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Sparkassen-Tochter Deutsche Leasing hält Neugeschäft stabil trotz Hacker-Angriff

(Bloomberg) -- Der Hacker-Angriff auf die Deutsche Leasing hat zu Belastungen in Millionenhöhe geführt und darüber hinaus wochenlang Kapazitäten bei der Sparkassen-Tochter gebunden. Dennoch konnte sie das Neugeschäft stabil halten und das Ergebnis im abgeschlossenen Geschäftsjahr steigern.

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“Der Cyberangriff im Sommer hat uns einen mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrag für die Wiederherstellung der Systeme und Berater gekostet”, sagte Kai Ostermann, Chef der Deutschen Leasing, im Interview mit Bloomberg. “Im Kundengeschäft könnte uns zudem ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag, vielleicht um die 200 Millionen Euro, an Aufträgen verloren gegangen sein.” Genau lasse sich das aber nicht beziffern.

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Nach dem Hackerangriff war der Zugang zu den Systemen umgehend gekappt worden. Mitarbeiter wurden tagelang nach Hause geschickt. Später hieß es, einige Dokumente seien im Darknet aufgetaucht.

“Einige Bereiche und Systeme waren schon nach zwei Wochen wieder voll funktionsfähig. Bis jedoch alle Systeme wieder normal gearbeitet haben, hat es zwei, drei Monate gedauert”, sagte Ostermann. Es habe sich herausgestellt, dass nur die Windows-Anwendungen vom dem Angriff betroffen waren, nicht aber andere Systeme wie zum Beispiel SAP.

Ostermann zufolge sei kein Lösegeld an die Angreifer gezahlt worden, eine solche Forderung habe es auch nicht gegeben.

Die Deutsche Leasing ist längst nicht der einzige deutsche Finanzdienstleister, auf den es Cyber-Attacken gegeben hat. Andere prominente Opfer umfassen den Versicherer Die Haftpflichtkasse VVaG, bei der Daten entwendet wurden, und den LBBW-Miteigentümer Sparkassenverband Baden-Württemberg, bei dem es zu wochenlangen Einschränkungen kam.

Bei der Deutschen Leasing lag das Neugeschäft — trotz der Herausforderungen durch den Angriff — in dem im September zu Ende gegangenen Geschäftsjahr mit 10,1 Milliarden Euro nur etwas unter den 10,4 Milliarden Euro des Vorjahres, so Ostermann. Das wirtschaftliche Ergebnis bewegte sich mit 180 Millionen Euro leicht über der bisherigen Höchstmarke des Vorjahres von 177 Millionen Euro.

“Das stärkste Wachstum beim Neugeschäft verzeichneten wir im Segment Erneuerbare Energien und Netze”, sagte Ostermann. Dass das Neugeschäft im laufenden Jahr deutlich wachsen wird, glaube er nicht. “Schließlich ist unser Geschäft ein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft. Und bei der ist der Ausblick momentan ja doch sehr getrübt.“

Für eher gering hält er die Chance, den Personen hinter der Cyber-Attacke auf die Schliche zu kommen. Ostermann: “Wir haben Strafanzeige erstattet, aber es ist wohl nicht sehr realistisch, dass die Täter gefunden werden.”

(Neu: Andere Fälle von Cayberattacken)

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