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Starbucks verbietet Mitarbeitern Anti-Rassismus-Statements

André Wagner
Freier Autor

Rund um den Erdball solidarisieren sich die Menschen mit der #BlackLivesMatter-Bewegung. Die in Seattle stammende Coffee-Shop-Kette hat seinen Mitarbeitern nun untersagt, während der Arbeit Anti-Rassismus-Statements abzugeben.

"Starbucks" hat seinen Mitarbeitern untersagt, sich während der Arbeitszeit solidarisch mit der 'BLM-Bewegung zu zeigen. (Symbolfoto: Getty Images)

Weltweit solidarisieren sich derzeit die Menschen mit der #BlackLivesMatter-Bewegung. Vor allem in den USA möchten viele auch in der Arbeit ein Zeichen gegen Rassismus setzen, aber nicht überall ist das erwünscht. So verbietet die Coffee-Shop-Kette Starbucks seinen Mitarbeitern während der Arbeit politische Statements jedweder Form abzugeben.

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In einem internen Memo hat die aus Seattle stammende Starbucks-Kette ihren Mitarbeitern untersagt, Schutz- oder normale Kleidung sowie Accessoires zu tragen, die im Rahmen der #BLM-Bewegung ein anti-rassistisches oder solidarisches Statement darstellen.

Starbucks-interne Regelung untersagt eigentlich politische Aussagen

Dadurch soll die Starbucks-interne Regelung eingehalten werden, die den Mitarbeitern und Baristas untersagt, ihre Arbeitskleidung für religiöse, politische oder persönliche Aussagen zweckzuentfremden.

Klingt soweit ganz logisch, doch die ganze Sache hat einen Haken. Viele Starbucks-Angestellte werfen dem Unternehmen nun Heuchelei vor.

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Nach dem grausamen Tod des Afroamerikaners George Floyd zeigte sich die weltweit agierende Coffee-Shop-Kette solidarisch und spendete eine Million US-Dollar an Organisationen, die sich für die Gleichberechtigung von Dunkelhäutigen einsetzt. Auch auf Instagram betonte Starbucks sein diesbezügliches Engagement.

Warum wird Angestellten solidarisches Handeln untersagt?

Zudem soll zusammen mit der Arizona State University ein Training für Angestellte entwickelt werden, mit dem rassistische Vorurteile im Alltag bekämpft werden können.

Nun stellt sich also die Frage, warum brüstet sich Starbucks mit seiner Unterstützung für die #BlackLivesMatter-Bewegung, verbietet seinen Angestellten aber solidarisches Handeln?

Zumal es in der Vergangenheit durchaus schon zu entsprechenden Unterstützungs-Bekundungen kam. Wie "BuzzFeedNews" berichtet, sollen sich einige Baristas darüber beschwert haben, dass Starbucks-Mitarbeiter durchaus in der Arbeit Kleidung und Accessoires mit politischen Messages tragen dürfen.

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Im Rahmen des Pride-Monats Juni soll Starbucks sogar T-Shirts und Buttons an seine Angestellten verteilen, damit sich diese mit der "Ehe für alle" und der LGBTQ-Community (Lesbian,Gay,Bisexual,Transgender,Queer) solidarisch zeigen können.

Warum vollzieht “Starbucks” einen Paradigmenwechsel?

Warum wird also ein Engagement für die #BLM-Movement untersagt? Das Argument, dass #BlackLivesMatters-Statements zu Gewalt gegenüber Starbucks-Mitarbeitern führen könnte, kann getrost ad absurdum geführt werden. Auch solidarische Aussagen, in welcher Form auch immer, zur LGBTQ-Community können zweifelsohne zu homo- oder transphoben Anfeindungen und Handgreiflichkeiten führen.

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"Wir haben Partner, die Belästigung und Transphobie/Homophobie erfahren haben, weil sie ihre Anstecknadeln und [Pride]-Shirts getragen haben, und Starbucks steht immer noch hinter ihnen", so ein Barista.

Warum vollzieht Starbucks nun einen Paradigmenwechsel, wenn es um die Rechte für Dunkelhäutige geht?

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