Deutsche Märkte schließen in 7 Stunden 23 Minuten

Schwimmen, Tanzen, Spazieren: Wie Sport unsere Stimmung beeinflussen kann

Schwimmen kann beim Stressabbau helfen, wie eine Umfrage sowie Expertenmeinungen zeigen. - Copyright: Getty Images
Schwimmen kann beim Stressabbau helfen, wie eine Umfrage sowie Expertenmeinungen zeigen. - Copyright: Getty Images

Sport hilft beim Muskelaufbau, verbessert unsere Ausdauer und sorgt im Alltag für einen Ausgleich. Gesundheitsexperten zufolge kann körperliche Aktivität zudem unsere mentale Gesundheit und somit unser Wohlbefinden verbessern. Eine aktuelle Umfrage spiegelt diese Meinung wider, wie die Nachrichtenseite „Studyfinds“ berichtet. Der Erhebung zufolge hat jede Sportart bestimmte Effekte – etwa hilft Schwimmen beim Stressabbau, Tanzen bei Angstgefühlen und Spazierengehen kann mentale Blockaden lösen.

Ihr fühlt euch unmotiviert oder träge? Die britische Ärztin Dr. Zoe Williams rät in dem Fall, einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen. Denn regelmäßige, moderate Bewegung stärkt das Herz-Kreislauf-System und verbessert die Gehirnstruktur, indem neue Nervenzellen gebildet werden. Zudem wird das Hirn mit sauerstoffreichem Blut versorgt – in der Folge könnt ihr euch besser konzentrieren.

Schwimmen hilft dagegen vor allem dabei, Stress abzubauen. Die rhythmischen Bewegungen im Wasser veranlassen den Körper dazu, das Hormon Cortisol zu regulieren. In der Folge könnt ihr besser mit stressigen oder belastenden Situationen umgehen. Aber auch Tanzen kommt der mentalen Gesundheit zugute. Egal ob auf der Tanzfläche im Club, alleine im Wohnzimmer oder bei einem Tanzkurs: Die sanften Bewegungen führen dazu, dass vermehrt Glückshormone wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin ausgeschüttet werden. Dadurch können wir Angstgefühle weniger stark wahrnehmen oder sogar unterdrücken.

Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage über das Marktforschungsunternehmen "One Poll" mit 3.000 britischen Erwachsenen, von denen 1.000 einen langfristig stabilen Gesundheitszustand aufwiesen. 67 Prozent der Befragten, die sich körperlich betätigen, gaben an, dass Sport ihre Stimmung verbessert. Ein Drittel der Befragten fühlt sich schlechter gelaunt, wenn sie sich nicht so viel bewegen oder trainieren, wie sie es normalerweise tun würden. Vor allem das geistige Wohlbefinden ist für 18 Prozent der wichtigste Faktor bei der Wahl körperlichen Aktivität.

Insgesamt stimmten 29 Prozent zu, dass sie sich nach Bewegung oder Sport – egal in welcher Form –„ruhiger“ und „ausgeglichener“ fühlen.

„Selbst die kleinste Bewegung kann dazu führen, dass ihr euch glücklicher und gesünder fühlt“

38 Prozent derjenigen mit einem langfristig stabilen Gesundheitszustand stimmen zu, dass körperliche Aktivität ihrem Wohlbefinden zugutekommt. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Befragten gab an, dass die Auswirkungen auf ihre geistige Gesundheit der Hauptgrund dafür sind, aktiv zu sein. Umgekehrt fühlen sich 45 Prozent der Menschen mit Gesundheitsproblemen niedergeschlagen, wenn sie sich nicht so viel bewegen, wie sie möchten – verglichen mit 27 Prozent der Menschen, die keine Krankheit haben.

