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„Kinderfeindlich und familienfeindlich“: Kinderhilfswerk übt Kritik an 2G-Regel

·Lesedauer: 2 Min.

Die Debatte um die Frage 2G oder 3G ist in Deutschland seit Wochen ein zentrales politisches Thema. Wo 2G gilt, da können Betreiberinnen und Betreiber von Gaststätten und anderen öffentlich zugänglichen Innenräumen selbst bestimmen, ob sie nur noch Geimpften und Genesenen unter Wegfall der Maskenpflicht den Zugang gewähren. Bei 3G können Geimpfte, Genesene und auch negativ Getestete eintreten.

Wer in Gebieten wie Berlin, wo die 2G-Regel gilt, schlecht wegkommt: Kinder, die jünger als zwölf Jahre sind – und damit nicht geimpft werden können. Denn in Deutschland ist bisher kein Corona-Impfstoff für diese Altersgruppe zugelassen. Das Deutsche Kinderhilfswerk hat deswegen kritisiert, dass das 2G-Modell, das gerade für Berlin beschlossen wurde, ungerecht sei. „Kinderfeindlich und familienfeindlich“ nannte Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann es nach Angaben der „Welt“, dass darin keine Ausnahmen für Kinder unter zwölf Jahren vorgesehen sind. „Wir werden überprüfen, inwieweit hier ein verfassungsrechtlicher Widerspruch besteht“, kündigte Hofmann dem Bericht zufolge an.

„Lieber das Restaurant mit Geimpften vollmachen als auch Familien zu empfangen“

Der Senat hatte am Dienstag die Einführung eines 2G-Optionsmodells in der Hauptstadt beschlossen. Hier würden „auf dem Rücken der Kinder die Freizeitinteressen der Erwachsenen befördert“, sagte Hofmann. „Die Gastronomen beispielsweise werden lieber ihr Restaurant mit Geimpften vollmachen als weiter mit halber Kapazität zu operieren und dafür auch Familien zu empfangen.“ Und niemand habe an die Situation der Familien oder Sportvereine gedacht, die für die Gesundheit der Kinder so wichtig seien.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hatte am Dienstag erklärt, warum es keine Ausnahme für Kinder unter zwölf Jahren gibt – oder für Menschen mit bestimmten Erkrankungen, die gar nicht geimpft werden können. Es sei ja auch 3G möglich – und 2G mit Ausnahmen sei faktisch 3G, argumentierte sie. Kritik kam unter anderem von der Spitzenkandidatin der Grünen für die Abgeordnetenhauswahl, Bettina Jarasch: „Es darf nicht dazu kommen, dass Kinder etwa wieder vom Theater oder Sport ausgenommen werden.“ Sie erwarte, dass hier schnell nachgebessert werde, sagte sie der Hauptstadtzeitung "B.Z.".

dpa/ jb

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