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Lindners Altherrenwitz sorgt für Spott im Netz

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

FDP-Chef Christian Lindner gibt sich gern als modern und lässig. Mit seinem Witz beim Parteitag allerdings schrammte er heftig am Zeitgeist vorbei und kassiert nun online die Quittung.

FDP-Chef Christian Lindner, hier dabei zu sehen, wie er dafür betet, seinen misslungenen Witz rückgängig machen zu können. (Bild: REUTERS/Joachim Herrmann)
FDP-Chef Christian Lindner, hier dabei zu sehen, wie er dafür betet, seinen misslungenen Witz rückgängig machen zu können. (Bild: REUTERS/Joachim Herrmann)

Die Zeiten, als Redner auf Parteitagen mit Altherrenhumor punkten konnten, sind eigentlich passé. Doch Christian Lindner hatte sich beim Schreiben seiner Rede offensichtlich nicht sehr gut beraten lassen. Im Stile eines mittelmäßigen Standup-Comedians dankte Lindner der ehemaligen Generalsekretärin Linda Teuteberg. In seiner Parteitagsrede sagte Lindner: “Ich denke gerne daran, Linda, dass wir in den vergangenen 15 Monaten ungefähr 300 Mal, ich habe mal so grob überschlagen, ungefähr 300 Mal den Tag zusammen begonnen haben.” Dann folgte eine peinliche Kunstpause, in die hinein ein paar Lacher aus dem Publikum zu hören waren. Danach erst ließ Lindner die Auflösung folgen, er meine natürlich das morgendliche Telefonat zur politischen Lage, “nicht, was ihr jetzt denkt.”

Lindner strebt in die nächste Bundesregierung – trotz schwieriger Umfragewerte für die Liberalen

Teuteberg hatte nach nur einem Jahr ihren Posten an Volker Wissing abgegeben müssen. In den Aufnahmen vom Parteitag mit Gegenschnitt zu Linda Teuteberg ist zu sehen, dass sie selbst auch nicht besonders amüsiert über den Kalauer-Versuch ihres Parteichefs zu sein scheint.

So ähnlich wie der Landesvorsitzenden der FDP Brandenburg erging es wohl auch einer Mehrzahl der Zuschauer. Auch Lindners halbherziges zurückrudern half da nicht wirklich.

Eindeutige Reaktionen in den Sozialen Medien

In den Sozialen Medien waren die Reaktionen eindeutig: Lindner hatte mit seinem Kommentar richtig daneben gelangt. Dem Ansehen der strauchelnden Liberalen dürfte er damit einen Bärendienst erwiesen haben. Die Zielgruppe der jüngeren Wähler und Wählerinnen lässt sich so wohl nur schwerlich von einer zukunftsgewandten Ausrichtung der FDP überzeugen.

Besonders bei Twitter-Nutzerinnen kam der Spruch nicht gut an.

Das Motto des FDP-Parteitags lautete übrigens offiziell: “Mission Aufbruch”. Der Missionsstart von Lindner hatte allerdings eher den Beigeschmack eines Rückschritts.

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