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Traumjob ergattert und trotzdem unglücklich? Diese vier Faktoren sind für den Sinn im Berufsleben wirklich wichtig

Ihr wolltet den Traumjob immer haben und wo ihr ihn jetzt habt, seid ihr doch unglücklich? (Symbolbild) - Copyright: getty images
Ihr wolltet den Traumjob immer haben und wo ihr ihn jetzt habt, seid ihr doch unglücklich? (Symbolbild) - Copyright: getty images

Jeden Morgen glücklich an die Arbeit gehen, ach, wäre das schön. Traumjobs sollen nicht weniger bieten als die absolute Erfüllung. Bei einer Befragung des Branchenverbands der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, Bitkom, gaben 94 Prozent der Menschen an, sich einen sinnstiftenden Beruf zu wünschen. „Wir sind auf dem Weg von einer Wissens- in eine Sinnsuchergesellschaft“, sagt die Management-Beraterin Anja Niekerken. Für ihr Buch „Im nächsten Leben mach ich was Sinnvolles“ (erschienen im Knaur Verlag) hat sie sich auf die Suche nach dem Sinn im Berufsleben gemacht. „Sinnsuche ist ein Luxusphänomen“, schreibt Niekerken. Man muss sie sich leisten können. Aber immer mehr Menschen können genau das. Vor allem am Beginn ihrer Karriere.

Aus unternehmerischer Perspektive ist das großartig. Denn Jobs mit Sinn sollen maximal motivieren. Wer Sinn in seinem Job sieht, der hängt sich rein, schließlich streben alle gemeinsam nach einem großen Ziel. Das kann sich dann so gut anfühlen, dass der Sinn sogar die Vergütung schlägt. Suchen wir im Netz nach einem „Job mit Sinn“, dann finden wir vor allem Stellen in Branchen, die traditionell eher nicht so gut bezahlt sind. Gutes Tun fühlt sich sinnvoll an. Auf die Dauer brauchen wir aber mehr, argumentiert Niekerken. Wer einen Job mit Sinn sucht, der sucht nach Resonanz, Selbstwirksamkeit, Kreativität und Identität.

Wonach wir wirklich suchen, wenn wir Sinn suchen

Sinn suchen wir also nicht nur im Außen, in dem, was wir selbst tun können. Sinn suchen wir auch in dem, was ein Job für uns tut und was wir gemeinsam mit anderen füreinander tun. Diese ehrliche Erkenntnis ist wichtig, um ein Unternehmen daran zu messen, wie viel Sinn es stiften kann. Das sind die entscheidenden Faktoren:

Resonanz. „Es tut uns gut, wenn wir spüren, dass wir mit anderen verbunden sind“, schreibt Niekerken. Resonanz bedeutet, dass wir hören und gehört werden, dass wir uns mit anderen Menschen aufeinander einstellen. Wir schwingen gemeinsam, wie Musikinstrumente oder Stimmen eines Chors. Um dieses Bedürfnis zu erfüllen, rät Niekerken vor allem zu aufmerksamem Umgang miteinander: „Wir müssen darauf achten, dass wir Resonanz nicht verhindern, indem wir technische Filter vor unsere Kommunikation schalten“, schreibt sie. Wer andere Menschen spüren will, der müsse sich trauen, sie auch an sich heranzulassen. Nur, wenn wir uns direkter Kommunikation stellen, können wir Resonanz spüren. Das fühlt sich zwar weniger sicher an. Aber dafür viel echter.

Selbstwirksamkeit. Das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung hat der Psychologe Albert Bandura 1977 vorgestellt. Selbstwirksamkeit empfinden Menschen, wenn sie davon ausgehen, dass das, was sie tun, etwas bewirkt. Selbstwirksamkeitserwartung macht uns stärker. Wir sind bereit, Herausforderungen anzunehmen – und wir werden sie mit größerer Wahrscheinlichkeit auch meistern. Niekerken schreibt über Selbstwirksamkeit im Job: „Wir gehören zu etwas dazu, zur Gruppe der arbeitenden Menschen, die unsere Gesellschaft prägt.“ Am Gefühl der Selbstwirksamkeit können wir arbeiten. Niekerken rät dazu, selbst aktiv zu werden, um mehr positive Erfahrungen zu schaffen.

Kreativität. „Jeder Mensch möchte sich einbringen, möchte gestalten und seine Kreativität entfalten“, schreibt Niekerken. Es geht darum, Neues zu erschaffen oder zu entdecken. Es geht darum, Ideen umzusetzen, zu gestalten und die eigene Expertise einzusetzen, um Bestehendes weiterzuentwickeln. In Unternehmen kann es manchmal schwierig sein, eigene Ideen voranzutreiben. Vielleicht, weil es kein gutes Ideenmanagement gibt oder die Vorgesetzten nicht gut mit dem umgehen, was ihre Team-Mitglieder mitbringen. Niekerken sagt: „Im ersten Schritt geht es doch gar nicht um die tatsächliche Veränderung. Es geht darum, kreativ seinen Kopf zu benutzen“, sei es bei der Entwicklung von Strategien oder nur der Gestaltung des eigenen Arbeitsplatzes. Am Denken kann niemand gehindert werden.

Identität. Wir würden uns gern aussuchen, wer wir selbst sind. Aber so einfach ist es leider nicht. Denn das Selbstbild formen wir auch mit dem, was wir im Job tun. Niekerken schreibt über die Identität: "Ob wir uns in unserem Job entfalten können und wie wir uns einbringen können und dürfen, greift tief in unser Gefühlsleben ein." Niekerken nennt das Beispiel des Mitarbeiters eines Chemiekonzerns, der sich innerlich mit Zweifeln trägt, weil seine Firma Wasser verschmutzt. Das Gehirn versuche dann, die Identitäten zu trennen. Der Job ist aber Niekerken zufolge aber ein so bedeutender Teil unserer Identität, dass es ganz normal sei, dass wir zum Beispiel auf Partys zuerst danach fragen. Und: "Übrigens sind wir ziemlich angefasst, wenn wir jemanden nach seinem Tun befragen, dieser im Gegenzug aber nicht wissen will, was wir so machen."

Wir können Sinn stiften – anderen und auch uns selbst

Gemeinsam ist diesen Faktoren, dass wir sie selbst in der Hand haben. Niekerken rät dazu, sich bei akuter Job-Unlust mal wieder daran zu erinnern, warum jemand seinen Job überhaupt ergriffen hat. Wir können eigenverantwortlich unser Glück im Job in die Hand nehmen – und damit Sinn schaffen. Und praktischerweise ist es dafür in vielen Fällen gar nicht nötig, den Job zu wechseln oder gleich die ganze Branche. Aber aufstehen und etwas tun, das muss tatsächlich sein.

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