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WhatsApp speist findigen Teenager mit lächerlicher Summe ab

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Ein junger Mann aus Indien hat Facebook mit seiner Entdeckung einen riesigen Gefallen getan. Der Mega-Konzern stellte ihm dafür eine stattliche Belohnung in Aussicht. Was das Unternehmen dem 19-Jährigen aber tatsächlich zahlte, ist ein Witz.

WhatsApp gehört seit Februar 2014 zum Facebook-Konzern. (Symbolbild: Getty Images)

Der 19-jährige IT-Student aus dem indischen Kerala hatte eine Schwachstelle bei WhatsApp entdeckt und diese direkt dem Facebook-Konzern, zu dem der Messenger-Dienst gehört, gemeldet.

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Damit tat K. S. Ananthakrishna dem Weltkonzern einen großen Gefallen, denn er hätte mit dieser Information auch ganz andere Dinge tun können. Auf dem Schwarzmarkt werden beispielsweise hohe Summen für solche Entdeckungen bezahlt, um den Unternehmen zu schaden oder sie damit zu erpressen.

Lösungsvorschlag des Mannes wird umgesetzt

Der Inder hatte einen Bug entdeckt, der es Angreifern ermöglichte, unbemerkt in fremde WhatsApp-Konten einzudringen und dort Daten zu löschen. Für Messenger-Dienste eine Art Super-GAU, da sie vom Vertrauen der Nutzer in ihre Sicherheit leben.

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Der 19-Jährige informierte WhatsApp nicht nur, sondern schickte sogar einen Lösungsvorschlag mit. Dieser war anscheinend so gut, dass ihn der Messenger-Dienst beim Stopfen der Lücke direkt umsetzte. Dem jungen Tüftler versprach das Unternehmen ein angemessenes Dankeschön.

Facebook hatte 2018 weltweit knapp 1,9 Milliarden aktive Nutzer. (Symbolbild: Getty Images)

Mega-Konzerne sind dankbar für solche Hinweise

Dazu muss man wissen, dass es für große Tech-Konzerne mittlerweile üblich ist, stattliche Summen für das Entdecken solcher Sicherheitslücken zu zahlen, da sie aufgrund der immer größer werdenden Fehleranfälligkeit ihrer Systeme auf Hinweise von außen angewiesen sind.

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Lücken so zu stopfen, bevor sie öffentlich werden und einen medial transportierten Vertrauensverlust mit sich bringen, ist im Interesse der Mega-Unternehmen. Das trifft speziell auf Facebook zu, das sich zuletzt mehrere Datenschutz-Schnitzer geleistet hatte.

Von einer beachtlichen Dankes-Summe kann im Fall des jungen Inders allerdings keine Rede sein: Facebook speiste ihn mit 500 Dollar und einem Platz in der “Hall of Fame” des Unternehmens ab. Ob der Welt-Konzern damit andere findige Menschen animiert, Bugs ihnen und nicht dubiosen Interessenten zu melden,sei dahingestellt.

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