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Maas erwartet baldigen Beginn des Truppenabzugs aus Libyen

·Lesedauer: 1 Min.

NEW YORK (dpa-AFX) - Bundesaußenminister Heiko Maas rechnet in den nächsten Wochen mit einem Beginn des Rückzugs ausländischer Kämpfer aus Libyen. "Es gibt Gespräche mit allen Seiten, dass wir dabei beginnen mit syrischen Söldnern, die von beiden Seiten eingesetzt werden", sagte Maas am Donnerstag vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. "Das wäre der erste Schritt zu einem großangelegten Rückzug ausländischer Kräfte aus Libyen. Ohne diese Kräfte kann der Bürgerkrieg auch nicht mehr aufflammen."

Deutschland hat in dem seit einem Jahrzehnt andauernden Konflikt eine Vermittlerrolle übernommen. Vor drei Wochen hatten sich hochrangige Vertreter aus 16 Ländern bei einer Konferenz in Berlin darauf verständigt, dass ausländische Kämpfer aus Libyen abgezogen werden sollen. Unter den Teilnehmern waren die wichtigsten Akteure in Libyen wie Russland, die Türkei, Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate.

Maas sagte, beide Seiten hätten die Bereitschaft erklärt, in einem ersten Schritt die syrischen Söldner abzuziehen. Er gehe davon aus, "dass das, was in Aussicht gestellt wurde, (...) in den kommenden Wochen umgesetzt wird".

Offizielle oder gesicherte Angaben zu syrischen Kämpfern in Libyen gibt es nicht. Beobachter haben aber keinen Zweifel, dass sowohl auf Seiten der Truppen im Westen des Landes als auch in den Reihen der Anhänger des einflussreichen Generals Chalifa Haftar im Osten Libyens Syrer im Einsatz sind.

Libyen war nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 in einem Bürgerkrieg versunken, an dem unzählige Milizen beteiligt sind. Seit dem vergangenen Jahr gilt jedoch eine Waffenruhe. In diesem Frühjahr wurde unter UN-Vermittlung eine Übergangsregierung gebildet, die das Land zu Wahlen am 24. Dezember führen soll. Dafür gibt es jedoch bisher keine gesetzliche Grundlage.

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