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Was verdienen eigentlich Medizinische Fachangestellte?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Medizinische Fachangestellte, früher Arzthelfer oder Arzthelferinnen genannt, sind die erste Anlaufstelle für Patienten. Neben organisatorischen Tätigkeiten wie Terminvereinbarung übernehmen sie auch medizinische Aufgaben wie Blut abnehmen oder Impfen, doch wie viel verdienen sie dabei?

Aufgaben wie Blutdruck messen, Blut abnehmen oder das Impfen übernehmen oft Medizinische Fachangestellte. (Bild: Getty Images)

Die Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten findet parallel in Arztpraxen oder Kliniken und der Berufsschule statt und dauert drei Jahre. Sie ist gegliedert in praktische und theoretische Teile, wobei erstere unter anderem folgende Themen umfassen: die Koordination von Patiententerminen und die Beratung der Patienten, das Anlegen von Verbänden, das Durchführen von Hygienemaßnahmen, Erkennen von Infektionskrankheiten, die Sterilisierung von Instrumenten, die Versorgung von Wunden und die Durchführung von Blutabnahmen, Abstriche und Injektionen.

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Im theoretischen Teil werden u.a. die Themengebiete Abrechnung, Qualitätssicherung, Laborarbeiten, Datenschutz und Datensicherheit, Grundlagen der Prävention und Rehabilitation und Handeln im Notfall behandelt.

Gehalt während und nach der Ausbildung

Im ersten Ausbildungsjahr liegt das Gehalt laut Tarifvertrag des Verbands medizinischer Fachberufe e.V. bei 865 Euro, im zweiten bei 910 Euro und im dritten bei 960 Euro. Nach der Ausbildung beträgt ein durchschnittliches Gehalt laut Entgeltatlas der Arbeitsagentur 2240 Euro, wobei regionale Unterschiede ganz schön ins Gewicht fallen können. Wo es in Sachsen-Anhalt gerade einmal 1800 Euro brutto sind, können in Bayern schon 2350 Euro auf dem Gehaltszettel stehen.

Tarifgehälter sind in der Regel höher

Wer nach Tarif bezahlt wird, verdient in der Regel mehr als die Kollegen ohne Tarifbindung. Im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes zum Beispiel fallen Medizinische Fachangestellte je nach Schwierigkeitsgrad der Tätigkeit in die Entgeltgruppe 5 oder 6, wobei es je nach Berufserfahrung und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses verschiedene Stufen gibt. In der Entgeltgruppe 5 entspricht das Gehalt bei Stufe 1 knapp 2500 Euro, während es in Stufe 6 knapp 3050 Euro sind. Entgeltstufe 6 beginnt bei 2550 Euro und endet bei 3170 Euro.

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Mehr Geld kann noch drin sein, wenn man in einem Betrieb arbeitet, der nach dem Tarifvertrag des Verbandes medizinischer Fachberufe bezahlt. Ab dem 17. Berufsjahr ist hier ein Gehalt von bis zu 3800 Euro vorgesehen. Der Frauenanteil der Beschäftigten liegt bei fast 99 Prozent.

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