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Was verdient eigentlich ein Physiotherapeut?

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Sie machen wieder mobil, wenn Knochen und Gelenke schmerzen oder unbeweglich sind. Ob Therapie, Vorsorge oder Rehabilitation – ihre Aufgaben sind vielfältig und körperlich anstrengend. Aber was verdient ein Physiotherapeut eigentlich?

Viele Menschen haben körperliche Beschwerden. Ob nach Operationen, zur Linderung oder Prävention, Physiotherapeuten können in vielen Fällen helfen und unterstützen. Dabei müssen Menschen, die diesen Beruf ausüben wollen, selbst topfit sein, denn die Arbeit mit den Patienten ist körperlich sehr anstrengend.

Neben der eigenen Fitness gehört zu den weiteren Voraussetzungen für diesen Beruf mindestens die mittlere Reife. Je nach Schulabschluss besteht die Möglichkeit, entweder eine dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule zu absolvieren oder ein Physiotherapie-Studium mit rund acht Semestern zu belegen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ausbildungsberufen handelt es sich bei Physiotherapeuten um reine schulische Ausbildungen, während der sie normalerweise kein Gehalt erhalten.

Eine glückliche Ausnahme sind diejenigen, die ihre Ausbildung bei einem kommunalen Krankenhaus oder einer Uniklinik absolvieren. Für diese Azubis gilt seit 2019, wie für viele andere Gesundheitsberufe, ein Tarifvertrag. Im ersten Ausbildungsjahr gibt es rund 990 Euro brutto, das zweite wird mit 1.045 Euro vergütet und im dritten sind es dann 1.120 Euro.

Nach der Ausbildung machen sich Physiotherapeuten entweder selbstständig oder nehmen eine freie Stelle im Gesundheitswesen an.

Laut ausbildung.de liegt das Durchschnittsgehalt von angestellten Physiotherapeuten im Westen bei 2.400 Euro, in den neuen Bundesländern wie etwa Sachsen oder Brandenburg mit 1.900 Euro deutlich darunter. Besser stehen sich Angestellte bei öffentlichen Institutionen. Sie werden nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt und liegen ohne Zusatzqualifikationen meist bei einem Einstiegsgehalt von 2.250 Euro. Nach etwa sechs Jahren Berufserfahrung sind bis zu 2.700 Euro drin. Berufserfahrene, die sich zusätzlich weiterbilden, können im öffentlichen Dienst maximal rund 3.300 Euro Bruttogehalt pro Monat erreichen.

In Hessen verdienen Physiotherapeuten am besten. (Bild: gehalt.de)

Oft wird die körperliche Anstrengung bei diesem Beruf unterschätzt. Das ist sicher auch der Grund dafür, warum es mehr männliche Physiotherapeuten gibt.

Der hohe körperliche Einsatz und die dafür relativ geringen Verdienstchancen sind oftmals auch der Grund, warum viele Menschen wieder aus dem Beruf aussteigen oder umschulen.

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