„Es kann manchmal frustrierend sein, wenn wir unseren Körper längere Zeit nicht bewegen“, sagt Dr. Williams, die mit der britischen Gesundheitskampagne „We Are Undefeatable“ zusammenarbeitet, welche die Studie in Auftrag gegeben hat. „Aber selbst die kleinsten Bewegungen wie Gehen oder Dehnen können dazu führen, dass ihr euch glücklicher und gesünder fühlt. Jeden Tag unseren Körper in irgendeiner Form zu bewegen, kann unsere Stimmung heben und dazu beitragen, unsere Mobilität und unser geistiges Wohlbefinden zu steigern.“

Die Studie ergab auch, dass 42 Prozent der Erwachsenen ohne Gesundheitsprobleme an mehr als fünf Tagen in der Woche für jeweils etwa 43 Minuten lang aktiv sind. Bei denjenigen mit chronischen Beschwerden sind es lediglich 25 Prozent – bei ihnen dauert jede Sporteinheit rund 35 Minuten. Sieben von zehn Erwachsenen geben zu, dass sie sich schuldig fühlen, wenn sie sich nicht so viel bewegen wie sonst. Bei denjenigen, die langfristig gesund sind, waren es bereits 76 Prozent.

Verzicht auf Bewegung kann Schmerzen verschlimmern

Ein Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichtete von einer Enttäuschung, wenn sie am Ende des Tages nicht so viel trainiert hatten wie erhofft. Das Auslassen von Übungen führt sogar dazu, dass sie sich körperlich schlechter fühlen. 18 Prozent klagte sogar über Steifheit und Schmerzen aufgrund von Bewegungsmangel.

Fast sechs von zehn Personen (58 Prozent) haben das Gefühl, dass sie bereits so viel körperliche Aktivität wie möglich ausüben, wobei dieser Anteil auf 75 Prozent der Personen mit Gesundheitsproblemen ansteigt. Zu den beliebtesten Aktivitäten aller Befragten zählen Gehen (53 Prozent), Teamsportaktivitäten (20 Prozent) und Schwimmen (18 Prozent).

Die Umfrage zeigt auch, dass 51 Prozent der Erwachsenen alleine trainieren, wobei 45 Prozent von ihnen feststellen, dass sie Ruhe finden, wenn sie mit ihren Gedanken alleine sind. „Gymtimidation“ kann jedoch für andere ein Problem sein. 22 Prozent befürchten, dass sie von anderen verurteilt werden, und 20 Prozent befürchten, dass sie nicht „fit genug“ sind, um sich mit denen zu treffen, die in besserer Verfassung sind als sie.

Von den Teilnehmenden mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, die gerne alleine aktiv sind, gaben 28 Prozent an, sich aufgrund ihrer Erkrankung unsicher zu fühlen. Infolgedessen machen 52 Prozent der sportlich aktiven Befragten, ihre Übungen zu Hause.

„Es ist großartig, aus der Forschung zu sehen, dass jeder durch körperliche Aktivität einen erhebenden Schub erhalten kann – einschließlich derjenigen, die mit einer Krankheit leben“, sagt Michelle Roberts von „We Are Undefeatable“. „Wir möchten jeden ermutigen, die Bewegungen zu finden, die seiner Stimmung entsprechen, und eine Quelle der Inspiration für diejenigen sein, die sich nicht sicher sind, wo oder wie sie anfangen sollen.“

Experten-Tipps: So könnt ihr eure Stimmung durch Bewegung verbessern

Dr. Williams bietet auch einige Ratschläge, wie ihr euer Wohlbefinden mit Hilfe von körperlicher Aktivität verbessern könnt:

  • Wie auch immer ihr euch an einem bestimmten Tag fühlt – achtet darauf, euch ausreichend zu bewegen. Denn so könnt ihr eure Stimmung verbessern. Körperliche Aktivität kann dabei helfen, sich glücklicher und gesünder zu fühlen. Ihr könnt das Aktivitätslevel auch langsam steigern, beispielsweise von 15 auf 30 Minuten Spazierengehen pro Tag.

  • Spazierengehen am Morgen ist eine gute Möglichkeit, um Bewegung in den Alltag zu integrieren. Ihr bringt den Körper in Bewegung und verbessert euer geistiges Wohlbefinden. Walking ist eine empfehlenswerte Cardio-Übung mit geringer Belastung, mit der ihr eure Fitness verbessern und gleichzeitig die Gelenke schonen könnt.

  • Um Stress abzubauen, ist Schwimmen prima geeignet. Bei der konzentrierten Aktivität kommt ihr zur Ruhe und stärkt Körper und Geist.

jp