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Kreditkartenabrechnung: Rätselraten nach dem Urlaub

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Wenn nach dem Urlaub die Kreditkartenabrechnung kommt, hat mancher Schwierigkeiten beim Enträtseln. Buchungen, Wechselkurse, Gebühren – die meisten Abrechnungen sind unübersichtlich, schwer nachvollziehbar und schlecht zu lesen. Das ergab eine Überprüfung von Stiftung Warentest. Nur eine Bank schnitt mit “Gut” ab.

Im Urlaub mit der Kreditkarte zu bezahlen, ist wunderbar bequem. Schwierig kann es jedoch werden, die nachfolgende Abrechnung zu entschlüsseln und sich einen Überblick zu verschaffen. Das ist aber wichtig, denn wenn es zu Unregelmäßigkeiten kam, etwa weil es Fehlbuchungen es gab oder Betrugsverdacht besteht, müssen Kunden das kurzfristig bei ihrer Bank reklamieren.

Das Problem: Auf den meisten Kreditkartenabrechnungen lassen sich Fremdwährungsumsätze nur schwer entschlüsseln, wie eine Überprüfung von Stiftung Warentest ergab. Die Experten haben für die Augustausgabe des Verbrauchermagazins Finanztest 23 Kreditkartenabrechnungen von Lesern überprüft. “Bei der Abrechnung in fremder Währung kommt es zu Brüchen in der Rechenlogik und es fehlen der Umrechnungskurs oder die Höhe der Gebühr”, heißt es im Testbericht.

Nur die Visa-Card der DKB ist “gut”

Von den 23 untersuchten Kreditkarten schnitt nur die Visa-Card der DKB mit dem Qualitätsurteil “Gut” ab. Einzig die Abrechnung dieser Karte, die es kostenlos zum Girokonto dazugibt, sei klar strukturiert, weise Entgelte leicht nachvollziehbar aus und verwirre Kunden auch nicht mit Informationsballast.

Sieben Kreditkartenabrechnungen bewertete Stiftung Warentest mit nur “Ausreichend”. Darunter etwa die Payback American Express Karte, die ADAC Mobilkarten Silber Visa/Mastercard, Barclaycard (New Visa) oder die Visa-Karten von ING-Diba und Comdirect. Der logische Aufbau und die Vollständigkeit der Angaben ließen laut Test zu wünschen übrig, ebenso die Sprache und Textverständlichkeit.

Zwei schnitten mit “Mangelhaft” ab

Die Schlusslichter im Test sind die Visa Card der Consorsbank und die Select Mastercard der Targobank. Beide schnitten nur mit “Mangelhaft” ab. Bei der Abrechnung der Consorsbank vermissten die Experten wichtige Informationen, außerdem habe man unter anderem einen kaum identifizierbaren “Zahlen- und Buchstabenbrei für Fremdwährungsbetrag, ISO-Kürzel der Fremdwährung und Währungskurs” vorgefunden.

Noch schlechter bewerteten die Verbraucherschützer die Abrechnung der Targobank. Sie habe auf dem Auszug den Prozentsatz für den Auslandseinsatz von 1,85 Prozent komplett vergessen und einen Währungsaufschlag von zwei Prozent unterschlagen. Von dem erfahre der Kunde nur, wenn er sich bis zur Seite 20 des 40-seitigen Preis- und Leistungsverzeichnisses durchschlage.

Prüfen und reklamieren

Grundsätzlich rät Stiftung Warentest, Abrechnungen immer zeitnah zu prüfen und gegebenenfalls schnell zu reklamieren: “Wenn Sie Ihre Kreditkartenabrechnung nicht verstehen oder einzelne Posten unklar sind, fragen Sie bei ihrer Bank nach. Eine Telefonnummer steht meist auf der Abrechnung.”

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema “Kreditkartenabrechnung” finden Sie hier (kostenpflichtig).

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