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Wir haben mit 40.000 Dollar vom Staat unsere Garage zu einem Tiny House umgebaut – so können wir in der Nähe unserer Enkelkinder leben

Dan und Kristin Romo. - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung von Dan und Kristin Romo.
Dan und Kristin Romo. - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung von Dan und Kristin Romo.

Dieser Aufsatz basiert auf einem Gespräch mit Dan und Kristin Romo. Die beiden sind Hausbesitzer in Whittier, Kalifornien und erhielten einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 40.000 Dollar (etwa 36.997 Euro), um ihre Garage in ein Tiny House beziehungsweise eine zusätzliche Wohneinheit (auf Englisch: accessory dwelling unit, abekürzt als ADU) umzubauen. Ihre Tochter, ihr Schwiegersohn und ihre Enkelkinder sind diesen Monat eingezogen. Das Gespräch wurde aus Gründen der Länge und Klarheit gekürzt.

Dan: Wir leben in Whittier in Südkalifornien in den USA und haben gerade unsere Garage in ein Tiny House umgebaut. Wir haben drei Töchter, die 26, 27 und 29 Jahre alt sind. Vergangenes Jahr stellten unsere älteste Tochter und ihr Mann fest, dass sie es sich angesichts der Lebenshaltungskosten nicht leisten können, in Kalifornien zu leben, wenn sie ein Haus besitzen und eine Familie gründen wollen. Im März dieses Jahres zogen sie schließlich nach New Hampshire. Unsere zweite Tochter hatte gerade ihr erstes Kind bekommen, aber sie wollte nicht aus der Gegend wegziehen.

Tiny House
Tiny House

Nachdem wir vom Staat einen Zuschuss von 40.000 Dollar (etwa 36.997 Euro) erhalten und ein Darlehen im Wert von 200.000 Dollar (etwa 184.987 Euro) aufgenommen hatten, haben wir unsere Garage in eine moderne Wohnung umgebaut, in die unsere Tochter, ihr Schwiegersohn und ihre Enkelkinder gerade eingezogen sind.

Die zusätzliche Wohneinheit der Romos. - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung von Dan und Kristin Romo
Die zusätzliche Wohneinheit der Romos. - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung von Dan und Kristin Romo

Kristin: Sie zahlen uns 1500 Dollar (etwa 1387 Euro) im Monat für die Miete. Das haben sie auch in ihrem vorherigen Haus gezahlt, aber das hier ist ein brandneues Haus. Vorher lebten sie in einem Haus aus den 1930er Jahren. Das Tiny House ist ein Einzimmerappartement. Die beiden haben zwei kleine Kinder und planen, ihre Familie zu vergrößern, daher werden sie in ein oder zwei Jahren aus diesem Raum herauswachsen. Dann werden wir die Häuser tauschen und ungefähr drei Meter voneinander entfernt sein.

Uns wurde klar, dass wir ein zusätzliches Einkommen brauchten

Dan: Wir haben 244.000 Dollar (etwa 225.684 Euro) bezahlt, als wir unser Haus vor 20 Jahren kauften. Ich habe die Hypothek refinanziert, um mein Unternehmen zu gründen, also ist sie noch größer als beim Kauf des Hauses. Als ich das letzte Mal nachgesehen habe, war unser Haus 850.000 Dollar (etwa 786.195 Euro) wert.

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Kristin: Uns wurde klar, dass wir bei der Höhe der Hypothek und den steigenden Lebenshaltungskosten in Kalifornien bis zu unserem 75. Lebensjahr hätten arbeiten müssen. Das wollten wir nicht.

Dan: Mein erster Gedanke war, dass wir das Haus verkaufen, das Geld in den Ruhestand investieren und in ein neues Haus ziehen könnten. Ich dachte, dass wir vielleicht in einen anderen Staat ziehen könnten. Aber meine Frau sagte: "Auf keinen Fall."

Kristin: Also versuchten wir, einen Weg zu finden, unser Einkommen aufzubessern.

Wir entdeckten, dass wir Geld für den Bau eines Tiny House auf unserem Grundstück bekommen konnten

Dan: Unser Pastor erzählte uns von einigen ADU-Videos auf YouTube – Ryan O'Connells "How to ADU-Kanal" – und ich habe mir jedes Video angeschaut, das er hatte. Durch Ryan haben wir von dem Zuschuss erfahren.

Kristin: Mit diesem Geld wurde es plötzlich sehr machbar.

Das Schlafzimmer in der neugebauten Wohnung. - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung von Dan und Kristin Romo
Das Schlafzimmer in der neugebauten Wohnung. - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung von Dan und Kristin Romo

Dan: Ich fing an, mit den Zahlen zu rechnen und Zeichnungen anzufertigen. Und dann habe ich es meiner Frau vorgestellt. Sie war zwar sehr zögerlich, aber dennoch bereit, zumindest die Möglichkeit zu prüfen.

