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Die EU bietet China die Stirn bei Autos: Fünf Themen des Tages

(Bloomberg) -- Elisabeth Behrmann über eine Industrie, die ins Hintertreffen geraten ist. — Fünf Themen des Tages ist auch als Newsletter erhältlich. Zum Gratis-Abo bitte hier entlang.

Weitere Artikel von Bloomberg auf Deutsch:

Zu gut für Europa

Mit einem Paukenschlag meldet sich Ursula von der Leyen in Sachen China-Handelsbeziehungen zu Wort: Die EU habe eine Untersuchung wegen mutmaßlicher staatlicher Beihilfen für chinesische Elektroauto-Hersteller eingeleitet, die die Welt mit Billigimporten überschwemmten, sagte die Kommissionspräsidentin in ihrer jährlichen Rede vor dem EU-Parlament.

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Die Tragweite des Unterfangens ist noch nicht ganz abzusehen, aber es ist sicherlich eine der bedeutendsten Entwicklungen in den derzeit wachsenden geopolitischen Spannungen mit China. Der Vorstoß an sich scheint relativ spezifisch zu sein, und es ist noch unklar, was nun Säbelrasseln ist und welche ernsthaften Konsequenzen in der politischen Gemengelage daraus erwachsen.

Aber es sieht so aus, als suche die EU den Schulterschluss mit den USA, die schon weitaus konkretere Schritte unternommen haben, um sich im globalen Wettbewerb, in dem China mit allen Mitteln nach vorne drängt, zu schützen.

Erste positive Marktreaktionen bei den hiesigen Automobiltiteln waren nur von kurzer Dauer: Der Kurs der Volkswagen-Aktie war nach einem Plus von fast 4% zuletzt kaum verändert. Konkrete Entscheidungen zur Drosselung der chinesischen Importe werden noch auf sich warten lassen. Und die ultimative Antwort Chinas auf von der Leyens Pläne steht noch aus.

Doch die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass chinesische Konsumenten sehr schnell reagieren, wenn es um nationale Interessen geht. Das bekamen bereits Adidas, Nike und H&M zu spüren, die von Boykott-Aktionen betroffen waren, nachdem sie sich besorgt über lokale Arbeitsbedingungen geäußert hatten.

Was Marktteilnehmer heute noch bewegen könnte, berichten Ihnen Rainer Bürgin, Alexander Kell und Boris Groendahl: Künstliche Deutsche-Bank-Intelligenz, EZB-Zinswetten erhöht, Apples subtile Umsatzsteigerung, Bieterrennen an der Alster?, und von mager zu minus.

Künstliche Deutsche-Bank-Intelligenz

Im Zuge der Automatisierungsmaßnahmen im Handel mit Festverzinslichen der Deutschen Bank — bekanntlich einer ihrer wichtigsten Ertragsbringer — haben die Frankfurter 60% der dort eingesetzten Softwareanwendungen aus dem Verkehr gezogen, rechnete Investmentbank-Vorstand Campelli gestern bei einer Konferenz in New York vor. Nicht dazu gehören offenbar KI-Programme, die die Frankfurter hinsichtlich ihrer Fähigkeit testen, etwaigem Fehlverhalten ihrer Händler frühzeitig auf die Schliche zu kommen. Die KI soll dabei nicht nur auf Schlüsselwörter anspringen, sondern auch Kontext und sogar den Tonfall in Telefonaten in die Analyse einbeziehen, so Technikvorstand Leukert im Interview. Bleibt für die Deutschbanker zu hoffen, dass Programme mit einem so anspruchsvollem Pflichtenheft besser funktionieren als die Software-Problembären bei Postbank und DWS.

