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Kroatiens oberster Arzt: Tourismus ja, aber keine Massen am Strand

ZAGREB (dpa-AFX) - Kroatiens oberster Gesundheitswächter rechnet in diesem Sommer trotz der Corona-Pandemie mit Fremdenverkehr in seinem Land, wenn auch in reduziertem Umfang. "Ich kann es selbst nicht erwarten, ans Meer zu fahren, und wir werden sicher ans Meer fahren", sagte Krunoslav Capak, der Leiter des Kroatischen Instituts für Öffentliche Gesundheit (HZJZ), am Mittwoch im kroatischen Fernsehen HRT.

"Es wird aber nicht mehr so sein wie früher, es wird keine Massen am Strand mehr geben", fügte er hinzu. Kommunale Polizei und Bademeister würden darauf zu achten haben, dass die Badenden den Sicherheitsabstand einhalten. "Das Virus bleibt unter uns, Handtuch an Handtuch in der Sonne liegen wird es nicht geben", sagte Capak. Auch könnten "nicht alle gleichzeitig" an die Adriaküste fahren.

Kroatiens Wirtschaft ist auf die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr besonders angewiesen. Im Vorjahr generierte der Tourismus 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Auch bei Deutschen ist das Land mit seiner langen Adriaküste und den vielen Inseln beliebt.

Ansteckungen mit dem Virus Sars-Cov-2 sind zuletzt stark zurückgegangen. Die Küstenregionen waren - abgesehen von der Großstadt Split - ohnehin weniger betroffen. Die Halbinsel Istrien erklärte sich am letzten Wochenende sogar für Coronavirus-frei. Dort ist seit anderthalb Wochen keine Neuansteckung verzeichnet worden.

Die Regierung in Zagreb lockert die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie stufenweise. Gaststätten können am kommenden Montag öffnen, wenn sie ihre Kundschaft draußen bedienen. Allerdings gilt immer noch eine Einreisesperre für ausländische Staatsbürger.

Dem Vernehmen nach verhandelt das Land mit Österreich, Slowenien und Tschechien über die Ermöglichung von Urlaubsreisen mit dem Auto. Das schlösse auch die Öffnung entsprechender Autobahn-Korridore für die Anreise ein.