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Daimler verpasste die Chance, Amazons E-Lieferflotte für die USA zu bauen – und muss nun zusehen, wie ein Tesla-Konkurrent Milliarden einsammelt

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 3 Min.
1.800 Elektro-Lieferwagen von Daimler hat Amazon für Europa bestellt.
1.800 Elektro-Lieferwagen von Daimler hat Amazon für Europa bestellt.

1.800 Elektro-Lieferwagen hat Amazon im letzten Jahr bei Daimler bestellt und möchte die Auslieferung von Waren in Europa damit nachhaltiger gestalten. Laut Pressemitteilung sei das ein Schritt in Richtung der Klimaziele, die das US-Unternehmen für sich gesteckt hat. Bis 2040 Amazon CO2-neutral sein und den Vorgaben des Pariser Klimaabkommens damit um zehn Jahre zuvorkommen.

Einen wesentlich größeren Schritt geht Amazon im Zuge dessen jedoch mit Rivian. Denn ebendiesen Tesla-Konkurrenten erkor Ex-CEO Jeff Bezos damals dafür aus, die Amazon-Flotte in den USA mit Elektro-Lieferwagen auszustatten. Und zwar nicht mit 1.800, sondern mit 100.000, die bis 2030 über amerikanische Straßen rollen und die Hälfte aller Amazon-Lieferungen zur CO2-Neutralität verhelfen sollen.

Daimler hatte Chance, auch Amazons US-Flotte zu bauen

Große Freude bei Daimler dürfte die Auftragserteilung angesichts dieses enormen Unterschieds nicht ausgelöst haben. Vor allem, weil die Stuttgarter für einen gewissen Zeitraum vor wenigen Jahren ebenfalls im Rennen um die Bestellung für den US-Raum waren.

Denn mit dem E-Sprinter hat Daimler eines der besten Elektro-Lieferfahrzeuge der Welt auf dem Markt, und das weiß auch Amazon. Besonders seine beachtliche Reichweite von 160 Kilometern kommt gut bei der Kundschaft an, denn vergleichbar große Elektro-Lieferwagen fahren meist wesentlich kürzere Strecken, bevor sie ans Netz gehangen werden müssen. Der kleinere Elektro-Vito erreicht Reichweiten von zwischen 150 und 190 Kilometern.

Doch Daimler vertreibt in den USA nur die Verbrenner-Version des Sprinters. Und die kommt den ambitionierten Klimazielen des US-Unternehmens nicht zugute. Ob Daimler das irgendwann ändern wird, ist ungewiss. Schnell genug für Amazon war der Stuttgarter Autobauer mit der Entscheidung, den Stromer nach Amerika zu bringen, jedoch nicht.

Jeff Bezos entschied sich deswegen für Rivian, einen kleinen E-Auto-Bauer, der mitunter als Tesla-Konkurrent gehandelt wird. Für 700 Millionen US-Dollar kaufte Bezos sich in die Firma ein, machte diese zur Hofkutscherei Amazons und steckte in den Folgejahren mit Co-Investoren insgesamt 8 Milliarden weitere US-Dollar in das Unternehmen, zuletzt gab es im Januar eine neue Finanzspritze von 2,65 Milliarden Dollar. Die sollen die 100.000 Elektro-Lieferwagen mit einem Auftragswert von 4 Milliarden US-Dollar dafür auf die Bedürfnisse des Internethändlers maßschneidern.

Mit einer von Bezos betitelten "Tanzfläche" für den Fahrer – also einem besonders großzügigen Innenraum, in dem man laufen kann – , einem Sichtfeld von 360 Grad und einer Reichweite von 250 Kilometern dürften die Rivian-Trucks denen von Daimler in vielen Aspekten überlegen sein – denn die verfügen weder über besonders viel Platz noch über innovative Außenkamera-Optionen – und müssen selbst bei der Reichweite zurückstecken.

In den USA werden die Elektrofahrzeuge des Herstellers bereits eingesetzt. Dort machen die Fahrzeuge aktuell durch ihre lauten Fahrgeräusche auf sich aufmerksam. Das akustische Warnsystem der Fahrzeuge soll Augenzeugenberichten zufolge besonders laut sein und eher an einen V6-Motor als an ein batteriebetriebenes Auto erinnern. Und tatsächlich: In diesem Video ist zu sehen und zu hören, wie sich die neuen Rivian-Lieferwagen von Amazon im Einsatz bemerkbar machen:

https://www.youtube.com/watch?v=9LGtskt4YGA&ab_channel=DriveTeslaCanada

Was genau die Elektro-Lieferwagen von Rivian sonst noch können und wie sie aussehen, lest ihr hier:

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