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Lidl vs. Aldi: Preiskrieg der Discounter

·Lesedauer: 3 Min.

Aldi und Lidl lassen es krachen: Die Discounter liefern sich einen Preiskampf mit riesigen Werbeanzeigen. Die kosten so viel wie mehrere Einfamilienhäuser.

Lidl vs. Aldi: Wer liegt beim Kunden vorn? (Symbolbild: Getty)
Lidl vs. Aldi: Wer liegt beim Kunden vorn? (Symbolbild: Getty)

Mit über 11.000 Filialen in 29 Ländern ist Lidl nach Anzahl der Filialen der größte Discounter-Konzern der Welt. Doch wenn es um den Umsatz der Lebensmittelhändler in Deutschland geht, liegt Aldi klar vor Lidl.

Laut einem vom Kölner Handelsforschungsinstitut EHI veröffentlichten Ranking der 1.000 umsatzstärksten stationären Einzelhändler machten Aldi Nord und Süd in 2019 einen Umsatz von rund 27,6 Milliarden Euro. Bei Lidl hingegen lag der Umsatz ,nur‘ bei rund 20 Milliarden Euro.

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Und das, obwohl Kunden bei Lidl angeblich viel billiger einkaufen, wie der Konzernriese zumindest selbst behauptet. Um das klarzustellen, holte der Discounter in dieser Woche zum direkten Schlag gegen die Konkurrenz Aldi aus. In der Bild-Zeitung schaltete Lidl ganzseitige Anzeigen mit vergleichender Werbung.

Seite 3 der "Bild"-Zeitung vom 7. Juli 2020. (Bild: Yahoo)
Seite 3 der "Bild"-Zeitung vom 7. Juli 2020. (Bild: Yahoo)

Als Vorlage diente dafür das Märchen “Schneewittchen”. Auf Seite 3 der Bild ist in großen Lettern zu lesen: „Spieglein, Spieglein an der Wand … Wer ist der billigste im ganzen Land?“ Darunter eine grimmig dreinschauende Märchenprinzessin mit leicht verfremdeten Aldi-Süd- und Aldi-Nord-Logos als Krone. Im Spiegel, kaum erkennbar, schimmert ein Lidl-Logo.

Seite 5 der "Bild"-Zeitung vom 7. Juli 2020. (Bild: Yahoo)
Seite 5 der "Bild"-Zeitung vom 7. Juli 2020. (Bild: Yahoo)

Wer eine Seite weiter blättert, erhält die Antwort auf die Frage der Aldi-Prinzessin. Auf Seite 5 prangt das Logo von Lidl in voller Pracht und im Spiegel steht geschrieben: „Der Erfinder von bester Qualität und günstig ist der wahre Sieger!“. Darunter ist ein prall gefüllter Einkaufswagen zu sehen, der laut der Werbeanzeige bei Aldi Süd 102,39 Euro und bei Aldi Nord 103,46 kostet.

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Bei Lidl dagegen soll der gleiche Einkauf nur 92,39 Euro kosten, womit Kunden laut Anzeige bei Lidl 11,07 Euro günstiger einkaufen. Dazu Siegel vom Handelsblatt, das Lidl als Preis-Leistungs-Sieger in den Jahren 2018, 2019 und 2020 auszeichnet.

Seite 6 und 7 der "Bild"-Zeitung vom 7. Juli 2020. (Bild: Yahoo)
Seite 6 und 7 der "Bild"-Zeitung vom 7. Juli 2020. (Bild: Yahoo)

Wer in der Bild noch eine Seite weiter blättert, gelangt zu einer gigantischen Anzeige von Aldi über eine komplette Doppelseite. „Viel Bio für wenig Geld!“, heißt es dort. Oben rechts in der Ecke eine Auszeichnung vom Kundenmonitor Deutschland 2019, die belegen soll, dass Aldi Preisführer ist. Und auch in dieser Anzeige ist ein prall gefüllter Einkaufswagen zu sehen. Darunter ein Hinweis, dass bei Aldi schon einige Tage vor der Mehrwertsteuersenkung der Einkauf 3 Prozent günstiger war.

Laut dem News-Portal Watson hatte Aldi Süd mit der Anzeigenschlacht angefangen und in seinem aktuellen Prospekt einen Einkaufskorb abgebildet, darunter die jeweiligen Preise bei Rewe, Edeka, Lidl und der natürlich günstigste Preis bei Aldi Süd. Aktuell ist der Prospekt wie von Watson beschrieben so nicht mehr auf der Aldi-Internetseite zu sehen.

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Das Newsportal bat bei den Discountern um eine Stellungnahme zum aktuellen Preiskampf. Aber keines der beiden Unternehmen habe sich äußern wollen.

Kostspielige Anzeigenschlacht

Während Kunden offensichtlich bei den Discountern sparen können, haben sich Aldi und Lidl ihre Rabattschlacht in dieser Woche einiges kosten lassen. Für die Anzeigenpreise könnte man locker sieben hübsche Einfamilienhäuser bauen.

Eine ganzseitige, vierfarbige Anzeige in der Bild kostet laut Mediadaten 535.000 Euro. Lidl hat zwei gebucht. Eine doppelseitige, vierfarbige Anzeige, wie die von Aldi, schlägt mit stolzen 1.155.000 Euro zu Buche. Für alle Anzeigen zusammen macht das 2.225.000 Euro. Nicht gerade ein Schnäppchen ...

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