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Studieren und Geld verdienen: Diese Vorteile bietet ein duales Studium

Ulrike Bartholomäus
·Lesedauer: 4 Min.

Rund 1.000 Euro brauchen Studierende pro Monat, um die oft überteuerten WG-Zimmer oder Appartements in Städten sowie ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. In beliebten Städten kostet ein 20 bis 25 qm großes Zimmer schon mal 500 bis 550 Euro. Das muss man sich erst einmal leisten können. „Auf ein solches Angebot haben sich in Berlin mehr als 135 Interessenten beworben“, berichtet ein Jurastudent, der anonym bleiben möchte, und völlig frustriert ist nach vierwöchiger Suche.

Hinzu kommt, dass sich viele Schulabgänger schwertun mit dem selbstständigen Lernen an der Hochschule oder Universität. Kaum eingeschrieben im September, prasseln Ende Oktober schon etliche Klausuren auf die Erstis ein. Fast jeder dritte Studierende bricht wohl auch aus diesem Grund das Studium nach kurzer Zeit wieder ab.

Nicht verwunderlich, dass in den letzten Jahren ein Konzept immer beliebter geworden ist: Studieren und gleichzeitig Geld verdienen. Das duale Studium erlaubt es Studierenden, bei einem Betrieb zu lernen und gleichzeitig eine Hochschule zu besuchen. Wer so einen dualen Bachelor absolviert, wechselt zwischen Studium und Praxis hin und her. Zum Beispiel bei der Frankfurter Volksbank, die ein dreijähriges duales Studium „Wirtschaftsinformatik“ anbietet.

Dort folgen auf zwei Monate praktische Ausbildung zwei Monate Studium. In Seminaren für die Grundlagen lernen die Studierenden etwas, das sie dann zwei Monate später bereits im Joballtag anwenden können: im Kundenservice, im Privat- und Firmenkundenbereich.

Die Lebenshaltungskosten sind gedeckt

Wirtschaftsmathematik, Programmieren, General Management, Accounting, Business Englisch stehen bei diesem dualen Studiengang genauso auf dem Programm wie IT-Projektmanagement oder Digital Finance. Voraussetzung für die Bewerbung ist mindestens ein gutes Fachabitur. Eine Hürde könnten die sehr guten Noten in Mathematik bereiten, über die erfahrungsgemäß wenige Schulabgänger verfügen.

Im ersten Studienjahr gibt es 1.230 Euro, im dritten bereits 1.340 Euro. Die Studierenden erhalten 13 Jahresgehälter, 80 Euro Miet- und Fahrtkostenzuschuss, 40 Euro vermögenswirksamen Leistungen sowie einmalig 200 Euro Zuschuss für Präventionskurse. Ebenfalls übernimmt die Bank die Studiengebühren. Das attraktive Paket hat also einen Gegenwert von circa jährlich 18.000 bis 19.600, je nach Semestergebühr und Studienjahr. Im Gegensatz zum Bafög muss diese Summe am Ende nicht zurückgezahlt werden.

Die Studierenden erwerben hier sowohl Wissen als auch Praxiserfahrung durch die bankinterne Ausbildung der Frankfurter Volksbank. "Die Absolventen werden sehr gerne später von den Betrieben genommen, da sie schon Erfahrungen mit Kollegen und Kunden gesammelt haben", erzählt Heide Schönhofer (Name geändert, der Redaktion aber bekannt) aus Frankfurt, Mutter des 17-jährigen Fabian. Sie rät ihrem Sohn zu einem dualen Studium. "Ich möchte, dass er gleich nach der Schule mit der Praxis anfängt", sagt sie.

Die feste Struktur hilft vielen Studierenden beim Lernen

Durch die festen Strukturen eines Unternehmens fällt es vielen leichter, ihren Lernstoff in verdauliche Häppchen einzuteilen. Denn ein Hauptproblem von Studierenden ist nach wie vor die Aufschieberitis. Wenn die Motivation gegen null sinkt, scheitern die von der sogenannten Prokrastination Betroffenen häufig an den üblichen Hürden wie einer Klausur oder Hausarbeit, weil sie schlecht vorbereitet sind.

Im dualen Studium betreuen Fachleute der Personalabteilung die Studierenden im Bachelorstudium, die sich genauestens mit den Problemen der jungen Menschen auskennen und ihnen frühzeitig gezielt helfen können. So fällt den meisten die Schritte in die Selbstständigkeit leichter.

Auch Behörden bieten ein duales Studium an, so zum Beispiel der Verfassungsschutz mit seinen Standorten in Berlin und Köln. Dort können Interessenten studieren und lernen und einen Bachelor-Abschluss erwerben, zum Beispiel im Bereich des gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienstes oder in Verwaltungsinformatik.

Im Bereich IT und Cyber-Sicherheit hat man später beste Chancen

Eine Studentin berichte auf der Homepage des Verfassungsschutzes: „Einen klassischen Alltag gibt es nicht und genau das macht es auch besonders spannend. Das Studium besteht aus einer Kombination von Theorie- und Praxisphasen. (...) Es folgt das Hauptstudium, in dem ich speziell auf die Arbeit beim Inlandsnachrichtendienst vorbereitet werde. Außerdem stehen weitere Praktika, etwa bei Landesämtern für Verfassungsschutz, auf dem Programm.“

Wer einen Master „Cyber-Sicherheit“ anstrebt, erhält beim Verfassungsschutz dazu eine Chance, benötigt dazu aber einen akademischen Abschluss der Informatik, Elektrotechnik oder Nachrichtentechnik. Als Eintrittskriterium die Abschlussnote von mindestens 3,0 zu schaffen, sollte für viele Bewerber keine große Hürde sein. Das Studium dauert ein Jahr und neun Monate und findet an der Universität der Bundeswehr in München statt. Die Studierenden erhalten das Grundgehalt einer vollen Stelle, der Arbeitgeber übernimmt außerdem die Studiengebühren für die Dauer des Masterstudiengangs.

Im Bereich IT und Cyber-Sicherheit ist die Suche nach Kandidaten derart schwierig, dass der Verfassungsschutz seine Masterstudenten im Prinzip bereits voll bezahlt, um sie akademisch und praktisch für den höheren Dienst auszubilden. Da in Zukunft die Sicherheit von Netzwerken immer mehr Spezialisten benötigt, ist dies ein Job, in dem die Absolventen wohl nie nach Jobs suchen müssen — sondern zwischen den verschiedenen Angeboten auswählen können.

Statt rund 20.000 Euro für einen Master auszugeben, verdienen die Studierenden in diesem Bereich bereits ihr erstes Gehalt. Und sie haben einen Arbeitgeber, der eine hohes Interesse daran hat, die Absolventen langfristig zu halten.