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Model der Skandal-Videos von Dolce & Gabbana: "Karriere ruiniert"

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Das chinesische Model, das in den Skandal-Werbevideos von Dolce & Gabbana die Hauptrolle spielte, hat sich beim chinesischen Volk entschuldigt. Ihre Karriere sei so gut wie ruiniert.

Werbe-Spots von Dolce & Gabbana haben für viel Kritik gesorgt. (Bild: Getty Images)

Selten haben Werbevideos für so viel Unruhe, Unwohlsein und Kritik gesorgt wie die drei extra vor der geplanten Show in Shanghai veröffentlichten Spots von Dolce & Gabbana. Die Handlung: Ein chinesisches Model sitzt mit Stäbchen vor einer italienischen Pizza und schafft es erst nach großer Mühe, ein Stück davon in den Mund zu bugsieren. Teil 2 und 3 wiederholen das Spiel, nur mit Spaghetti und Cannoli.

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Es mag Leute gegeben haben, die davon ausgingen, dass solcherlei Inhalte unter dem Motto “D&G loves China” ebenjenen Zweck wirklich erfüllen könnten. Die Mehrheit jedoch hielt die Clips für rassistisch. Und spätestens, als in den sozialen Netzwerken Screenshots eines Chats auftauchten, in denen Stefano Gabbana sich abfällig über China äußerte, war der Skandal perfekt. Die Designer entschuldigten sich wortreich – doch ihre Show in Shanghai mussten sie trotzdem absagen, zahlreiche Celebrities wandten sich von der Marke ab, der langfristige wirtschaftliche Schaden ist noch nicht abzusehen.

Dass das chinesische Model, das die Hauptrolle in den Spots gespielt hatte, ebenfalls mit einem Shitstorm konfrontiert würde, war irgendwie vorauszusehen – und lief dennoch unter dem Radar. Zwei Monate nach dem Skandel meldete sich Zuo Ye laut “South China Morning Post” auf ihrem Weibo-Account zu Wort und entschuldigte sich für ihren Auftritt im Werbeclip: “Ich liebe mein Land und bin stolz, China auf dem Catwalk repräsentieren zu können”, schrieb Zuo Ye demnach. Sie habe sich nicht genug Gedanken über die Folgen ihres Handelns gemacht und fühle sich nun “sehr schuldig”.

Model entschuldigt sich: “Ich werde an der Erfahrung wachsen”

Natürlich ist davon auszugehen, dass die Chinesin keinerlei Einwirkungsmöglichkeiten und wohl auch ebenso wenig vorheriges Wissen über den Inhalt des geplanten Clips hatte. Und selbst wenn: Welches aufstrebende Model würde einen Job von renommierten Designern wie Dolce & Gabbana wegen eigener Befürchtungen absagen?

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Letztere hatte Zuo Ye offenbar durchaus: Sie habe sich bei dem dreistündigen Dreh des Clips unwohl gefühlt, schrieb sie. Mit den Folgen wird sie wohl leben müssen: Ihre Karriere sei “fast komplett ruiniert”, nach der Ausstrahlung habe sie Morddrohungen erhalten. Doch ein Learning habe sie aus dem Skandal gezogen: “Ich werde an der Erfahrung wachsen und den Charakter der chinesischen Bürger besser darstellen.”

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