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Studie: Frauen in Firmenvorständen bauen Gehaltsvorsprung aus

·Lesedauer: 2 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Frauen in der Topetage börsennotierter Firmen in Deutschland haben einer Studie zufolge ihren Gehaltsvorsprung gegenüber Männern im vergangenen Jahr deutlich ausgebaut. Die Gesamtvergütung von Managerinnen im Vorstand von Unternehmen der Dax <DE0008469008>-Familie stieg gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 8,2 Prozent auf 2,31 Millionen Euro, wie aus der Analyse des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervorgeht. Männliche Mitglieder des Gremiums mussten sich im Mittel mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 1,76 Millionen Euro zufrieden geben. Der Gehaltsvorsprung der Frauen war mit 31 Prozent den Angaben zufolge so groß wie nie zuvor.

"Der Frauenanteil in den Vorstandsgremien ist nach wie vor sehr gering - und steigt nur sehr langsam. Immerhin stehen weibliche Vorstände zumindest bei der Vergütung besser da als ihre männlichen Kollegen", sagte EY-Partner und Spezialist für Vorstandsvergütung Jens Massmann. Als einen wichtigen Grund sieht er das wachsende Interesse der Unternehmen, Frauen für die Topetage zu gewinnen. Da Kandidatinnen knapp seien, erhöhe sich ihr Marktwert - und damit auch ihre Vergütung. "Hochqualifizierte weibliche Top-Managerinnen haben derzeit eine gute Verhandlungsposition", argumentierte Massmann.

Der Trend zeigte sich besonders deutlich in der obersten deutschen Börsenliga, dem Dax. Während Männer Gehaltseinbußen hinnehmen mussten, stieg die durchschnittliche Gesamtdirektvergütung der Vorstandsfrauen um rund 9 Prozent. Im Schnitt verdienten Topmanagerinnen 3,19 Millionen Euro, männliche Vorstandsmitglieder kamen auf 2,71 Millionen Euro.

Auch in Unternehmen des Index für kleinere Werte, dem SDax <DE0009653386>, bauten Frauen ihren Gehaltsvorsprung aus. Sie verdienten im Schnitt 1,14 Millionen Euro (plus 6,7 Prozent). Ihre Kollegen erhielten 987 000 Euro (minus 1,1 Prozent).

Im MDax <DE0008467416> blieben die Vorstandsfrauen dagegen hinter ihren Kollegen zurück. Ihre durchschnittliche Gesamtdirektvergütung sank um 5,8 Prozent auf 1,36 Millionen Euro. Männer verdienten im Schnitt hingegen 1,47 Millionen Euro und damit 11 Prozent als ein Jahr zuvor.

Vorstandschefs wurden bei dem Vergleich nicht berücksichtigt, da es kaum Frauen in dieser Position gibt und die Vorsitzenden deutlich mehr verdienen als andere Mitglieder des Gremiums. Die Gesamtdirektvergütung besteht aus dem festen Jahresgehalt und der in dem Jahr gewährten variablen Vergütung, Boni etwa.

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