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China mit neuem Schwung

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„Das abgebremste Wachstum der chinesischen Wirtschaft ist nicht so ‚langsam‘, wie es viele Anleger denken“, sagt Ken Van Weyenberg, Investment Specialist bei Dexia Asset Management. „In den ersten drei Quartalen betrug es immer noch 7,7 Prozent, im dritten Quartal allein 7,4 Prozent.“ Damit werde China den Erwartungen von Premierminister Wen Jiabao, der ein Wachstum von 7,5 Prozent für das gesamte Jahr anvisierte, mehr als gerecht. „Im Vergleich zum erwarteten Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent (IWF) kann man nicht wirklich von einem Einbruch der chinesischen Wirtschaft sprechen“, entgegnet Van Weyenberg all jenen, die im vergangenen Jahr den Abgesang auf China angestimmt hatten.Verschiedene Wirtschaftsindikatoren deuteten zudem auf eine Erholung des chinesischen Wirtschaftswachstums nach acht aufeinanderfolgenden Quartalen mit einstelligen Wachstumsraten hin. Einer der am stärksten beobachten Faktoren sei der Aktivitätsindex für den Industriesektor, so der Dexia (Other OTC: DXBGF - Nachrichten) -Experte: „Die offizielle Prognose des Nationalen Statistischen Instituts weist deutlich auf eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität im Industriesektor mit einem PMI (Purchasing Manager Index, Indikator der wirtschaftlichen Aktivität) von 50,6 im November (Xetra: A0Z24E - Nachrichten) hin.“ Diese Aktivitätszunahme werde zudem vom PMI von HSBC (London: HSBA.L - Nachrichten) bestätigt, der ebenfalls über 50 liege und damit über der Marke, die Wachstum von Rückgang unterscheide. „Mit den aktuellen Niveaus ist es noch zu früh für Freudensprünge, sie haben aber in jedem Fall die richtige Richtung eingeschlagen“, so Van Weyenberg. Die Verbesserung des wirtschaftlichen Momentums habe sich auch in einer starken Zunahme der industriellen Produktion (+9,6 Prozent auf Jahresbasis), des Exports (+11,6 Prozent auf Jahresbasis) und der vertrieblichen Verkäufe (+14,5 Prozent auf Jahresbasis) geäußert.Dass die politischen Entscheidungsträger im Reich der Mitte einen Bedarf an zusätzlichen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen sehen, glaubt Van Weyenberg nicht. Denn die aktuellen Wirtschaftsdaten deuten nicht darauf hin. Die nötigen Mittel und der nötige Freiraum wären jedoch vorhanden. „Die Inflation ist momentan unter Kontrolle“, so der Experte. „Mit einer Inflation von 1,7 Prozent ist sogar von einer Disinflation die Rede; die Preissteigerungsrate liegt erheblich unter der Zielsetzung der chinesischen Zentralbank von vier Prozent.“ Darüber hinaus deute der Rückgang der Erzeugerpreise um fast drei Prozent nicht auf ein mittelfristiges Inflationsrisiko hin.Für 2013 verzeichne die chinesische Börse (MSCI China) ein prognostiziertes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,4. Zum Vergleich: Die Eurozone (MSCI EMU) erwartet ein KGV von 10,6. Auch das erwartete Kurs-Buchwert-Verhältnis für 2013 sei mit 1,37 recht gering und liege auf Eurozonen-Niveau. „Es hat den Anschein, dass die chinesische Börse in den kommenden Monaten wieder bessere Leistungen erbringen kann“, glaub Van Weyenberg. „Alle Elemente für eine Erholung des chinesischen Aktienmarktes, darunter das verbesserte wirtschaftliche Momentum und die attraktive relative Bewertung, sind gegeben.“ Eine Erholung der chinesischen Wirtschaft werde zudem positive Auswirkungen auf die anderen Emerging Markets haben, ist der Dexia-Experte überzeugt.(PD)

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