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Fünf Themen des Tages: Müde Falken, Deckel-Streit, Fußball-Drama

(Bloomberg) -- Die Falken sind müde, Deckel-Streit, europäische Aktien steigen, letzte Gaspipeline bedroht, und Hertha BSC wird amerikanisch. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Die Falken sind müde

Die Fed-Entscheider kamen Anfang des Monats zu dem Schluss, dass sie das Tempo der Zinserhöhungen bald drosseln sollten, um das Risiko einer übermäßigen Straffung zu verringern. Das geht aus dem Protokoll der Sitzung vom 1. und 2. November hervor. Nach vier Erhöhungen um 75 Basispunkte in Folge signalisiert dies eine Verlangsamung des Tempos auf 50 Basispunkte im Dezember. Erstmals sieht der Fed-Stab eine Wahrscheinlichkeit von fast 50% für eine US-Rezession 2023. Unverdrossen hat hingegen die Riksbank in ihrem Kampf gegen die hartnäckige Inflation heute die Zinsen um weitere 75 Basispunkte angehoben - trotz einer wahrscheinlichen Rezession. Der Leitzins liegt jetzt bei 2,5% und soll Anfang nächsten Jahres knapp 3% erreichen. Für die deutsche Wirtschaft gilt das Prinzip Hoffnung, wie Ifo-Daten zeigen.

Deckel-Streit

Die zerstrittene EU könnte sich noch heute auf eine Preisobergrenze für russische Ölexporte einigen, ist zu hören. Antirussische Hardliner in Warschau hielten gestern den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Preis von 65 Dollar je Barrel für zu hoch, während Griechenland, dessen Schifffahrtsindustrie viel Öl transportiert, nicht unter 70 Dollar gehen will. Mit 65 Dollar läge der Deckel deutlich über den russischen Produktionskosten. Eine hohe Obergrenze hätte wohl nur minimale Auswirkungen auf den Handel. Gleichzeitig haben sich die EU-Mitglieder beim geplanten Gaspreisdeckel verhakt. Polen und Spanien etwa wollen eine Obergrenze, Deutschland hingegen ist skeptisch. Die vorgeschlagene Schwelle von 275 Euro je Megawattstunde liegt weit über dem jetzigen Niveau, was die Frage aufwirft, ob der Deckel jemals angewendet werden würde. Schon muss die europäische “Solidarität” beschworen werden.

Europäische Aktien steigen

Die europäischen Aktien konnten am Donnerstag dank der verhaltenen Fed-Signale zulegen. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag um rund 0,5% im Plus, der Immobiliensektor zeigte aufgrund der Aussicht auf langsamere Zinserhöhungen und der Heraufstufung durch Analysten eine überdurchschnittliche Performance. Aufgrund des Thanksgiving-Feiertags wird mit einem geringeren Handelsvolumen gerechnet. “Es war der Beginn einer anderen, taubenhafteren Haltung der Fed”, so Sunaina Sinha Haldea von Raymond James. “Ist es ein Schwenk? Nein, aber sehen wir eine Verlangsamung der Zinserhöhungen und einen sich abzeichnenden Weg nach unten, hin zu Zinssenkungen? Ja. Ich denke, wir werden zurückblicken und sagen, dass dies der Höhepunkt war.” In Deutschland stiegen LEG Immobilien, Aroundtown und Vonovia.

Letzte Gaspipeline bedroht

Das wenige Erdgas, das noch durch die Ukraine nach Westeuropa fließt, ist nun auch noch in Gefahr, nachdem Russlands Angriffe auf die Energieinfrastruktur zu Stromausfällen in weiten Teilen des Landes geführt haben. Derzeit sei die Situation “schwierig, aber unter Kontrolle”, so Sergiy Makogon, Ex-Leiter des ukrainischen Gasübertragungsnetzbetreibers. Auch der Ölfluss durch die Druschba-Pipeline war am Mittwoch zeitweise unterbrochen. Zudem mussten drei Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Laut Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, sind 70% der Hauptstadt des Landes weiter ohne Strom. Bei Temperaturen um den Nullpunkt sind Millionen von Ukrainern ohne Wärme, Licht und Wasser. Für Angriffe auf die zivile Infrastruktur verbrauche Russland gerade seine besten Flugkörper, was ein strategischer Fehler sein könnte, meint Kateryna Stepanenko vom Institute for the Study of War.

Hertha BSC wird amerikanisch

Der Bundesliga-Klub Hertha BSC fällt in ausländische Hände: Die amerikanische Private-Equity-Gesellschaft 777 Partners will die Mehrheitsbeteiligung von Lars Windhorst am Berliner Verein erwerben. Durch die Transaktion, der noch der Hertha-Vorstand und die DFL zustimmen müssen, wird sich der expandierende Sportinvestor mit 64,7% einkaufen. In Europa gehören dem bereits Genoa C.F.C. in Italien, Standard Lüttich in Belgien, Red Star FC in Frankreich und Sevilla FC in Spanien. Nach dem sportlichen Debakel der mit gesellschaftspolitischer Zeichensetzung beschäftigten deutschen Fußballnationalmannschaft beim Auftaktspiel gegen Japan hat Trainer Hansi Flick nun ein Problem. Der nächste Gegner heißt Spanien, und die Iberer haben gerade Costa Rica mit 7:0 vom Platz gefegt. Schon Sonntag könnte also die vorzeitige Heimreise feststehen.

Was sonst noch so passiert ist

  • Hoch verwundbares Finanzsystem

  • Bundrenditen stehen Kopf

  • Lufthansas Italien-Pläne

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