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Wolkenkratzer wachsen aus ehemaligem Deutsche-Bank-Quartier

Stephan Kahl
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Mitten in der Coronakrise und der Flucht ins Home Office entsteht auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Bank AG in der Frankfurter Innenstadt jetzt ein Ensemble aus vier Wolkenkratzern mit viel Bürofläche. Trotz der unruhigen Zeiten am Immobilienmarkt meldet Entwickler Nikolaus Bieber zahlreiche Vermietungen und sieht das 1,6 Milliarden Euro schwere Projekt names “Four” auf Kurs.

“Auch wenn angesichts Corona jetzt alle übers Home Office reden, glaube ich nicht, dass die Anmietung von Büroflächen am Ende groß zurückgehen wird”, sagte Bieber, Geschäftsführer der Immobilienfirma Groß & Partner, in einem Interview mit Bloomberg. Seiner Meinung nach werden Unternehmen immer Büros brauchen. “Insofern halten wir an all unseren Vermarktungszielen für das Four fest.”

Die deutsche Finanzbranche ist eng mit dem Projekt verbunden. Die Bankenriesen DZ Bank, Commerzbank AG und DekaBank sind entweder als Investoren oder künftige Mieter an Bord.

Erst im Juli hatte die Deka erklärt, das Frankfurter Trianon-Hochhaus nach über 20 Jahren verlassen und in einen der Four-Wolkenkratzer umziehen zu wollen. Für Groß & Partner war die Meldung zum Abschluss des Mietvertrags inmitten der Pandemie ein Erfolg.

“Wir haben derzeit Anfragen für weitere Anmietungen, auch aus der Finanzbranche”, sagte Bieber. Gespräche dazu würden laufen. Nach dem Baubeginn im vergangenen Jahr sollen die vier Hochhäuser bis 2023 beziehungsweise 2024 bezugsbereit sein. Der Turm, in den die Deka ziehen wird, ist bereits mehr als zur Hälfte vorvermietet.

Zuletzt hatten viele Unternehmen - auch aus der in Frankfurt beheimateten Finanzbranche - durchblicken lassen, dass sie dauerhaft mit mehr Home Office und weniger Bürobedarf rechnen. So sagte beispielsweise Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing im Sommer, dass sein Konzern von “nicht unerheblichen” Einsparungen aufgrund der Arbeit von zu Hause profitieren werde.

Sven Carstensen, Vorstand des Immobilienberaters Bulwiengesa AG, bescheinigt dem Four dennoch gute Aussichten. Es sei ein Premium-Produkt und werde “als Bindeglied zwischen Bankenviertel und Innenstadt eine herausragende Stellung” in Frankfurt einnehmen. Auch beim Mietniveau ist er zuversichtlich.

“Derzeit werden eine ganze Reihe von Büroprojekten auf Eis gelegt, da die Finanzierung nicht gesichert ist”, sagte Carstensen. “Die Pipeline wird hierdurch geringer. Der Büroflächenneuzugang bliebt somit moderat, wodurch der Druck auf die Mieten sich in Grenzen halten dürfte.”

Groß & Partner hatte das ehemalige Deutsche-Bank-Gelände zwischen Große Gallusstraße, Neue Schlesingergasse and Junghofstraße im Jahr 2015 gekauft. Die nun dort entstehenden Wolkenkratzer haben unterschiedliche Höhen und Zwecke:

Turm 1 ist 233 Meter hoch und kommt auf 72.500 Quadratmeter Büromietfläche. Mieter sind unter anderem Deka und die Rechtsanwaltskanzlei Allen & Overy LLP.Turm 2 ist 178 Meter hoch. Er beherbergt ein Hotel, einen Supermarkt und Mietwohnungen. Rund 30% des Gebäudes ist vorvermietet.Turm 3 ist 120 Meter hoch. Hier gibt es Eigentumswohnungen sowie ein weiteres Hotel, welches von Commerz Real - einer Tochter der Commerzbank - für einen Fonds gekauft wurde.Turm 4 ist 100 Meter hoch und bietet 23.000 Quadratmeter Bürofläche. Das komplette Hochhaus wurde an Union Investment verkauft, die mehrheitlich der DZ Bank gehört.

„Das Gesamtprojekt Four hat schlichtweg Leuchtturmcharakter”, sagte Alejandro Obermeyer, Leiter Investment Management DACH bei Union Investment Real Estate. Für den Investor war es die größte Immobilientransaktion in Frankfurt seit über zehn Jahren.

Die vier Hochhäuser schließen “ideal die Lücke zwischen Bankenviertel und Zeil”, erklärte Henning Koch, Mitglied des Vorstands der Commerz Real. “Diese Top-Lage und die hervorragenden Entwicklungsperspektiven haben uns veranlasst, hier für unsere Investoren einzusteigen.”

Bei den Eigentumswohnungen hat der Verkauf vor kurzem begonnen. Laut Bieber gibt es viele Interessenten vor allem aus der Region, die die Wohnungen als Investment beziehungsweise zur Eigennutzung erwerben wollen.

Unverkauft ist bislang der Turm 2. “Da es am Immobilienmarkt - trotz Corona - weiter bergauf geht, wollen wir die weitere Entwicklung am Markt abwarten”, sagte Projektentwickler Bieber. Ein Verkauf im nächsten oder übernächsten Jahr sei jedoch wahrscheinlich.

(Ergänzt um Verkauf von Eigentumswohungen im vorletzten Absatz)

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©2020 Bloomberg L.P.