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Trotz aller Sanktionen: Deutsche Exporte nach Russland steigen im November um zwölf Prozent auf 1,2 Milliarden Euro

Eigentlich hat der Westen strenge Sanktionen für den Handel mit und aus Russland verhängt. Doch noch immer exportieren deutsche Firmen nach Russland. - Copyright: Getty Images
Eigentlich hat der Westen strenge Sanktionen für den Handel mit und aus Russland verhängt. Doch noch immer exportieren deutsche Firmen nach Russland. - Copyright: Getty Images

Nach Russlands Überfall auf die Ukraine hat der Westen umfangreiche Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Deutschland hat sich diesen Sanktionen in vollem Umfang angeschlossen. Zum Erliegen gekommen ist der deutsche Handel mit Russland aber bei nicht.

Im November nahmen die deutschen Exporte nach Russland sogar um 12,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Die deutschen Importe aus Russland schrumpften im November dagegen weiter um 12,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Deutschland importiert damit dem Wert nach weiterhin mehr Güter aus Russland als es liefert.

Ein anderes Bild ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr. Im November 2022 waren die Exporte deutscher Unternehmen nach Russland um 52,9 Prozent niedriger als im November 2021. In den ersten elf Monaten des Kriegsjahres 2022 exportierte Deutschland Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro nach Russland. Dies waren 42,2 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Wieder anders sieht es bei den Importen aus. Deutschland bezog in den ersten elf Monaten 2022 aus Russland waren im Wert von 33,7 Milliarden Euro. Das waren sogar 13,1 Prozent mehr als zum gleichen Zeitraum 2021. Deutschland hat 2022 bereits ohne den Dezember damit auch mehr Geld für Importe an Russland gezahlt als im gesamten Jahr 2021. Das liegt an den stark gestiegenen Preisen für Energie wie Gas. Öl und Kohle, die Deutschland in den ersten Monaten nach Beginn des Ukraine-Feldzugs immer noch aus Russland bezog. Inzwischen hat Russland die Gaslieferungen an Deutschland eingestellt. Deutschland verzichtet seinerseits auf Kohle und Öl aus Russland.

Russland ist damit insgesamt kein wichtiger Handelspartner mehr für Deutschland. In der Rangliste der wichtigsten Zielländer deutscher Exporte außerhalb der Europäischen Union ist Russland vom fünften auf den zwölften Rang abgestürzt.

Deutsche Unternehmen können nach Russland nur noch solche Waren ausführen, die nicht unter die Sanktionen fallen. Dazu gehören zum Beispiel Arzneimittel. Im Sommer hatten pharmazeutische Produkte etwa 40 Prozent der Exporte ausgemacht. Es folgten als größere Kategorien ‚Maschinen, Apparate, mechanische Geräte, Optische, fotografische Erzeugnisse‘, Kraftfahrzeuge und Landfahrzeuge, Kunststoffe und Waren daraus sowie Elektrotechnische Erzeugnisse mit jeweils weniger als zezn Prozent Anteil.

Die Sanktionen des Westens sollen Russland doppelt treffen. Sie sollen verhindern, dass Güter, die für die Kriegsführung wichtig oder hilfreich sein, an Russland geliefert werden. Und sie sollen Russland einen wirtschaftlichen Preis für den Angriff auf die Ukraine auferlegen. Auf der anderen Seite treffen die Sanktionen in Deutschland neben großen Konzernen auch viele kleine und mittlere Unternehmen, deren Geschäft nicht selten zu einem erheblichen Teil mit Russland bestand.