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Wegen Preisbremse für russisches Öl: Vor der Türkei stauen sich Tanker, weil Ankara Versicherungsunterlagen verlangt

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. - Copyright: TIMOTHY A. CLARY/ Getty Images
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. - Copyright: TIMOTHY A. CLARY/ Getty Images

Die Preisobergrenze der Europäischen Union für russisches Öl ist am Montag in Kraft getreten und führt bereits jetzt zu Störungen im Schiffsverkehr. Öltanker stauen sich vor der türkischen Küste an, da die Behörden in Ankara einen Nachweis verlangen, dass die Schiffe vollständig versichert sind, berichtet die „Financial Times“. Die Anhäufung von Öltankern kommt genau zu dem Zeitpunkt, an dem die EU eine Preisobergrenze von 60 US-Dollar, also 57 Euro, pro Barrel für russisches Rohöl in Kraft gesetzt hat.

90 Prozent der weltweiten Schiffsversicherungen werden von einer Gruppe angeboten, die größtenteils in Europa ansässig sind. Der Plan ist es also, die Öleinnahmen Russlands durch eine Begrenzung des Versicherungsschutzes einzudämmen. Denn nur Schiffe, deren Ladung unter der EU-Preisgrenze liegt, haben Zugang zu westlichen Seeversicherungen.

Die türkische Regierung will jedoch den vollen Versicherungsschutz für die Schiffe. Das hat bisher zu einem Stau mit 19 Rohöltankern geführt. Diese warten darauf, türkische Gewässer zu durchqueren, berichtet die „Financial Times", unter Berufung auf Schiffsmakler, Ölhändler und Diensten, die Satellitenvideos durchführen.

Die türkische Regierung beharrt auf eine Dokumentation des Versicherungsschutzes

In einer am 16. November herausgegebenen Mitteilung besteht die türkische Regierung „unter allen Umständen" auf einer Dokumentation des Versicherungsschutzes für Schiffe. Selbst dann, wenn die Schiffe „wissentlich und absichtlich oder unwissentlich und unabsichtlich" gegen Sanktionen verstoßen. So heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung von Gard, einem norwegischen Schiffsversicherer, der die Hälfte der weltweiten Handelsflotten versichert.

Die International Group of P&I Clubs, ein Schutz- und Entschädigungsanbieter, hat allerdings nach einer Prüfung festgestellt, dass sie Schiffen „kein solches Schreiben ausstellen sollte", da diese Anforderungen den Rahmen eines regulären Einreiseschreibens sprengen.

„Die Ausstellung eines Bestätigungsschreibens unter diesen Umständen würde bedeuten, dass sie gegen die Sanktionen nach dem EU-, UK- und US-Recht verstoßen würden", heißt es in der Erklärung. Die International Group of P&I Clubs verhandelt derzeit mit der türkischen Regierung.

Diese Auseinandersetzung hat wiederum Auswirkungen auf den Verkehr in den türkischen Meerengen Bosporus und Dardanellen, die die Exporte aus den Häfen im russischen Schwarzmeer mit den Weltmärkten verbinden. Das erste Schiff, das an diesem Ort ankommt, wartet seit dem 29. November, berichtet die „Financial Times“.

Russlands Reaktion auf die Preisobergrenze

Das türkische Ministerium für Verkehr und Infrastruktur reagierte nicht sofort auf eine Anfrage von Business Insider. Der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Novak bezeichnete die Preisobergrenze als „Einmischung", die zu einer „Destabilisierung und Verknappung der Energieressourcen und Verringerung der Investitionen" auf dem Markt führen könnte, wie die staatliche Nachrichtenagentur „TASS“ berichtete. „Es könnte nicht nur auf Öl, sondern auch auf andere Produkte auf dem Markt angewendet werden, und zwar nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen andere Länder", sagte Novak am Sonntag.

Die US-amerikanischen Intermediate-Öl-Futures lagen am Montag um 22:14 Uhr, mitteleuropäischer Zeit, um 0,8 Prozent höher bei 77,55 US-Dollar (74 Euro) pro Barrel, während die internationalen Brent-Rohöl-Futures um 0,8 Prozent höher bei 83,36 US-Dollar (79 EUro) pro Barrel lagen.

Dieser Artikel wurde von Zoe Brunner aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.