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AKTIE IM FOKUS: Shop Apotheke sehr schwach - H&A-Abstufung und Medienbericht

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Shop Apotheke <NL0012044747> haben am Dienstagnachmittag trotz eines sich allgemein aufhellenden Gesamtmarktumfeldes weiter nachgegeben. Neben einer Abstufung durch die Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A) belastete zuletzt noch ein Artikel des "Handelsblatt". Diesem zufolge hat sich die EU-Kommission für das Apotheken-Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn ausgesprochen, wie aus einem der Zeitung vorliegenden Brief des Binnenmarktkommissars Thierry Breton an Spahn hervorgehe. Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem ein Rabattverbot für den Versandhandel vor, um so stationäre Apotheken zu stärken.

Nachdem die Papiere tags zuvor ein Rekordhoch bei 168,60 Euro erreicht hatten, ging es kurzzeitig bis auf 142,60 Euro abwärts. Zuletzt erholten sie sich wieder etwas, büßten aber immer noch 5,5 Prozent auf 147,20 Euro ein, womit sie Schlusslicht im MDax <DE0008467416> blieben.

Analyst Christian Salis von Hauck & Aufhäuser stufte das Papier nach den am Montag vorab veröffentlichten starken Quartalszahlen von "Buy" auf "Hold" ab und hob zugleich das Kursziel von 155 auf 160 Euro an. Zwar sei Shop Apotheke ein klarer Profiteur der Corona-Krise, doch die Bewertung sei inzwischen ausgereizt, schrieb er. Der an diesem Dienstag vom Unternehmen außerdem mitgeteilte vorzeitige Tausch von 90 Prozent einer Wandelanleihe in neue Aktien ist in seinen Schätzungen dabei ebenfalls bereits vollständig reflektiert. Die Information sollte nicht überrascht haben, sagte Salis, da sie bereits ausreichend angekündigt worden sei.

Dagegen wertete er den aktuellen Bericht der Zeitung als negativ für den Apothekenversandhändler, sollten tatsächlich Rabatte auf rezeptpflichtige Medikamente untersagt werden. Spahn wirbt in Brüssel seit mehr als einem Jahr um Zustimmung für sein Vorhaben, Preisnachlässe der Onlineapotheken zu verbieten. Deutsche Apotheken sehen dadurch die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten in Gefahr, wie die Zeitung schrieb. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte indes solche Rabatte 2016 Anbietern wie den niederländischen Apotheken-Konzernen DocMorris und Shop Apotheke ausdrücklich erlaubt, um Nachteile beim Marktzugang auszugleichen.