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Vom Studienabbrecher zum CEO: Wie Aki Reinke zum Chef der Union Investment aufstieg

Für mehr als 400 Milliarden Euro verantwortlich: Ex-Wasserball-Profi und Union-Investment-CEO Aki Reinke.  - Copyright: picture alliance / greatif | Florian Gaul, imageBROKER | Schoening / Collage: Falco Konitzki
Für mehr als 400 Milliarden Euro verantwortlich: Ex-Wasserball-Profi und Union-Investment-CEO Aki Reinke. - Copyright: picture alliance / greatif | Florian Gaul, imageBROKER | Schoening / Collage: Falco Konitzki

Als Hans Joachim Reinke, von allen nur „Aki“ genannt, 1991 seine Karriere bei der Union Investment startete, wurde er vom damaligen CEO gefragt: „Was wollen Sie werden?“. Reinkes Antwort: „Ihr Nachfolger.“

Das sei „dumm und naiv“ gewesen, sagt der mittlerweile 61-Jährige im Gespräch mit Business Insider. „Ich hatte eine große Klappe.“ Demut hätte ihm besser zu Gesicht gestanden. Dennoch sollte er letztlich Recht gehabt haben: Knapp zwei Jahrzehnte später erfüllte sich seine damalige Vorhersage, als Reinke zum Vorstandsvorsitzenden der Union Investment aufstieg.

Die Union Investment ist eine der größten Fondsgesellschaften Deutschlands. Das Unternehmen verwaltet Geld von Privatpersonen, Firmen und institutionelle Kunden. Unter Reinkes Führung verantwortet das Unternehmen ein Vermögen von über 430 Milliarden Euro.

Wie hat Reinke es zum CEO geschafft?

Die Finanztürme Frankfurts. Links das Union-Investment-Gebäude. - Copyright: picture alliance | Bastian Kienitz
Die Finanztürme Frankfurts. Links das Union-Investment-Gebäude. - Copyright: picture alliance | Bastian Kienitz

Zwei Dinge haben Reinke in seinem Leben geprägt, wie er erzählt. „Mein Vater ist gestorben, als ich sechs Jahre alt war“, so Reinke. Aufgewachsen mit einer alleinerziehenden Mutter und zwei älteren Brüdern, lernte er früh, sich durchzusetzen. „Wenn du der jüngste von drei Brüdern bist, dann musst du kämpfen lernen.“

Neben dem familiären Umfeld war es vor allem der Wasserball, der Reinkes Kampfgeist schärfte: „Ich habe sehr früh angefangen, Wasserball zu spielen und es bis in die erste Bundesliga geschafft.“ Der Sport brachte ihm bei, wie essenziell Teamgeist und Disziplin sind – Werte, die er bis in seine Chefetage trug, wie er erzählt.

Vom Studienabbrecher zum CEO

Reinkes akademische Laufbahn begann mit einem Jurastudium, das er jedoch im dritten Semester abbrach. „Klar, kann man sagen, ich habe versagt. Aber ich habe die Lehre daraus gezogen“, sagt er heute. Der CEO würde immer raten, einen Weg abzubrechen, wenn er nicht passt. Es sei wichtig, sich einzugestehen, wenn man was nicht will oder nicht kann, so Reinke.

Sein Abbruch führte ihn zu seiner wahren Berufung: dem Bankwesen. Nach einem Praktikum bei der Volksbank Wachtberg entschied er sich für eine Ausbildung zum Bankkaufmann. In dieser Zeit, während Bonn noch Bundeshauptstadt war, sammelte er wertvolle Erfahrungen im Umgang mit einem „sehr interessanten“ Klientel aus Diplomaten und Bundestagsabgeordneten. „Es war richtig viel Geld da“, erinnert sich Reinke. 1990, nur drei Jahre später, leitete er die Vermögensberatung und später den gesamten Bereich Passivgeschäft in dieser Bank.

Nach etwa zwei Jahren wechselte er zur Union Investment – und arbeitete sich hoch. Zunächst startete er als Vertriebsberater und dann als Bezirksdirektor. Später wurde er Direktor, 2000 übernahm er die Leitung des Gesamtvertriebs. Im August 2001 wurde er Geschäftsführer der Union Investment Privatfonds GmbH und im Januar 2004 Mitglied des Vorstands der Union Asset Management Holding AG.

Am 1. Juli 2010 dann der bisherige Höhepunkt seiner Karriere: die Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden. Mitte Februar 2023 wurde sein Vertrag um drei Jahre verlängert, seine Ergebnisse können sich sehen lassen: Das verwaltete Vermögen der Union Investment hat sich seit Ende 2010 fast verdreifacht, der Gewinn ebenfalls.

Seine Tipps für eine erfolgreiche Karriere

Reinke betont, dass eine erfolgreiche Führungskraft vor allem durch hierarchiefreies Denken geprägt sei: „Es geht nicht um die meisten Schulterklappen, es zählt nur das bessere Argument“, so der CEO. Zudem sollte man fähig sein, Dinge schnell entscheiden zu können.

Reinkes Rat an junge Menschen: „Seid fleißig, stellt die richtigen Fragen. Es gibt eher blöde Antworten als schlechte Fragen. Und habt keine Angst. Habt Spaß bei eurer Arbeit, gesteht euch auch Misserfolge ein.“

Doch zum Erfolg gehört es auch, viel arbeiten zu können. Reinke scherzhaft: „Ich war früher so ein Fan der 40-Stunden-Woche, ich hab sie gleich zweimal gemacht.“ Und auch heute gehören lange Arbeitszeiten immer noch dazu. Gegen 8:00 Uhr ist Reinke meist am Arbeitsplatz. In der ersten Stunde beantwortet er Mails. Er könne „nichts auf seinem Schreibtisch” haben, bevor es mit Meetings mit dem Management-Team und anderen wichtigen Stakeholder losgeht. Im Schnitt arbeite er bis 20:00 Uhr. Heißt: Eine 60-Stunden-Woche ist Standard.