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Duell der Bank of Japan mit den Bondbären geht in nächste Runde

(Bloomberg) -- Mit der Bestätigung ihres geldpolitischen Kurses am Mittwoch hat sich die Bank of Japan bemüht, Wetten auf Kursverluste japanischer Staatsanleihen einen Dämpfer zu erteilen. Bondbären bleiben dennoch bei ihrer These, dass die Zentralbank in Tokio letztlich kapitulieren und ihren geldpolitischen Kurs straffen wird.

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Die BoJ ist die letzte Zentralbank mit negativen Zinssätzen und einer expliziten Steuerung der Renditekurve. Dies macht sie anfällig für Makrofonds, die auf der Suche nach dem nächsten großen Geschäft sind.

UBS Asset Management und Schroders Plc setzen weiter darauf, dass die Renditen japanischer Staatsapiere steigen werden und die BoJ letztlich die Renditekontrolle aufgeben wird. Am Mittwoch hatten die Währungshüter den Renditedeckel zehnjähriger Nippon-Bonds bei 0,5% belassen und auch die Praxis der Renditekontrolle bestätigt. Auch Torica Capital Pty geht davon aus, dass sich die Hüter des Yen dem weltweiten Trend zur Zinserhöhung anschließen werden.

“Wir sehen keinen Grund, Shorts aufzulösen”, erklärte Tom Nash, Portfoliomanager bei der UBS in Sydney. “Die Politik zur Begrenzung der Renditekurve ist mit der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage nicht vereinbar und muss aufgegeben werden.”

Wer gegen die Politik der BoJ wettet, braucht einen langen Atem. Die Entschlossenheit von Gouverneur Haruhiko Kuroda, über Jahre bei seiner Linie zu bleiben, bescherte Investoren herbe Verluste. Im Dezember gingen allerdings einige Wetten auf, als die Zentralbank in Tokio das von ihre tolerierte Renditeband ausweitete und die Renditen von Nippon-Anleihen zulegten.

Nun stehen die Marktakteure vor der Frage, wann die Bank of Japan weitere Änderungen vornehmen wird.

Kuroda, der im April von der BoJ-Spitze abtritt, ließ die wichtigsten geldpolitischen Einstellungen am Mittwoch unverändert: Der Leitzins blieb bei -0,1% und das Renditeziel für 10-jähriger Nippon-Anleihen bei rund 0%. Die Entscheidung überraschte die Anleger, die mit einer Änderung gerechnet hatten, und löste bei japanischen Staatsanleihen die größte Rally seit zehn Jahren aus.

Die Zentralbank ergriff zudem eine Maßnahme, die sogar als weitere Lockerung angesehen werden könnte: Sie kündigte an, die Zinsen für bestimmte Darlehen an Geschäftsbanken künftig so auszurichten, dass dies einer von ihr gewünschten Renditekurve entgegenkommt. Bislang galt ein Festzins von null. Nomura hält die Änderung dieser Praxis für so wichtig, dass sie einer Anpassung der Geldpolitik entspreche.

Sich dem Druck der Märkte zu beugen, würde die Glaubwürdigkeit der Bank of Japan zu einem Zeitpunkt untergraben, an dem sie sie am dringendsten braucht, wie Omar Slim von PineBridge Investments in Singapur anmerkt. “Die Mutter aller Umschwünge ist im Gange, aber sie wird in Phasen erfolgen”, so der Co-Chef des Bereichs festverzinsliche Wertpapiere Asien ex-Japan.

Kellie Wood von Schroders ist der Meinung, dass Japans Notenbank irgendwann kapitulieren muss. Höhere Renditen stehen im Widerspruch zu ihrer Absicht, die akkommodierende Geldpolitik und die Marktstabilität aufrechtzuerhalten. “Aus diesem Grund glauben wir, dass die BoJ dem Weg der australischen Zentralbank folgen und die Kontrolle über die Renditekurve aufgeben wird, wenn der Markt die Renditen bei anhaltender Marktinstabilität weiter in die Höhe treibt”, führt sie aus.

Überschrift des Artikels im Original:BOJ Fails to Crush Big Short as UBS, Schroders See Capitulation

--Mit Hilfe von Matthew Burgess.

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