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China reinigt Banknoten im Kampf gegen Coronavirus

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Das Coronavirus breitet sich in China und darüber hinaus weiter aus. Um die Epidemie im Festland in den Griff zu bekommen, desinfiziert die chinesische Regierung Geldscheine.

Bild: Getty Images

China greift zu einem weiteren Mittel, um das Coronavirus zu bekämpfen. Neben Zwangsquarantänen, dem Bau zahlreicher Krankenhäuser und vielen anderen Maßnahmen will die Regierung die Epidemie nun durch das Entkeimen von Geldscheinen eindämmen.

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Das teilte der stellvertretende Direktor der chinesischen Zentralbank, Fan Yifei, am Samstag in einer Pressekonferenz mit. Demnach wolle man mit der Maßnahme "die öffentliche Sicherheit und Gesundheit beim Benutzen von Bargeld wahren", so Fan laut einem Bericht der singapurischen Nachrichtenseite Channel News Asia.

Wie soll das Geld gereinigt werden?

Um die im Umlauf befindlichen Geldscheine zu desinfizieren, will die Zentralbank diese mit ultraviolettem Licht bestrahlen oder einer hohen Temperatur aussetzen. Anschließend sollen die Noten je nach Schweregrad der Epidemie in der entsprechenden Region sieben bis 14 Tage weggesperrt werden.

Geldscheine aus Risikozonen, die etwa in Krankenhäusern oder öffentlichen Verkehrsmitteln eingesammelt wurden, sollen vernichtet werden.

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Zusätzlich dazu würden Banken ungenutzte Scheine in den Umlauf bringen, heißt es weiter. In der Provinz Hubei, dem Epizentrum der Epidemie, sollen vier Milliarden Yuan (rund 400 Millionen Euro) an frisch gedrucktem Geld zur Verfügung gestellt werden.

Wie wirksam ist die Maßnahme?

Da Bargeld bisher nicht als Übertragungsquelle nachgewiesen wurde, gilt die Initiative als Vorsichtsmaßnahme. Geldscheine und Münzen gelten generell als Bakterienherd. Laut Studien in Indien und den USA befinden sich vor allem auf kleinen Scheinen Tausende Arten von Bakterien und Pilzen. Für Menschen mit gesundem Immunsystem sind diese Keime in der Regel harmlos.

Auf dem chinesischen Festland haben sich fast 70.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 1.600 Erkrankte sind dort der Epidemie zum Opfer gefallen.

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