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Der "Pate der KI" sagt, er sei besorgt, dass künstliche Intelligenz die Menschheit manipulieren könnte

Der Pionier der künstlichen Intelligenz, Geoffrey Hinton, sprach über die Zukunft der Menschheit, wenn die KI selbstbewusst wird. - Copyright: Thomson Reuters
Der Pionier der künstlichen Intelligenz, Geoffrey Hinton, sprach über die Zukunft der Menschheit, wenn die KI selbstbewusst wird. - Copyright: Thomson Reuters

Ein Pionier auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz sagt, dass ihn das Potenzial dieser Technologie beunruhigt.

Ist künstliche Intelligenz in der Lage, Menschen zu manipulieren?

Geoffrey Hinton ist als "Pate der künstlichen Intelligenz" bekannt. In der US-amerikanischen Sendung "60 Minutes" sprach er über die Risiken für die Menschheit. Risiken, die sich aus dem Wettlauf der Tech-Giganten um die Entwicklung ihrer eigenen KI-Assistenten und Chatbots ergeben könnten. Hinton wurde für seine Fortschritte auf diesem Gebiet mit dem renommierten Turing Award ausgezeichnet. Trotzdem sagte er, er glaube, dass KI eines Tages die Macht haben könnte, Menschen zu überlisten und zu manipulieren.

"Ich denke, wir bewegen uns auf eine Zeit zu, in der wir zum ersten Mal Dinge haben, die intelligenter sind als wir", sagte Hinton in dem "60 Minutes"-Interview. In einer weiteren Nachricht an Business Insider US sagte Hinton, die Menschen sollten über die Fortschritte der KI "sehr besorgt"sein.

Die generative KI ist Gegenstand zahlreicher Spekulationen und Kritiken — aber auch Lob — seitdem OpenAI im November 2022 ChatGPT veröffentlichte. Und KI-generierte Bilder und Videos von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben bereits einige Menschen dazu verleitet, die gefälschten Bilder für echt zu halten.

Alles, was der KI jetzt noch fehle, so Hinton, sei das Selbstbewusstsein, um zu wissen, wie sie ihre Intelligenz zur Manipulation von Menschen einsetzen kann. Was die Übernahme des Planeten angeht, sagte Hinton in der Fernsehsendung: "Es ist eine Möglichkeit."

"Sie werden in der Lage sein, die Menschen zu manipulieren, oder?", fragte Hinton. "Und sie werden sehr gut darin sein, die Menschen zu überzeugen, weil sie aus allen Romanen, die je geschrieben wurden, gelernt haben — aus allen Büchern von Machiavelli, aus allen politischen Verstrickungen, sie werden all das wissen. Sie werden wissen, wie man es macht."

Er erklärte gegenüber Business Insider US, dass es noch fünf bis 20 Jahre dauern könnte, bis künstliche Intelligenz eine echte Bedrohung darstellt. Und er räumte ein, dass es noch viel länger dauern könnte, bis KI die Menschheit bedroht. Hinton gab zu: "Es ist immer noch möglich, dass die Bedrohung nicht eintritt."

Hinton sagt, KI lernt schneller als der Mensch

Momentan besteht bei einigen die Sorge, dass die KI Menschen bei der Arbeit ersetzt, Falschnachrichten erzeugt und unbeabsichtigte Verzerrungen unentdeckt bleiben.

Hinton verglich in "60 Minutes" die Funktionsweise von KI mit dem neuronalen Netz des menschlichen Gehirns. KI-Systeme seien bereits besser im Lernen als der menschliche Verstand. Und das, obwohl die größten Chatbots eine Billion Verbindungen in ihrem Netzwerk haben – verglichen mit den 100 Billionen Verbindungen im menschlichen Gehirn.

Der 75-Jährige ging Anfang des Jahres nach zehn Jahren bei Google in den Ruhestand. Kürzlich bedauerte er seine Rolle bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz. In der Sendung "60 Minutes" sagte er aber, er bereue nicht, dass die KI Gutes bewirken kann.

"Ich tröste mich mit der üblichen Ausrede: 'Wenn ich es nicht getan hätte, hätte es ein anderer getan'. Es ist schwer zu erkennen, wie man verhindern kann, dass die schlechten Menschen die KI für schlechte Dinge nutzen", sagte Hinton zuvor.

Die Zukunft der KI ist unklar. Die führenden Köpfe auf diesem Gebiet haben noch keinen Weg gefunden, der Sicherheit garantiert. Unabhängig davon, ob die Menschen lernen, die KI zu beherrschen oder sich ihr zu unterwerfen, seien wir alle Zeugen eines Wendepunkts in der Weltgeschichte, sagt der Pate der Technologie.

Der Text wurde von Muriel Dittmar aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.