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Bilanzschock: Netflix verliert 200.000 Abonnenten

·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 3 Min.

Hollywoodreifes Drama nach Handelsschluss: Der erfolgsverwöhnte Streaming-Pionier Netflix schockiert die Wall Street bei Vorlage seiner neusten Quartalsbilanz. Die Abonnentenentwicklung geht erstmals seit über einer Dekade wieder zurück. Die Folge: Die Aktie verliert erdrutschartig.

Netflix: Traumfabrik für inzwischen 221 Millionen zahlende Abonnenten (Foto: © Netflix)
Netflix: Traumfabrik für inzwischen 221 Millionen zahlende Abonnenten (Foto: © Netflix)

Startschuss zur mit Spannung erwarteten neuen Bilanzsaison für das erste Quartal 2022, das von Inflations- und Zinssorgen und dem Krieg in der Ukraine überschattet wurde: Nach Handelsschluss an der Wall Street präsentierte Netflix als eines der ersten Internet- und Techunternehmen seine Bilanz für den abgelaufenen Dreimonatszeitraum.

Und der erste Knalleffekt wurde gleich gesetzt. Allein: kaum so, wie vom Streaming-Pionier erhofft. Das knapp 25 Jahre alte Internetunternehmen, das einst als Versender von DVDs begann, weist inzwischen einen immer größeren Reifegrad auf – das Wachstum lässt immer stärker nach.

Quartalsbilanz unter den Erwartungen

Die Umsätze legten im März-Quartal lediglich noch um knapp 10 Prozent auf nunmehr 7,86 Milliarden Dollar zu. Die Konsensschätzungen der Wall Street, die noch bei 7,93 Milliarden Dollar gelegen hatten, wurden damit unterboten.

Immerhin: Das Konzernergebnis entwickelte sich über den Prognosen der Analysten. Statt der durchschnittlich erwarteten 2,89 Dollar je Anteilsschein verdiente Netflix im ersten Quartal 2022 gar 3,53 Dollar je Aktie. Unter dem Strich erzielte Netflix in den drei Monaten des neuen Geschäftsjahres 1,59 Milliarden Dollar, lag damit aber leicht unter dem Vorjahreszeitraum, als der Streaming-Pionier noch 1,71 Milliarden Dollar verdient hatte.

Abonnentenrückgang schockiert die Wall Street

Bei der seit jeher von Anlegern und Analysten kritisch beäugten Abonnentenentwicklung leistete Netflix sich gar einen folgenschweren Fehltritt. Der nach Amazon, Google und Facebook viertwertvollste Internetkonzern der USA büßte im ersten Quartal erstmals seit mehr als einer Dekade wieder Kunden ein.

Netflix musste einen Mitgliederrückgang von 200.000 zahlenden Abonnenten vermelden, den CEO Reed Hastings u.a. mit dem Rückzug aus dem russischen Markt erklärte. Netflix hatte nach Beginn des Ukrainekrieges seine Geschäfte in Russland eingestellt und 700.000 russischen Nutzern die Mitgliedschaft entzogen. Ohne den Schritt hätte Netflix ein Plus von einer halben Million Abonnenten verbucht.

Analysten hatten stattdessen mit einem Zuwachs von 2,73 Millionen neuen Abonnenten gerechnet. Beim Ausblick auf das laufende Quartal blieb Reed Hastings noch deutlicher unter den Erwartungen der Wall Street. So rechnet Netflix in den drei Monaten bis Ende Juni gar mit einem Zuschauerschwund von weiteren zwei Millionen.

Netflix verliert seit Jahresbeginn über 150 Milliarden Dollar an Börsenwert

Die Folge: Die Netflix-Aktie, die in den vergangenen vier Monaten im herausfordernden Umfeld steigender Leitzinsen mit der Kohorte der Internet- und Techaktien bereits heftige Abschläge einstecken musste, kollabierte nach der Bilanzvorlage wie bereits im Januar.

Die Anteilsscheine des Streaming-Pioniers verloren nach Handelsschluss enorme 26 Prozent an Wert auf nur noch 257 Dollar. Seit Jahresbeginn hat Netflix mehr als die Hälfte seines gesamten Börsenwertes eingebüßt und dabei über 150 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet. Seit dem Allzeithoch im November letzten Jahres gingen fast 200 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren.

Im Sog von Netflix fielen auch andere Medien- und Internetaktien wie Disney, Spotify und Meta nachbörslich weiter zurück. In der kommenden Woche nimmt die Berichtssaison mit der Vorlage der neuen Geschäftsbilanzen von Microsoft, Google, Meta, Apple und Amazon erst richtig Fahrt auf.

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