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Mogelpackung des Monats: Pril Spülmittel

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

„Willst du viel, spül nicht mit Pril!“, rät die Verbraucherzentrale Hamburg aktuell. Bei dem Spülmittel wurde erneut die Füllmenge reduziert, betroffen sind mehrere Sorten der Marke.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Merken sollte es wohl möglichst niemand, dass Pril plötzlich teurer ist. Denn eine offensichtliche Preiserhöhung gab es nicht. Stattdessen wurde bei mehreren Sorten des Spülmittels die Füllmenge reduziert. Der Preis blieb aber im Handel weitestgehend gleich, so dass Verbraucher nun rund 11 Prozent mehr für das Produkt zahlen.

Für die Verbraucherzentrale Hamburg ein klarer Fall in Sachen versteckter Preiserhöhung. Deshalb, und weil der Hersteller Henkel bei Pril die Masche nicht zum ersten Mal anwendet, gab es dafür von den Verbraucherschützern den unrühmlichen Titel „Mogelpackung des Monats März“.

Preise variieren stark

Betroffen sind mehrere Produkte der Marke Pril. Beim Produkt Pril Original füllt Henkel statt 750 Milliliter nur noch 675 Milliliter Geschirrspülmittel ab. Bei anderen Sorten wie zum Beispiel Pril Kraft-Gel, Pril Pro Nature Sensitiveoder Pril Sensitive Aloe Vera wurden die Füllmengen von 500 Milliliter auf 450 Milliliter reduziert.

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Bei gleichbleibendem Preis von 1,21 Euro für die Produkte macht das jeweils eine Preissteigerung von 11 Prozent. Allerdings variieren die Preise im Handel stark, die Preisspanne liegt zwischen 1,21 Euro und 1,74 Euro, wie die Verbraucherzentrale herausfand.

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Henkel verweist auf bessere Rezeptur

Auf Nachfrage der Verbraucherschützer beim Hersteller Henkel, verwies der in einer Stellungnahme „im Rahmen eines Relaunches“ auf eine „Formelanpassung“. Fett und starke Verschmutzungen würden jetzt noch effizienter bekämpft.

„Wir hören Argumente wie diese immer wieder. Schaut man auf die alte Pril-Verpackung, so wirbt Henkel auch dort schon damit, dass das Geschirrspülmittel ,sehr ergiebig‘ sei und sowohl Stärkereste als auch Eingebranntes entferne. Selbst an der ,höchsten Fettlösekraft‘ hat sich – zumindest verbal – nichts geändert“, so die Verbraucherzentrale.

Füllmenge nur noch im Kleingedruckten

Und wenn die Reinigungsformel so viel besser sei als die alte, wäre das doch ein nachvollziehbares Argument für Käufer und der Konzern könne transparent über die Preiserhöhung informieren. Doch das Gegenteil sei der Fall. „Allem Anschein nach tut Henkel alles, damit die Füllmengenreduzierung unbemerkt bleibt. So steht die Inhaltsmenge der neuen Flaschen nicht mehr blickfangmäßig auf der Schauseite, sondern versteckt im Kleingedruckten auf der Rückseite.“ In Henkels Stellungnahme heißt es dazu: (...) Da die ml-Angabe auf vielen Spülmitteln auf der Rückseite angegeben wird, haben wir uns ebenfalls für diese Platzierung entschieden (...)“.

Kein Einzelfall

Auf der Mogelpackungsliste der Verbraucherzentrale Hamburg taucht Pril nicht zum ersten Mal auf. In 2012 habe Henkel das Kraft Gel „verdünnt“, statt 2 Milliliter sollten Verbraucher 3 Milliliter pro 5 Liter Wasser verwenden. Zudem sei die Ausguss-Tülle vergrößert worden, damit Verbraucher unbemerkt mehr Spülmittel verwenden. 2014 sei dann die Füllmenge von 600 auf 500 Milliliter reduziert worden.

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„Vergleicht man den aktuellen Preis und den damaligen Preis bei Real, kommt man für den gesamten Zeitraum auf eine versteckte Preiserhöhung von 25 Prozent“, so die Verbraucherschützer.

Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

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