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Impfgipfel: Kinder ab 12 Jahren können sich ab dem 7. Juni impfen lassen — keine Impfpflicht für Schüler

·Lesedauer: 3 Min.
Rund 6,4 Millionen Dosen sollen für die Impfung von Kindern und Jugendlichen bereitgehalten werden
Rund 6,4 Millionen Dosen sollen für die Impfung von Kindern und Jugendlichen bereitgehalten werden

In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche gibt es eine Entscheidung. Mit der Zulassung eines Impfstoffs für diese Altersgruppe und der Aufhebung der Priorisierung, können sich auch Kinder und Jugendliche um Impftermine bemühen.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA will an diesem Freitag ihre Entscheidung über eine Zulassung des Impfstoffes von Biontech für 12- bis 17-Jährige bekanntgeben. Die Priorisierung beim Impfen endet am 7. Juni. Daraus folgt, dass Eltern sich von diesem Datum an wahrscheinlich um einen Impftermin für ihre Kinder ab dem Alter von 12 Jahren bemühen können.

Die Ständige Impfkommission wird wahrscheinlich erst später einer Empfehlung aussprechen. Sie hatte sich zuletzt kritisch geäußert, da noch Daten fehlten. In den USA und Kanada werden dagegen auch unter 18-Jährige bereits seit einiger Zeit mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer immunisiert.

Bund und Ländern beschlossen auch, dass künftig die Bundesländer die Hoheit über das Impfverfahren bei Kindern und Jugendlichen haben. Die Länder können spezifische Impf-Programme für diese Gruppen aufsetzen. Ein sicherer Schulbetrieb soll auch ohne Impfung aller Schülerinnen und Schüler gewährleistet werden. Eine Impfpflicht für Schüler soll es nicht geben, versicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Sicherer Schulbetrieb auch ohne Impfpflicht möglich

Merkel: "Ein sicherer Schulbetrieb wird auch in Zukunft völlig unabhängig von der Frage sein, ob ein Kind geimpft ist oder ob ein Kind nicht geimpft ist." Für Kita- und Grundschulkinder gelte dies mangels zugelassenen Impfstoffs ohnehin. "Es soll auch kein indirekter Zwang entstehen."

Dies gelte auch für den Urlaub. "Sowohl im europäischen Ausland als auch in Deutschland kann man auch, wenn man keine Impfung hat, Urlaub machen, weil die Testungen dann als Voraussetzungen für die Urlaubsangebote natürlich vollkommen ausreichen werden", sagte Merkel.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte: "Keiner muss geimpft werden. Wir wollen Impfangebote machen, aber es gibt keine Impfpflicht."

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass etwa 60 Prozent der Schulkinder im Alter zwischen 12 und 18 Jahren eine Corona-Impfung bekommen wollen. Das ging aus einem Vorbereitungspapier des Ministers für den Impfgipfel hervor.

Zu diesem Zweck sollen 6,4 Millionen Impfdosen bereitgestellt werden. Doch noch immer sind Corona-Impfstoffe in Deutschland ein knappes Gut, denn zuletzt fielen Lieferungen geringer oder ganz aus, die Planbarkeit der Impfkampagne wird so erschwert.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) warnt deshalb vor zu hohen Erwartungen an die geplanten Corona-Impfungen für Kinder. "Wir haben dafür keine zusätzlichen Impfstoffe", sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz. Es werde daher nach Aufhebung der Impf-Priorisierung am 7. Juni keine eigene Impfkampagne für Kinder und Jugendliche ab 12 geben. Vielmehr solle den Familien ein Angebot in Impfzentren oder Arztpraxen im Rahmen der verfügbaren Impfstoffmengen gemacht werden. Es sei gut, dass darüber nun Klarheit herrsche.

Generell sind Kinder durch das Coronavirus zwar weniger gefährdet, doch auch sie können es verbreiten. Auch könnte das Virus in ungeimpften Kindern mutieren und so im schlimmsten Fall auch für bereits Geimpfte wieder gefährlich werden.

Mit Material der DPA