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So kommen Sie besser mit Ihrem Einkommen klar

Stefanie Kühn
Finanzexpertin Yahoo Finanzen
Viele Menschen haben bereits am 20. des Monats das Gefühl, dass das Geld nicht bis zum Monatsende reichen wird. (Bild: Getty Images)

Viele Menschen haben bereits zum 20. des Monats das Gefühl, dass ihr Geld nicht ausreicht. Schon eine unerwartete Nebenkostenabrechnung vom Vermieter, die oft im Frühjahr oder Sommer eintrudelt, bringt das Girokonto an sein Limit. Muss sogar der Dispo ausgereizt werden, ärgern Sie sich zusätzlich über die hohen Soll-Zinsen am Ende des Monats. Doch wie bekommen Sie es langfristig in den Griff, dass Sie unerwartete Rechnungen nicht mehr „umhauen“?

Erfassen Sie Ihre Einnahmen. Sehen Sie sich Ihren Lohnzettel an und notieren Sie sich Ihr derzeitiges Netto-Gehalt. Wenn Sie mehr als zwölf Gehälter bekommen, notieren Sie die zusätzlichen Beträge separat. Falls noch andere Einnahmen wie Kindergeld oder eine Miete hereinkommen, schreiben Sie auch das dazu. Falls Sie jährlich eine Steuerrückzahlung erhalten, schreiben Sie diese bitte auch mit auf. So ermitteln Sie das Budget, welches Ihnen monatlich zur Verfügung steht sowie die „Extra-Einnahmen“ pro Jahr.

Prüfen Sie nun zunächst, ob Sie die monatlichen Einnahmen erhöhen können. Vielleicht können Sie durch den Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse zu einer günstigeren mehr Netto erzielen. Durch die Eintragung eines Freibetrages können Sie die Steuern sofort vermindern. Sie geben dem Staat dann keinen Kredit mehr.

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Danach sind die Ausgaben dran. Notieren Sie alle fixen Ausgaben wie Miete, Nebenkosten des Wohnens (Telefon, Strom etc.), Ausgaben für Abos und Versicherungen, Sportvereine und Autokosten. Auch hier lässt sich oft sparen. Ein Stromanbieter-Wechsel ist heute einfach und schnell erledigt. Abos von ungelesenen Zeitschriften sollten gekündigt werden. Übrigens haben viele Stadtbüchereien auch Zeitungen abonniert. Vielleicht können Sie auch diesen Weg beschreiten und sich so einige Ausgaben sparen. Bei den Handytarifen gibt es Tarife für 70 Euro aber auch für 7,99 Euro. Der Versicherungsschutz sollte die existenzbedrohenden Risiken abdecken – die Private Haftpflichtversicherung ist ein Muss, die Glasversicherung dagegen überflüssig.

Den Bereich der fixen Ausgaben sollten Sie regelmäßig durchsehen und optimieren.

Bei den variablen Ausgaben verstecken sich oft echte Cash-Fresser. Die tägliche Brotzeit für die Job-Pause ist ein Beispiel für Sparpotenzial – eine selbstgeschmierte Semmel schmeckt oft sogar besser. Frustkäufe oder „Belohnungskäufe“, zum Beispiel mit neuer Bekleidung oder Kosmetik, sind oftmals ein Problem. Auch beim Online-Shopping geht einigen der Überblick verloren. Hier kann es helfen, sich klare Budgets zu setzen oder ein eigenes Taschengeld auszuzahlen. Die variablen Ausgaben sind oft schwieriger zu ermitteln. Sie können die Kontoauszüge des vergangenen Jahres durchsehen, Einkäufe und Barabhebungen notieren. Versuchen Sie auch hier ein Monatsmittel zu finden.

Für die Zukunft empfehle ich ein Haushaltsbuch – ob online und programmunterstützt oder per Hand. Allein weil Sie die Ausgaben notieren, beginnt in der Regel eine „disziplinierende Wirkung“. Das Ziel muss es sein, nie mehr auszugeben, als Sie einnehmen.

Für unregelmäßige Ausgaben empfehle ich Ihnen, eine Notfallreserve anzusparen. Auch dieser Sparvorgang kann Teil Ihrer Ausgaben werden und gleich zum Monatsbeginn auf ein separates Guthabenkonto überwiesen werden. Wenn dann wirklich einmal eine höhere Nebenkostenabrechnung kommt, sind Sie gewappnet und können das Geld von diesem Konto nehmen.

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