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UFO-Beauftragter Nicoley Baublies sucht den Streik

In dem Tarifstreit mit Lufthansa gibt sich der Beauftragte der Kabinengewerkschaft UFO wenig kompromissbereit. Er kämpft auch für seine eigenen Interessen.

Lufthansa ging rechtlich gegen den 46-jährigen Kabinenchef vor – und kündigte ihm. Foto: dpa

Nicoley Baublies gilt eigentlich als jemand, der auch nach langen Streitigkeiten kompromissbereit ist. Aktuell ist davon allerdings nichts zu spüren. Der frühere Chef und heutige Vorstandsbeauftragte der Kabinengewerkschaft UFO scheint um jeden Preis streiken zu wollen.

Alle Angebote der Lufthansa-Tochter Germanwings hat Baublies bisher abgelehnt, und so fielen auch an Neujahr, dem dritten Streiktag in Folge, wieder Dutzende Flüge aus. Betroffene Passagiere dürften sich längst fragen, worum hier eigentlich gestritten wird. Offiziell geht es um einen Tarifvertrag, der die Teilzeit bei dem Lufthansa-Ableger regelt. Seit drei Jahren wird darüber verhandelt, was die Gewerkschaftsseite erzürnt.

 Germanwings hingegen argumentiert, dass man mittlerweile für fast alle Kabinenmitarbeiter passende Teilzeitmodelle umgesetzt habe, lediglich für elf der 800 Mitarbeiter nicht. Verstörend ist auch, dass die UFO bisher alle Vorschläge des Managements, den Streit zu entschärfen, abgelehnt hat. Beobachter fragen sich, was UFO mit ihrem Streik tatsächlich bezweckt. Ist es am Ende das Ziel von Baublies, nach dem heftigen Streit mit der „Hansa“ wieder komplett rehabilitiert zu werden?

 Lufthansa hatte dem 46-jährigen Kabinenchef vor Monaten gekündigt und ist gegen ihn und einige UFO-Vorstände rechtlich vorgegangen. Baublies macht Schadensersatz geltend – denn es geht für ihn auch um seine eigene Existenz. Lufthansa will diese Fragen bei einem richterlichen Gütetermin klären und nicht als Teil des Tarifstreits behandelt wissen. Vertraute von Baublies argumentieren, dass die persönlichen Dinge Thema der Schlichtung sein müssen, weil sie Teil des Dauerkonflikts zwischen der UFO und Lufthansa sind.

Diese Gemengelage mag in dem sowieso schon schwierigen Tarifkonflikt nur einer von vielen Aspekten sein. Aber sie überlagert den eigentlichen Streit und macht eine Lösung noch komplexer.