Werbung
Deutsche Märkte schließen in 3 Stunden 54 Minuten
  • DAX

    18.365,50
    -152,53 (-0,82%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.882,52
    -65,31 (-1,32%)
     
  • Dow Jones 30

    40.954,48
    +742,76 (+1,85%)
     
  • Gold

    2.474,00
    +6,20 (+0,25%)
     
  • EUR/USD

    1,0943
    +0,0041 (+0,37%)
     
  • Bitcoin EUR

    59.230,51
    +1.009,95 (+1,73%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.347,09
    +4,76 (+0,35%)
     
  • Öl (Brent)

    81,16
    +0,40 (+0,50%)
     
  • MDAX

    25.439,39
    -137,35 (-0,54%)
     
  • TecDAX

    3.345,61
    -29,70 (-0,88%)
     
  • SDAX

    14.509,50
    -114,88 (-0,79%)
     
  • Nikkei 225

    41.097,69
    -177,39 (-0,43%)
     
  • FTSE 100

    8.137,91
    -26,99 (-0,33%)
     
  • CAC 40

    7.535,95
    -44,08 (-0,58%)
     
  • Nasdaq Compositive

    18.509,34
    +36,77 (+0,20%)
     

AKTIEN IM FOKUS: Europas Banken überzeugen - Sorgen um US-Banken verblassen

FRANKFURT/LONDON/MADRID (dpa-AFX) -Erfreuliche Geschäftszahlen aus dem europäischen Bankensektor haben am Donnerstag die zuletzt wieder aufgeflammte Krise bei US-Regionalbanken auf dieser Seite des Atlantik in den Hintergrund rücken lassen. Der Branchenindex Stoxx 600 Europa Banks EU0009658806 stieg bis zum Mittag um 0,68 Prozent auf 150,71 Punkte und stand damit im Branchentableau recht weit oben.

Hierzulande richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Deutsche Bank DE0005140008. Deren Aktien gewannen nach einem holprigen Start zuletzt zwei Prozent auf 9,74 Euro und zählten damit zu den besten Werten im Dax DE0008469008. Der deutsche Leitindex legte moderat zu. Die Deutsche Bank startete mit einem Milliardengewinn und damit besser als gedacht ins Jahr. Das Geldhaus verzeichnete das höchste Quartalsergebnis seit 2013.

Analysten äußerten sich überwiegend zuversichtlich. Experte Chris Hallam von der US-Investmentbank Goldman Sachs etwa hob hervor, die Deutsche Bank habe unerwartet hohe Erträge ausgewiesen und auch beim Kosten-Ertrags-Verhältnis positiv überrascht. Zudem lobte er die besser als erwartet ausgefallene Eigenkapitalrendite. Der Fachmann Andreas Pläsier vom Analysehaus Warburg Research ergänzte, die Kernkapitalquote sei solide und habe sich nochmals verbessert.

Die branchenweit deutlichsten Gewinne verzeichneten derweil die Anteilsscheine von Barclays GB0031348658, die um 4,5 Prozent anzogen. Damit setzten sie sich auch an die Spitze des britischen Leitindex FTSE 100 GB0001383545, der geringfügig nachgab.

WERBUNG

Die Großbank Barclays konnte dank der höheren Zinsen die Folgen der schwächeren Wirtschaft mehr als abfedern. Die Briten mussten zwar die Vorsorge für Kreditausfälle deutlich erhöhen. Erträge und Gewinn fielen aber dennoch etwas besser als von Analysten erwartet aus. Die Experten von Jefferies sehen nun Spielraum für höhere Markterwartungen.

Guten Nachrichten für die Branche kamen auch von der spanischen Großbank BBVA ES0113211835: Höhere Zinsen trieben deren Geschäft weiter kräftig an. Der Gewinn legte trotz höherer Kosten und der sogenannten Übergewinnsteuer für spanische Banken im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Damit übertraf das Institut, das den größten Teil ihres Gewinns in Mexiko erzielt, wie schon zuletzt häufig die Erwartungen der Experten. Die Anteilsscheine von BBVA gewannen knapp drei Prozent.

Analystin Sofie Peterzens von der US-Bank JPMorgan schrieb, die gestiegene harte Kernkapitalquote sei das Highlight des Quartalsberichts gewesen. Allerdings dürfte es einige Fragen bezüglich der Beständigkeit geben, denn ein Teil der Entwicklung gehe auf das Geschäft in der Türkei zurück. Das Land ächzt unter einer hohen Inflation und leidet damit auch insgesamt unter einer Wirtschaftskrise.

Trotz der guten Nachrichten am Donnerstag hinkt der europäische Bankenindex dem Gesamtmarkt seit Jahresbeginn gerechnet immer noch ein Stück weit hinterher. Aktuell steht ein Plus von gut sieben Prozent zu Buche, während der umfassende Index Stoxx Europe 600 EU0009658202 in diesem Zeitraum mehr als neun Prozent gewonnen hat.

Als scharfer Einschnitt für die europäische Bankenbranche erwiesen sich die Bankenbeben in den USA und der Schweiz im März. Auslöser war die Abwicklung des auf die Kryptobranche ausgerichteten US-Finanzkonzerns Silvergate Capital. Ein paar Tage später wurde das auf Start-up-Finanzierungen spezialisierte US-Geldhaus Silicon Valley Bank (SVB) unter die Kontrolle der US-Einlagensicherung FDIC gestellt und geschlossen. Weitere kleine Banken gerieten ins Straucheln, zuletzt die First Republic Bank US33616C1009.

In Europa rutschte die Credit Suisse CH0012138530 nach zahlreichen Skandalen, Kritik wegen eines schlechten Risikomanagements und Geldabflüssen in dreistelliger Milliardenhöhe in die Krise. Um angesichts der Nervosität in der Bankenbranche einen Flächenbrand und eine globale Finanzkrise zu verhindern, drängten Regierung und Aufsichtsbehörden die Konkurrentin UBS CH0244767585 zur Übernahme.

Das Bekanntwerden erster Probleme der Silicon Valley Bank hatte am europäischen Gesamtmarkt am 10. März einen Kursrutsch ausgelöst. Doch während der Stoxx Europe 600 inzwischen seine Verluste wieder wettgemacht hat, notiert der Bankenindex immer noch im Minus. Aktuell beträgt der Abschlag neun Prozent.