peigneux Lojo unter den deutschen Werten für am wenigsten gefährdet. Auch für Rheinmetall <DE0007030009>, Kion <DE000KGX8881> und Krones <DE0006335003> bekräftigte er seine Kaufempfehlung.

Mit der Einstufung "Buy" geht die UBS davon aus, dass die Gesamtrendite der Aktie (Kursgewinn plus Dividende) auf Sicht von zwölf Monaten um mindestens sechs Prozent über der von der UBS erwarteten Marktrendite liegt./ck/la/fba

Analysierendes Institut UBS.

Veröffentlichung der Original-Studie: 09.03.2020 / 12:47 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 09.03.2020 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / GMT