EZB-Zinswetten erhöht

An den Geldmärkten wird die Wahrscheinlichkeit einer EZB-Zinserhöhung am morgigen Donnerstag nun mit 70% taxiert, verglichen mit 20% Anfang des Monats. Die Verschiebung der Erwartungen folgt auf Berichte, wonach die EZB in ihrer neuen Konjunkturprognose ihre Inflationsschätzung für 2024 auf über 3% anhebt. Die Juni-Projektion hatte noch eine Teuerung von 3% vorhergesagt. Dies verstärkt die Argumente für eine weitere Straffung. Der Geldmarkt sei bisher “eher selbstgefällig von einem Szenario ohne Zinserhöhung” ausgegangen, so Pooja Kumra von der Toronto-Dominion Bank. Anleihen gaben nach, die deutsche zweijährige Rendite stieg auf den höchsten Stand seit Mitte August. Für das Bankenaufsichtsportfolio der Zentralbank zeichnet sich ab, dass Bundesbank-Vize Claudia Buch die Leitung des Aufsichtsgremiums übernehmen wird. Margarita Delgado, stellvertretenden Gouverneurin der spanischen Zentralbank, sei aber noch nicht aus dem Rennen, heißt es.

Apples subtile Umsatzsteigerung

Apple hat seine lang erwartete Preiserhöhung für das iPhone wieder einmal so subtil wie möglich gehalten — das neue Spitzenmodell kostet mit 1.199 Dollar 100 Dollar mehr. Seit Jahren gelingt es dem Technologiekonzern, scheibchenweise seine Preise anzuheben, ohne damit eine Schockreaktion auszulösen.

Bieterrennen an der Alster?

Vom Problemkind im Portfolio zum Phoenix aus der Asche: So ließe sich der 50%-Kurssprung einordnen, mit dem die Hamburger-Hafen-Aktie heute auf die Nachricht reagierte, dass der Containerriese MSC sich eine Minderheitsbeteilung sichern will, die knapp an der Mehrheit kratzt. Die Reederei aus dem Imperium von Gianluigi Aponte bietet einen Aufschlag von 45% zum Schlusskurs vom Dienstag — und hat für den Deal bereits die Stadt Hamburg als Mehrheitseigner ins Boot geholt. Sauer aufgestoßen hat das Vorhaben Hapag-Lloyd-Großaktionär Klaus-Michael Kühne. “Ersten Zugriff auf eine Minderheitsbeteiligung an der HHLA hätte man natürlich einem echten Hamburger Unternehmen wie Hapag-Lloyd einräumen müssen”, sagte der Logistikmilliardär der FAZ. Hapag sollte unbedingt ein Gegengebot abgeben, andernfalls würde seine eigene Holding eines erwägen. Nach ihrem Börsendebüt im Jahr 2007 hatte die HHLA-Aktie sich den 68 Euro genähert. Der heutige Kurssprung hob sie über die 17-Euro-Marke.

Von mager zu minus

Die Bundesregierung räumt ein, dass sich die Aussichten für die deutsche Wirtschaft seit dem Frühjahr deutlich eingetrübt haben. Statt eines mageren Wachstums rechne sie für das Gesamtjahr nun mit einer Kontraktion, heißt es. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im dritten Quartal zurückgehen und in den letzten drei Monaten des Jahres nur noch leicht zulegen. Unter dem Strich ergebe sich eine Schrumpfung von bis zu 0,3%, sagten mit der Revision vertraute Personen. Die Bundesregierung will ihr Herbstgutachten am 11. Oktober vorlegen. Andere Prognostiker hatten ihre Schätzungen bereits nach unten korrigiert. Der IWF erklärte im Juli, er rechne mit einer Kontraktion um 0,3%. Die EU-Kommission ist mit einem Minus von 0,4% noch pessimistischer und liegt damit auf Linie mit dem BDI. Außenhandel und Privater Konsum bremsten das Wachstum aus, so die Industrie-Lobby.

Was sonst noch so passiert ist

  • Fußbettsandalen in New York

  • Ukraine beschießt Sewastopol

  • Alphamänner-Ping Pong

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