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Amazon setzt laut Blog in neuem Supermarkt auf Kion-Technik

David Verbeek

(Bloomberg) -- Eine Tochter des deutschen Lagertechnik-Konzerns Kion Group AG wird einen Amazon-Supermarkt im kalifornischen Woodland Hills mit einem automatisierten Mini-Lagersystem ausstatten. Dies berichtet der auf den Lebensmittelhandel spezialisierte Blog HNGRY. Zum Amazon-Vorstoß in den Lebensmittelhandel gehört auch die Eröffnung mehr oder weniger normaler Supermärkte.

Erste Fotos des Marktes in Woodland Hills, die Bloomberg im Februar veröffentlichte, sehen “bemerkenswert konventionell” aus. Blogger Matt Newberg entdeckte jedoch ein “Micro Fulfillment Center” (MFC) von Dematic. In seinem Beitrag präsentiert er Grundrisszeichnungen, die nach seinen Angaben von der Stadverwaltung von Los Angeles stammen und Größe und Standort der Anlage innerhalb des Ladens zeigen.

Kion zufolge können die MFCs innerhalb von 12 Wochen errichtet werden und benötigen mindestens 900 Quadratmeter Fläche. Während normale Lager wegen ihres Platzbedarfs meist außerhalb der Städte errichtet werden, passen MFCs in einen Supermarkt, und helfen dem stationären Einzelhandel, Bestellungen innerhalb eines Tages zu bedienen und vom E-Commerce zu profitieren.

“Der Einstieg von Amazon in den Lebensmitteleinzelhandel bietet ein riesiges Potenzial, und es wäre sehr interessant für Kion, Micro Fulfillment Centers für die Läden zu liefern”, sagte Gordon Schönell, Analyst beim Bankhaus Lampe, telefonisch. Anfang des Jahres habe das Unternehmen den Markt mit der Prognose starken Wachstums in der Supply-Chain-Sparte überrascht. “Solch ein Deal wäre sicher eine Erklärung für diesen Optimismus”, fügte er hinzu.

Kion-Sprecher Michael Hauger lehnte einen Kommentar zu spezifischen Kunden ab, fügte aber hinzu, dass das Interesse an MFCs seit der Präsentation im vergangenen Herbst “sehr groß” sei. Kion habe bereits solche Systeme installiert. Erster Käufer sei die US-Supermarktkette Meijer Inc.

Kion hat Dematic 2016 für die Sparte Supply Chain Solutions übernommen, die etwa ein Viertel des Konzernumsatzes erwirtschaftet. Dieses Jahr werden strategische Investitionen das bereinigte EBIT und den Free Cashflow belasten, wie das Unternehmen im Januar mitteilte. Die Kion-Aktie hat seit Jahresbeginn 16% an Wert verloren.

Kontakt Reporter: David Verbeek in Frankfurt dverbeek1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Alexander Kell

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