Kristin: Nicht, weil ich es nicht für eine gute Idee hielt. Ich muss nur die Zahlen sehen – und wissen, wie wir es uns leisten können –, bevor ich mich für etwas begeistern kann.

Das Verfahren zur Beantragung des Zuschusses war nicht einfach

Dan: Im Juni vergangenen Jahres ging ich auf die Website von CalHFA (California Housing Finance Agency, auf Deutsch: Kalifornische Agentur für Wohnungsbaufinanzierung) – das ist die Einrichtung, die die Mittel verteilt – und stieß auf ein Hindernis. Zu diesem Zeitpunkt konnte man den Zuschuss nur über einen staatlich zugelassenen Anbieter erhalten. Es gab nur eine Bank, die die Aufnahme einer zweiten Hypothek zuließ. Ich wollte das, weil mein Zinssatz auf 2,8 Prozent gesunken war, doch die Bank reagierte nicht auf mich. Es schien nicht möglich zu sein, also dachte ich: "Ok, ich habe es zumindest versucht."

Aber der Staat erkannte, dass mit dem Programm etwas nicht stimmte, und beschloss, mit gemeinnützigen Organisationen zusammenzuarbeiten, um bei der Verteilung der Zuschüsse zu helfen. Ich beantragte den Zuschuss dann über HPP Cares. Und zunächst fiel mein Antrag durch das Raster. Aber dann konnte ich den Zuschuss schließlich erhalten. Ich habe das Geld Ende Oktober oder Anfang November erhalten. Es war ein schwieriger Prozess.

Als ich den Zuschuss für das Tiny House beantragte, musste ich mich qualifizieren. Wir mussten ein bestimmtes Einkommen haben und nachweisen, dass es sich um unser Haus und unseren Hauptwohnsitz handelt. Nachdem ich diese Unterlagen eingereicht hatte, verlangten sie auch Steuererklärungen. Als mir der Zuschuss bewilligt wurde, musste ich den Kostenvoranschlag des Bauunternehmers und die Kosten für den Bau vorlegen. Dann zogen sie den Zuschussbetrag von diesem Budget ab. Den Restbetrag musste ich auf ein Treuhandkonto einzahlen, was vom Staat vorgeschrieben war.

Das Badezimmer in der zusätzlichen Wohnung. - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung von Dan und Kristin Romo
Das Badezimmer in der zusätzlichen Wohnung. - Copyright: Mit freundlicher Genehmigung von Dan und Kristin Romo

Kristin: Als ich das alles hörte, war ich sehr beruhigt. Ich hatte das Gefühl, dass der Staat auf diese Weise sorgsam mit seinem Geld umgeht. Sie stellten wirklich sicher, dass die Leute nicht versuchten, etwas Hinterhältiges zu tun. In gewisser Weise fühlte ich mich also geschützt.

Dan: Nach Abzug der Verwaltungsgebühren haben wir tatsächlich nur etwa 33.000 Dollar (etwa 30.523 Euro) bekommen. Dafür war ich natürlich dankbar, aber die Summe des Zuschusses war ein wenig irreführend.

Es war die ganze Arbeit wert

Dan: Der Zuschuss hat dazu beigetragen, einen Teil der Vorentwicklungskosten zu senken. Er half bei der Finanzierung der architektonischen Zeichnungen, der Genehmigungen, des Aushubs und der Demontage. Es ging wirklich schnell. Der gesamte Prozess vom Erhalt des Geldes bis zum Einzug unserer Tochter und ihrer Familie dauerte von November bis August.

Kristin: Es war an einem Mittwoch fertig, und man sagte uns, dass wir die Inspektion bestanden hätten. Am Donnerstag, Freitag und Samstag zogen unsere mittlere Tochter, unser Schwiegersohn und unser Enkel ein – das zweite Kind meiner Tochter konnte jeden Tag kommen. Sie arbeitete bis Mitternacht am Samstag, als sie einzog, um alles vorzubereiten und einzuräumen. Dann setzten eineinhalb Stunden später die Wehen ein. Sie waren fest entschlossen, ihre Tochter nach der Geburt in das Tiny House zu bringen, nicht in unser Haus.

Dan: Den Zuschuss zu bekommen war eine Herausforderung, aber es hat sich gelohnt. Ich würde empfehlen, ähnliche Zuschüsse zu beantragen, wenn sie verfügbar sind. Ich ermutige die Menschen, bescheiden zu sein, eine Wachstumsmentalität zu entwickeln und offen zu sein für die Möglichkeit, etwas zu tun, das ihnen völlig fremd ist.

Dieser Artikel wurde von Victoria Niemsch aus dem Englischen übersetzt. Lest das Original hier.