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Wie viel verdient eigentlich ein Fahrkartenkontrolleur?

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Er überprüft, ob alle Fahrgäste eine gültige Fahrkarte besitzen, erfasst Personalien und besondere Vorkommnisse und erteilt Auskünfte. Doch darüber hinaus muss ein Fahrkartenkontrolleur auch oft mit Anfeindungen und Konfliktsituationen klarkommen. Das müsste doch auch beim Gehalt berücksichtigt werden, oder? Falsch gedacht!

Beliebt ist der Beruf des Fahrkartenkontrolleurs nicht. (Symbolbild: Getty Images)

Seien wir mal ehrlich: Fahrkartenkontrolleure sind in der Skala der unbeliebtesten Berufe ungefähr gleichauf mit der Politesse und dem Zahnarzt. Doch wer sich für diesen Job entscheidet, kann mit viel Freundlichkeit und Gelassenheit persönlich daran arbeiten, dieses eher negative Image zu ändern.

So wird man Fahrkartenkontrolleur/in

Ein bestimmter Bildungsweg oder Abschluss ist nicht vorgeschrieben. Allerdings muss jeder Anwärter eine rund vierwöchige Ausbildung absolvieren, bevor er seinen Dienst bei einem Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs, bei Eisenbahnunternehmen oder auch Schifffahrtsbetrieben antritt. Erst danach arbeitet er dann auf sich selbst gestellt.

In dieser Zeit lernt er das Streckennetz kennen und wird über die Tarife und Bestimmungen seines Arbeitgebers informiert. Während der praktischen Phase des Lehrgangs ist er mit einem bereits ausgebildeten Kontrolleur unterwegs und erfährt so auch, wie man am besten mit einer kritischen Situation umgeht.

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Gehalt während und nach der Ausbildung

Bei den meisten Verkehrsbetrieben wird die Ausbildungszeit bereits vergütet. Als Einstiegsgehalt werden dann laut “marktforschung-portal.de“ etwa 1800 bis 2000 Euro brutto pro Monat bezahlt. “Jobbörse.de“ spricht dagegen nur von 1370 bis 1530 Euro brutto. Die Arbeitsagentur macht gar keine konkreten Angaben. Fakt ist, dass man als Fahrkartenkontrolleur/in wohl nicht reich wird.

Positiv: Aufs monatliche Bruttogehalt obendrauf kommen oft Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Wer Nachtarbeit und Sonn- und Feiertagsarbeit leistet, der kann mit einem Zuschlag von 25 Prozent rechnen.

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Für wen ist der Beruf des Fahrkartenkontrolleurs geeignet?

Auch wenn die Anforderungen vergleichsweise gering sind: Der Beruf Fahrkartenkontrolleur/in ist nicht für jeden geeignet. Da er nicht den besten Ruf hat, ist den meisten Betrieben ein freundliches Verhalten den Fahrgästen gegenüber umso wichtiger. Das gilt auch und vor allem, wenn es zu Konfliktsituationen kommt.

Wenn jemand ausfallend oder sogar handgreiflich wird, ist es nicht einfach, ruhig und bestimmt zu bleiben. Beschimpfungen darf man nicht persönlich nehmen. Ohne die Bereitschaft zum Schichtdienst – auch an Wochenenden, nachts oder an Feiertagen – sollte man den Beruf ebenso nicht ergreifen.

Gute Deutschkenntnisse, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und körperliche Fitness sind wichtige Voraussetzungen. Schließlich ist man als Fahrkartenkontrolleur immer auf den Beinen.

Der Beruf Fahrkartenkontrolleur/in ist nicht für jeden geeignet. (Symbolbild:Getty Images)

So findet man eine Stelle als Fahrkartenkontrolleur/in

Wer mit den Suchbegriffen Fahrkartenkontrolleur/in, Kartenkontrolleur/in, Fahrausweisprüfer/in, Fahrkartenkontrolleur/in oder Ticket inspector (m/f) auf den gängigen Jobportalen nicht fündig wird, sollte direkt auf den Webseiten der Verkehrsbetriebe nachsehen. Oft findet man dort die aktuellen Stellenangebote in einer extra Rubrik – meist zunächst auf ein Jahr befristet.

Übrigens: Fahrkartenkontrolleur/in ist auch ein gängiger Studentenjob, der dabei helfen kann, das Studium zu finanzieren.

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