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Airbnb profitiert von Rückkehr des Reisebooms

·Wirtschaftsjournalist und Techblogger

Das Vorzeigeunternehmen der Sharing-Economy bleibt eine der konstanten Internetaktien in turbulenten Zeiten. Der Grund: Nach dem Ende der Corona-Beschränkungen lockt in diesem Sommer ein Buchungsboom, wie die jüngste Quartalsbilanz verdeutlicht.

Die Reiselust kehrt zurück, Airbnb profitiert (Foto: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration)
Die Reiselust kehrt zurück, Airbnb profitiert (Foto: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration)

Die Zeiten für Techaktien waren selten so düster wie 2022. Seit Beginn der Handelsaktivität 1971 ist die Technologiebörse Nasdaq nie so schlecht in ein Börsenjahr gestartet wie 2022: Nach vier Monaten liegen der Nasdaq Composite als auch Nasdaq 100 um jeweils 20 Prozent hinten.

Absolute Techschwergewichte wie Amazon und Meta haben mit einem Minus von 26 bzw. 37 Prozent noch deutlich größere Kursverluste zu verbuchen, während einstige Vorzeigekonzerne wie Netflix oder PayPal mehr als zwei Drittel oder die Hälfte des Wertes verloren haben.

Airbnb-Aktie 2022 erstaunlich stabil

Bemerkenswert stabil schlägt sich dagegen ein relativer Börsenneuling in dem Internetsegment der „Sharing Economy“: Airbnb. Die Aktie des 14 Jahre alten Unternehmens aus San Francisco notiert im laufenden Jahr gerade mal um 10 Prozent im Minus und hat damit sogar besser performt als die GAFAM-Stars Apple, Microsoft und Alphabet.

Dabei waren die Vorzeichen zum IPO im Dezember 2020 noch eingetrübt. Der 2008 gegründete digitale Zimmervermittler galt lange Zeit als prädestiniert, als nächster großer Star der sogenannten ‚Sharing Economy‘ an die Börse zu stürmen – dann kam Corona. Reisen, die Lieblingsbeschäftigung von Millionen Millennials, wurde in der Corona-Zeit zum Drahtseilakt, der seine Spuren in der Geschäftsbilanz des Internetpioniers hinterließ. Umsätze gingen im ersten Lockdown-Jahr zurück, dreistellige Millionenverluste wurden eingefahren.

Buchungsboom beschert Airbnb starkes erstes Quartal

Im vergangenen Jahr deutete sich mit dem Start der weltweiten Impfkampagne an, dass Airbnb eine der interessantesten Wetten auf die Zeit nach Corona darstellt: Im letzten Sommer verbuchte der von Brian Chesky geführte Online-Unterkunftsvermittler ein Rekordergebnis, das die Vorschusslorbeeren des phänomenalen IPOs, als Airbnb plötzlich mit über 100 Milliarden Dollar bewertet wurde, zu rechtfertigen schien.

Zwar stagniert die Bewertung seitdem, dafür zogen bereits im traditionell weniger reiseintensiven ersten Quartal die Buchungen explosiv an. In den ersten drei Monaten des Jahres konnte Airbnb eine Geschäftsbilanz vorweisen, die nach jeder Lesart die Analystenschätzungen übertraf.

Umsatzplus von 70 Prozent

So erlöste der Internetpionier in den 90 Tagen von Anfang Januar bis Ende März 1,51 Milliarden Dollar, was einer Steigerung von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht, als Airbnb noch 887 Millionen Dollar umgesetzt hatte. Analysten hatten lediglich mit Erlösen in Höhe von 1,45 Milliarden Dollar gerechnet.

Aber auch gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019, als noch keine Lockdowns und Reiserestriktionen die Buchungsbereitschaft eintrübten, hat Airbnb deutlich zugelegt – die Umsätze im ersten Quartal 2022 fielen um 80 Prozent höher aus als im Vergleichszeitraum vor drei Jahren.

Operativ Gewinne im ersten Quartal

Noch mehr Fortschritte machte Airbnb beim Konzernergebnis. Nach einem happigen Vorjahresverlust im traditionell schwächsten Quartal von 1,17 Milliarden Dollar, könnte CEO Chesky das Minus auf 19 Millionen Dollar und damit in Richtung der schwarzen Null drücken.

Der Verlust je Aktie in Höhe von 3 Cent fiel deutlich geringer aus als von der Wall Street erwartet, die noch mit einem Minus von 29 Cent je Anteilsschein gerechnet hatte. Operativ erzielte Airbnb mit einem Ebitda von 219 Millionen Dollar erstmals in einem ersten Quartal Gewinne.

Ausblick über den Erwartungen

Brian Chesky sieht Airbnb unterdessen gut für das Frühlingsquartal gerüstet und rechnet mit Erlösen zwischen 2,03 und 2,13 Milliarden Dollar, die sich über den Analystenerwartungen von 1,97 Milliarden Dollar bewegen und über dem Vorjahresniveau liegen.

Nach deutlichen Abverkäufen im regulären Handel reagierten Anleger erleichtert auf das Zahlenwerk und schickten die Aktie im nachbörslichen Handel wieder rum vier Prozent nach oben. Bei Kursen von 150 Dollar notiert das US-Internetunternehmen mit Sitz in San Francisco knapp 30 Prozent unter den im vergangenen Jahr aufgestellten Allzeithochs.

Video: Private Wohnung auf Airbnb vermieten: Darauf musst du achten!

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