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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Jobdaten und Corona-Pille befeuern Rekordjagd

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NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Aktienmärkte haben ihre jüngste Rekordserie am Freitag mit weiteren Gewinnen fortgesetzt. Positive Impulse lieferten vor allem der monatliche US-Arbeitsmarktbericht und die Aussicht, dass der Pharmakonzern Pfizer <US7170811035> im Kampf gegen die Corona-Pandemie über eine wirksame Pille verfügt.

Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg um etwa ein Prozent ging der Dow Jones Industrial <US2605661048> 0,56 Prozent höher bei 36 327,95 Punkten aus dem Handel. Er verbuchte damit einen Wochengewinn von 1,4 Prozent. Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> legte 0,37 Prozent auf 4697,53 Punkte zu. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> allerdings ließ es nach seiner besonders kräftigen Rally etwas ruhiger angehen. Mit 16 359,37 Punkten schloss er nur knapp mit 0,08 Prozent im Plus.

Im Großen und Ganzen war es förderlich, dass die US-Wirtschaft im Oktober mehr Arbeitsplätze geschaffen hat als erwartet. Börsianer sahen darin eine Bestätigung, dass die wirtschaftliche Erholung voranschreitet. "Der Beschäftigungsmotor läuft", kommentierte Bernd Krampen von der NordLB. Allerdings kamen im Verlauf auch Bedenken auf, dass die Stärke des Jobmarktes die US-Notenbank Fed in Zugzwang bringen könnte.

Die Nachricht, dass eine Pfizer-Pille die Gefahr einer notwendigen Krankenhauseinweisung oder eines Todes um 89 Prozent reduzieren soll, half dem Gesamtmarkt auch. Die Aktien des Pharmakonzerns schossen um 10,9 Prozent nach oben. Schwer traf es hingegen jene des Konkurrenten Merck & Co <US58933Y1055>, der kürzlich ähnliches vermeldet und seine Aktien auf Rekordjagd geschickt hatte. Gewinnmitnahmen ließen den Kurs hier um zehn Prozent einbrechen. Das Merck-Mittel soll das Risiko nur um etwa die Hälfte senken.

Darüber hinaus prägten Kursgewinne im Reise- und Freizeitsektor das Bild, aber auch einbrechende Aktien von Konzernen, die von speziellen Corona-Bedarfen profitiert hatten. Die Aktien der Impfstoff-Pioniere Biontech <US09075V1026> und Moderna <US60770K1079> setzten ihren freien Fall, den ein enttäuschendes Moderna-Absatzziel am Vortag ausgelöst hatte, mit einem weiteren Absturz um bis zu 21 Prozent fort. Anleger sorgten sich hier um die Nachfrage nach den Vakzinen, sobald es wirksame Medikamente gibt.

Im Reise- und Freizeitsektor fielen die Papiere von Fluggesellschaften positiv auf. Für die Aktien von American <US02376R1023>, United <US9100471096> und Delta Airlines <US2473617023> ging es zwischen 5,7 und 8,1 Prozent nach oben. Ein wirksames Medikament könne die Erholung der Luftfahrt stützen, so die These der Anleger. Auch die Papiere des Flugzeugbauers Boeing profitierten davon: Mit einem Anstieg um 5,4 Prozent waren sie der beste Dow-Wert.

Positiv wirkten sich in der Reisebranche insgesamt aber auch starke Quartalszahlen des Reiseportals Expedia <US30212P1057> und des Unterkünfte-Vermittlers Airbnb <US0090661010> aus. Deren Papiere rückten um 15,7 beziehungsweise 13 Prozent vor.

Nach dem Einbruch in der Corona-Pandemie erholt sich auch das Geschäft beim Taxi-Konkurrenten Uber <US90353T1007> weiter. Im dritten Quartal steigerte der Fahrdienstvermittler die Erlöse im Vorjahresvergleich deutlich. Auf bereinigter Basis schaffte er erstmals ein positives Betriebsergebnis. Anleger waren davon angetan, der Kurs legte 4,2 Prozent zu.

Beim Fitnessgeräte-Spezialisten Peloton <US70614W1009> dagegen ist der Corona-Boom endgültig vorbei. Die New Yorker Firma kappte die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr um bis zu eine Milliarde Dollar. Anleger reagierten schockiert und ließen die Aktie um mehr als ein Drittel abstürzen.

Ansonsten machte in New York noch der kleine Börsengang eines deutschen Unternehmens Schlagzeilen. Die Aktien von Mainz Biomed <NL0015000LC2> vervielfachten sich am ersten Handelstag in der Spitze bis auf 18 Dollar, nachdem sie zu 5 Dollar ausgegeben wurden. Am Ende wurden sie dann zu knapp 10 Dollar gehandelt. Das Mainzer Unternehmen ist auf Tests zur Darmkrebs-Vorsorge spezialisiert.

Der Euro <EU0009652759> erholte sich im Verlauf vom tiefsten Stand seit Juli 2020. Zuletzt wurden 1,1569 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs deutlich tiefer auf 1,1519 (Donnerstag: 1,1569) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8681 (0,8644) Euro.

US-Staatsanleihen haben am Freitag ins Plus gedreht. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) legte zuletzt um 0,39 Prozent auf 131,83 Punkte zu. Die Rendite zehnjähriger Staatspapiere fiel auf 1,45 Prozent./tih/zb

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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